Lärmende Kollegen sind die Hölle auf Erden. Doch im Großraumbüro gibt es kein Entrinnen. Das kann schreckliche Folgen haben.
Die Hölle, sind das die anderen? Oder ist man zusammen doch weniger allein? Wer im Großraumbüro arbeiten muss, beantwortet diese Frage ohne zu zögern: 40 bis 60 Stunden pro Woche eingepfercht mit Menschen, um die man unter anderen Umständen einen großen Bogen machen würde - das kommt unserer Vorstellung vom Ort der Verdammnis schon recht nahe.
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Lärm im Großraumbüro: Zusammengepfercht wie in einer Legebatterie hocken die Kollegen aufeinander - und hören jeden Huster. (© Illustration: Astrid Müller)
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Vermutlich besitzen Großraumbüros deshalb eine kalte, unwirtliche Ausstrahlung. Eigentlich sehen viele so aus wie das Toyota-Autohaus um die Ecke: ein riesiger Raum mit kaltem Fußboden, massive Wände und Glasfassade, darin ein Meer von Schreibtischen, an dem sich der Einzelne einsam und verlassen fühlt.
Doch egal wo man sitzt, es gibt - wie in einer Legebatterie - immer drei Kollegen vor, neben und hinter einem. Allein die Tatsache, dass sie leben, bedingt, dass sie lärmen: Sie kratzen sich, räuspern sich, ihre Jacken und Hosen rascheln, sie kauen, schlürfen und tippen. Natürlich gibt es auch Geräusche, die relativ beruhigend wirken. Dass N. noch lebt, merkt man zum Beispiel allein daran, dass sein linkes Nasenloch bei jedem Atemzug fiept.
Die Stimmbänder in voller Entfaltung
Für Kurt Tucholsky hat der Mensch vor allem zwei Eigenschaften: Er macht gerne Krach und er hört nicht gerne zu. Wer im Großraumbüro arbeiten muss, bekommt mit diesen Charakterzügen echte Probleme: Er ist einerseits permanent dem Lärm seiner Kollegen ausgesetzt. Andererseits will und kann er sich selber nicht zurückhalten, wenn das eigene Telefon klingelt. Dann bringt er seine gut entwickelten Stimmbänder zur vollen Entfaltung.
Das führt dazu, dass ständig jemand redet. Und wenn grad keiner redet, wispert garantiert einer: "Psst!" Glaubt man der modernen Büroforschung, schwillt der Geräuschpegel in Großraumbüros schnell auf 70 Dezibel an - das entspricht einem vorbeifahrenden Motorrad. Acht Stunden am Tag kurvt also eine Harley zwischen unseren Schreibtischen herum. Kein Wunder, dass wir uns da nicht auf unsere Arbeit konzentrieren können. Wissenschaftler behaupten, Lärm senke unsere Leistung um 20 bis 30 Prozent.
Großraumbefürworter werden nun behaupten, eine Massen-Mitarbeiterhaltung sei ganz toll für die Teamatmosphäre: Habe jeder ein Einzelbüro, kenne man doch schon den Namen des Kollegen drei Türen weiter nicht mehr. Und so habe man wenigstens das Gefühl, Teil des Großen, Ganzen zu sein. "Außerdem will ich doch mitkriegen, was um mich herum passiert!"
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Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
In Abhängigkeit von Arbeitsprozessen und -typologie können alle Büroformen vom Zellenbüro über Kombibüro bis hin zum Grorßraumbüro geeignet. sein. Da die Arbeitsprozesse im Tagsablauf sich ändern können, ist es häufig sinnvoll, verschiedene Büroformen in der richtigen Mischung anzubieten (Multispace-Office) und der Mitarbeiter sitzt jeweils dort, wo es passt. Hier muss man genau hinschauen. Dies ist Aufgabe der organisatorischen Gebäudeberatung mit ihrem Werkzeug des Nutzerbedarfprogramms.
P.s.: Wer nichts von den Kollegen mitbekommen möchte oder muss, kann auch häufig bereits zu Hause arbeten (wenn IT und Chefs mitmachen)
Ich kenne das Arbeiten im Großraumbüro, in einem Büro zu zweit und in einem Büro ganz für mich alleine. Und ich kann nur sagen, daß ich am liebsten alleine im Büro arbeite. Mich stören keine anderen Telefonate, ich störe niemanden - herrlich!
Seit dem ich auf Hartz IV mache habe ich von all dem meine Ruhe.
Morgens ausschlafen und das einzige was man hört sind meine Talkshows.
Und das Geld ist kaum weniger als ich noch beim Lidl an der Kasse war.
Aber das muss jeder selber wissen.
All das hab ich schon erlebt:
- Mit Handy telefonieren und dabei herumlaufen
- Telefonkonferenz oder AB-abhören über Lautsprecher
- Musik über angeschlossene Lautsprecher (selber Song 20 mal am Tag)
- Beziehungskiste lauthals am Telefon austragen
- Nervende Klingeltöne am vergessenen Handy, während der angerufene friedlich in der Mittagspause verweilt
- Screensaver mit Musik (und Passwort-Schutz)
lang lebe da das Home Office mit "nur" Kindergeschrei ;-)