Kontrolle und Beobachtung
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Ein radikaler Lösungsansatz ist das Müllbeutel-Ritual, dass jeden Freitagabend stattfinden sollte: Alles, was bis 18 Uhr noch im Kühlschrank ist, wird ausnahmslos weggeschmissen. Dabei würde allerdings auch die kühlzuhaltende Hämorrhoiden-Salbe und das Fläschchen Prosecco vom letzten Geburtstag vernichtet.
Sanfter dagegen ist das Augen-Prinzip: Gegenüber dem Kühlschrank hängt ein Poster, auf dem ein Augenpaar abgebildet ist. So fühlt sich der Kollege kontrolliert und beobachtet, während er sich am Kühlfach zu schaffen macht. Das, so Psychologen, sorge automatisch dafür, dass er sein Verhalten an die sozial erwünschte Norm anpasst und den Kühlschrank sauber hält.
Falls auch das nicht funktioniert, muss die Büroküche dem Chaos anheimfallen. Gemeinsam mit den dreckigen Kaffeetassen, der überquellenden Spülmaschine und dem verkrusteten Kantinengeschirr wird der Kühlschrank zum lebenden Beweis (und das im Wortsinn), dass man mit den Kollegen einfach nicht zusammen wohnen sollte.
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(sueddeutsche.de/mri)
Eurovision Song Contest
Dose bleibt.
Was mich immer wieder wundert:
Lieschen Müller oder Otto Normalverbraucher schaffen es z.B. eine Wurstsemmel zu kaufen. D.h. sie gehen in den Supermarkt nebenan, stellen sich dort an der Fleischtheke an, marschieren damit zur Kasse, nehmen die Geldbörse raus, bezahlen, stecken das Restgeld und anschliessend die Geldtasche wieder ein, dann marschieren sie aus dem Supermarkt, setzen sich ins Auto oder gehen zu Fuss zur Arbeitsstelle, laufen den weiten Weg zur Küche, öffnen den Kühlschrank, legen die Semmel rein, gehn zurück zum Arbeitsplatz.
UND VERGESSEN DIE SEMMEL weil sie nicht zum Essen kommen.
Die Semmel liegt jetzt, sie ist einsam, sie wird schlapp, die Wurst färbt sich an den Rändern dunkel. Die-/derjenige, der/die sie geschmäht hat, lässt sie tagelang, gar wochenlang hier liegen. Obwohl man ihr immer wieder begegnet wenn man sich Milch für den Kaffee nimmt; dann erntet sie einen traurigen Blick und sie liegt wieder im Dunkel hinter der zugefallenen Kühlschranktür.
Und genau da zeigt sich das logistische Wunder:
Der Weg vom Kühlschrank zum Mülleimer wäre zwar nur ein kleiner Schritt im Vergleich im zum Aufwand der Anschaffung. Aber er ist ein zu grosser Schritt für die Menschheit.