Laut einer aktuellen Studie ist es den meisten Berufstätigen unmöglich, die Arbeit im Urlaub auszublenden. Sie checken E-Mails, hören ihre Mailbox ab - und verfassen unmögliche Urlaubsgrüße per SMS.
Je näher ein Urlaub rückt, desto urlaubsreifer sind wir. Das ist ein psychologisches Problem, ähnlich der Sache mit der Butterbreze: Eigentlich hatte man sie für später gekauft, weil man noch gar nicht hungrig war. Doch kaum ist sie bezahlt, überfällt einen plötzlich ein riesiges Verlangen, das nur mit ebendieser Breze gestillt werden kann.
Mit dem Handy am Strand: Urlaubsgrüße an die lieben Kollegen daheim. (© Foto: dpa)
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Wenn man also weiß, dass etwas zum Greifen nahe ist, kann man es kaum erwarten, es zu bekommen. Das Bedürfnis nach Urlaub wächst exponentiell mit seinem Näherrücken. An unserem letzten Arbeitstag fühlen wir uns so kaputt wie nach einer kompletten Saison inklusive Champions League und Europameisterschaft.
Schwierige Balance zwischen Bemühen und Unfähigkeit
Dabei warten gerade in den letzten Tagen noch schier unlösbare Aufgaben auf uns: Wer zum Beispiel kann die Vertretung übernehmen? Einerseits will man den Laden nach der Rückkehr nicht im Chaos wiederfinden. Andererseits sollten Chef und Team schon merken, dass da jemand fehlt. Bei der Aushilfe die Balance zwischen Bemühen und Unfähigkeit zu halten, erfordert also ziemlich viel Fingerspitzengefühl.
Und wie zur Hölle stellt man den Abwesenheits-Assistenten in Outlook ein? Menschen, die auf diese Frage spontan eine Antwort wissen, haben das verdammte Ding entweder selbst programmiert, oder verdienen ihr Geld damit, es zu reparieren. Es soll Kollegen geben, die vor der Aufgabe einfach kapitulieren und Geschäftskontakten nach ihrer Rückkehr erzählen, sie hätten gerade ein E-Mail-Heilfasten hinter sich. Dass habe ihnen ihr persönlicher Karriere-Coach dringend empfohlen.
E-Mails lesen im Liegestuhl
"Ich bin dann mal weg." Wenn man endlich diesen erlösenden Satz sprechen kann, fühlt man sich selig. Endlich ausspannen, abschalten, alles vergessen.
Aber da gibt es Kollegen, die statt der Melodien der Berge den Büro-Sound im Ohr haben: "Ist der Kunde auch zufrieden? Wird das Projekt auch endlich fertig? Und was passiert, wenn die Kollegen nicht ohne mich zurechtkommen?" Chefs, die aus dem Urlaub selbst täglich in der Firma anrufen und die Treuepflicht der Mitarbeiter dergestalt auslegen, dass der Urlauber seine E-Mails auch vom Liegestuhl aus abrufen sollte, befeuern dieses Verhalten. Wenn der Tourist Blackberry und Laptop statt Fotoapparat und Reiseführer mitschleppt, sind auch Vorgesetzte und die lieben Kollegen im Geiste immer mit dabei. Und bekommen per SMS Urlaubsgrüße wie "Hat die Präsentation geklappt? Bitte nicht vergessen, Herrn Schmidt über die Work-Flow-Optimierung zu informieren! Ansonsten: Sonne scheint, Essen lecker, viele hübsche Italiener".
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Man könnte meinen es geht um mich in dem Artikel, ohne Emails checken halt ich es höchsten paar Stunden aus. Zum Glück ist das Mobile-Surfen überall möglich.