Kontrolle und Beobachtung

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Ein radikaler Lösungsansatz ist das Müllbeutel-Ritual, dass jeden Freitagabend stattfinden sollte: Alles, was bis 18 Uhr noch im Kühlschrank ist, wird ausnahmslos weggeschmissen. Dabei würde allerdings auch die kühlzuhaltende Hämorrhoiden-Salbe und das Fläschchen Prosecco vom letzten Geburtstag vernichtet.

Sanfter dagegen ist das Augen-Prinzip: Gegenüber dem Kühlschrank hängt ein Poster, auf dem ein Augenpaar abgebildet ist. So fühlt sich der Kollege kontrolliert und beobachtet, während er sich am Kühlfach zu schaffen macht. Das, so Psychologen, sorge automatisch dafür, dass er sein Verhalten an die sozial erwünschte Norm anpasst und den Kühlschrank sauber hält.

Falls auch das nicht funktioniert, muss die Büroküche dem Chaos anheimfallen. Gemeinsam mit den dreckigen Kaffeetassen, der überquellenden Spülmaschine und dem verkrusteten Kantinengeschirr wird der Kühlschrank zum lebenden Beweis (und das im Wortsinn), dass man mit den Kollegen einfach nicht zusammen wohnen sollte.

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(sueddeutsche.de/mri)