Zwei Ordnungswidrigkeiten will der Berliner Datenschutzbeauftragte auf dem Uni-Bewertungsportal MeinProf.de entdeckt haben und verhängt deshalb ein Bußgeld von 50.000 Euro. Dort hält man die Vorwürfe für lächerlich, doch im Ernstfall bedeutet dies das Aus für die Seite.
Von Beginn an hatten die fünf Studenten fast nichts als Ärger mit ihrer Seite MeinProf.de. Zwar war ist Angebot unter Studenten extrem beliebt - bis heute gaben sie fast 300.000 Bewertungen zu über 36.000 Dozenten ab - doch mit Professoren und Datenschützern standen sie sofort auf Kriegsfuß.
MeinProf.de: Meinungsfreiheit contra informationelle Selbstbestimmung. (© Screenshot: MeinProf.de)
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So forderten etwa die Fachhochschule Darmstadt und die RWTH Aachen, sämtliche Namen ihres Personals aus der Datenbank zu löschen, weil sie die Aktivitäten von MeinProf.de für rufschädigend hielten. Auch einzelne Professoren versuchten immer wieder, gegen die Betreiber vorzugehen. So wie kürzlich ein Professor aus Brandenburg: Er war auf der Seite als "Psychopath" und als "das Letzte" bezeichnet worden. Doch das zuständige Gericht sah damit noch nicht die Grenze zur unzulässigen Schmähkritik überschritten.
Bußgeldbescheid über 50.000 Euro
Auch der Datenschutzbeauftragte des Landes Berlin, Alexander Dix, hat MeinProf.de seit langem den Kampf angesagt. Im Jahr 2006 forderte er vergeblich die Abschaltung der Seite, doch nun holt er zu einem neuen Schlag aus: Er will zwei Ordnungswidrigkeiten entdeckt haben, die jeweils ein Bußgeld von 25.000 Euro rechtfertigen. Der Bußgeldbescheid flatterte den fünf Machern vor einigen Tagen ins Haus.
Alexander Dix will sich persönlich nicht zu den Vorgängen äußern, da in der Sache noch nichts entschieden sei. Seinem Pressesprecher Philip Scholz ist aber zu entlocken, um welche Ordnungswidrigkeiten es sich genau handelt: Erstens gebe MeinProf. de mit den Angaben über Professoren, ihre Veranstaltungen und den Ort ihrer Tätigkeit nicht öffentlich zugängliche Daten an Dritte weiter. Zweitens komme MeinProf.de der im Datenschutzgesetz verankerten Pflicht zur Information der Betroffenen nicht nach. Jeder Dozent, der auf der Seite eine Note erhält, muss demnach von MeinProf.de darüber in Kenntnis gesetzt werden.
Zwei Jahre Verhandlungen
Für Thomas Metschke, Gründungsmitglied von MeinProf.de, entbehren die Vorwürfe nicht einer gewissen Lächerlichkeit. "Alle Hochschulen stellen mittlerweile ihre Vorlesungsverzeichnisse ins Internet. Dort kann jeder, egal ob Student oder nicht, die Daten einsehen."
Zwei Jahre haben er und seine Kollegen mittlerweile mit den Datenschützern verhandelt, um doch noch eine Einigung zu finden. In dieser Zeit habe ihnen Herr Dix die absurdesten Vorschläge unterbreitet: "Wir sollen sicherstellen, dass nur Berechtigte auf die Seiten zugreifen können." Berechtigte seien nach der Definition der Datenschützer jedoch nur Studenten, die bereits Kurse bei einem Professor besucht hätten. "Das führt zum einen das System ad absurdum. Unsere Seite ist gerade für die Studenten gemacht, die einen Professor noch nicht kennen."
Auf der nächsten Seite: Warum die Macher von MeinProf.de Schwierigkeiten haben, die Vorstellungen der Datenschützer umzusetzen.
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Debatte über Urheberrecht
Professoren, die Kritik gegenüber nicht aufgeschlossen sind - ob sie den richtigen Beruf gewählt haben, sei eine andere Frage - müssen sich ja nicht die Zeit damit vertreiben, auf www.mein-prof.de herum zu stöbern und sich aufziehen zu lassen.
Nun zu dieser anderen Frage, die hier in der Diskussion noch gar nicht aufkam:
Ist es richtig, dass sich Professoren der Kritik ihrer Studenten so entziehen dürfen?
und:
Ist es richtig, dass Professoren in ihren Instituten so fest im Sattel sitzen? Wird hier Lehr-Leistung richtig honoriert?
Die Professoren, die sich über die anonyme Bewertung aufregen, kann ich schon verstehen. Da stellt sich ein Gefühl der Machtlosigkeit ein. Sie sollten sich aber auch im klaren sein, daß die Studenten Tag für Tag das umgekehrte Machtgefälle an ihrer Hochschule erleben. Und nicht alle Professoren stehen einer Kritik an ihren Lehrmethoden tatsächlich aufgeschlossen und emotionslos gegenüber. Das Klischee will es, daß beispielsweise Medizinprofessoren häufig regelrechte Despoten sind. Da empfiehlt sich der persönliche Kontakt nicht unbedingt.
Mein Gott, die sollen wie Bwin / Pokerstars & co. ihre Server auf Gibraltar oder den Bahamas aufstellen und das ganze einfach über eine .com-Domain laufen lassen...
Oder nach Bulgarien wie Myvideo.de
Die Datenschützer sind doch bestimmt von den jeweiligen Unis / Rektoren / oder befreundeten Profs losgeschickt worden.
Bei dem Rest der 2.0 Communities ist in Sachen Datenschutz doch auch die Hölle los, nur da hat keiner ein Interesse sich darum zu kümmern
Schon schade, dass hier der ein oder andere die Anonymität nutzt, um irgendwo Frust abzulassen oder Ähnliches. Das erinnert mich an die Schmierereien auf Bahnhofklos.
Für mich ist das aber keines Wegs ein Grund, Bahnhofklos abzuschaffen.
Spass bei Seite. Dass die Evaluierungsbögen eh irgendwo im Altpapier verschwinden, der Prof. sie persönlich auswertet und über die Ergebnisse oft keine Nachricht kommt, schreit förmlich nach einer durchsichtigeren Evaluierungsplattform. Ich kenne persönlich viele Profs, die sich ernsthaft mit ihrer Rolle in der Lehre auseinander setzen und sich dann auch 20 Minuten für die Auswertung der Evaluation Zeit nehmen, vorbildlich. Was ist mit den Anderen?
und nicht, wie irrtümlicherweise vermutet, Rechte oder sonstige abstrakte Hirngespinste.
Oder wie erklärt es sich dann, daß diverse Daten von mir bei der Schufa, bei diversen Kartenbetreibern und Adresshändlern gespeichert sind, UND ICH NICHT DAVON INFORMIERT WERDEN MUß?
Datenschutz ist doch nur die Kosmetikabteilung von Herrn Schäuble.
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