Mancher Kollege hat Perfektion darin erreicht, Arbeit und Stress nur vorzutäuschen. Frei nach dem Motto: Durch Nichtstun ist schon viel Unheil verhindert worden.
Stress zu haben, ist sozial erwünscht. Wer nicht jammert über Zeitdruck, Hetze und Überstunden, der befindet sich in der unternehmenseigenen Hackordnung noch unter Praktikanten. Nur wer regelmäßig "Ich hab so viel zu tun" in die Ohren der Kollegen stöhnt, setzt sich standesgemäß in Szene. Und nur wer mit hektischen Schritten durch die Flure eilt, so dass die raschelnden Hosenbeine den anderen in den Ohren dröhnen, stellt tagtäglich seine eigene Bedeutung unter Beweis: Ohne ihn, so die deutliche Botschaft, bräche der ganze Laden zusammen. Und das sofort.
Ganz beschäftigt tun, aber Solitaire spielen - das ist die Taktik des Faulen. (© Foto: sueddeutsche.de)
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Natürlich wissen wir insgeheim, dass sich mindestens 80 Prozent der Arbeit vollkommen geräuschlos erledigen ließe, aber dann würde sie auch viel weniger Freude machen. Klappern gehört zum Handwerk, und das geht so lange in Ordnung, wie der Kollege tatsächlich etwas wegschafft.
Leistungsbilanz eines Murmeltiers
Viel schlimmer sind aber die, die jammern, sich in Szene setzen, hektisch umherlaufen, theatralisch stöhnend auf ihrem Schreibtischstuhl hin- und herrutschen - deren Output sich aber mit folgendem Wort zusammenfassen lässt: null.
Natürlich, wir alle kennen diese Tage, an denen sich das Tief nach der Mittagspause bis in den Abend hineinzieht und die persönliche Leistungsbilanz bei Sonnenuntergang der eines Murmeltiers im Winterschlaf gleicht. Jeder ist mal faul, verbringt den Nachmittag damit, private E-Mails zu schreiben, online eine Reise zu buchen oder Solitaire zu spielen.
Mit 30 noch nie geknutscht
(Darüber spricht man nicht, ist schon klar. Schließlich wetteifern wir alle um den Wer-arbeitet-am-meisten-Pokal. Zuzugeben, man habe gerade nichts zu tun, ist ungefähr so schockierend wie das Geständnis, man sei 30, habe aber noch nie geknutscht. Also weiter.)
Manche Kollegen haben diese Art der Arbeit, besser: Nicht-Arbeit, jedoch zu einer Kunstform erhoben, die ihresgleichen sucht. Zur morgendlichen Konferenz kommen sie prinzipiell zu spät, gehen sich zwischendrin einen Kaffee holen und gehen früher wieder raus. In den zehn Minuten, die sie trotzdem anwesend sind, melden sie sich aber mindestens drei Mal zu Wort. Sonst merkt ja keiner, dass sie da sind.
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sz-zitat:"Jeder ist mal faul, verbringt den Nachmittag damit, private E-Mails zu schreiben, online eine Reise zu buchen oder Solitaire zu spielen."
...oder man verbringt den nachmittag damit, sz-online zu lesen und kommentare zu schreiben.
:-)
gruß aus'm büro, p.
muss auch mal ne Akte liegen sehen könne, meinte schon mein erster Chef vor 20 Jahren. Und ein Präsident von uns meinte mal: Besser aggressiv zuwarten, als nix tun.
Es gibt nichts was so eilig wäre, als dass es morgen nicht noch da liegen würde.
oh man ist es heute wieder stressig,
ich schaff nicht mal alles zu lesen bei SZ....
Ich brauch Urlaub!
Der moderne Typ Chef, bewertet das Resultat der Arbeit unter Berücksichtigung der soft skills. Letztendlich sind die Ergebnisse der Arbeit entscheident und da ist es ziemlich egal ob Überstunden gemacht werden, Kaffeeplausch gehalten wird oder nicht. Unternehmen die ihre MA / Abteilungen nicht mindestens einer normalen Ergebnisbewertung unterziehen, brauchen sich nicht über sogenannte Faulenzer beschweren, sondern werden diese auch nie entdecken, bzw. loswerden.
Und zwar die Einteilung der "Faulen":
1. Diejenigen die sich so verhalten weil sie wirklich keinerlei bzw. verhaltenen Arbeitswillen zeigen (aus welchen Gründen auch immer: Demotivierung, Langeweile, Unterforderung, innere Kündigung..)
2. Und eben denjenigen die aufgrund der Vorgaben der "obersten Heeresleitung" sich immer fortgebildet haben und nun so überqualifiziert sind das keine dementsprechende Aufgaben für diese Stelle anfallen.
Aus eigener Erfahrung würde ich mich auf Stufe 2 einsortieren. 12 Jahre Berufsleben, 10 Jahre Fortbildungen und zwar ein eigenes Büro mit allem was dazugehört.. Aber.. 1x im Monat regelmäßiges Bettelgespräch beim Chef um etwas tun zu dürfen.. Ja richtig gehört.. sowas gibts auch! Warum ich nicht gekündigt wurde?? Tja.. kündigen Sie mal dem bürotechnisch Höchstqualifiziertestem und von der Anstellungsdauer 3 längstem Mitarbeiter bei ca. 30 Büromitarbeitern..
Warum ich nicht kündige? Tja.. Glücksfall.. ich geh zu Fuß in die Arbeit, die Bezahlung ist TOP und laut Chef wird es ja irgendwann mal besser!!
Paging