Auch an Neujahr muss in manchen Firmen eine Notbesetzung anwesend sein. Verkatert arbeitet es sich nicht besonders gut - trotzdem ist das die Gelegenheit, um gute Vorsätze gleich in die Tat umzusetzen.
Den letzten halben Tag im Jahr bringen alle noch ganz gut rum: Die paar Stündchen am 31.12. sitzt man auf einer Backe ab. Doch die Kollegen, die am 1. Januar arbeiten müssen, sind richtig arm dran.
Kopfschmerzen und Katerstimmung: Am 1. Januar ist es Zeit für gute Vorsätze. (© Foto: dpa)
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Taxifahrer machen in der zweiten Hälfte der Nacht wenigstens noch einen Reibach, aber Krankenschwestern, Busfahrer oder Straßenkehrer sollten den heutigen Abend ruhiger angehen lassen. Sonst lautet der erste und einzige Satz, mit dem am 1. Januar auf der Arbeit das neue Jahr begrüßt wird: "Ich hab so Kopfweh."
Der 1. Januar ist eine gute Gelegenheit, gleich mal alle guten Vorsätze, die man zum neuen Jahr gefasst hat, in die Tat umzusetzen. Ist man derjenige mit Kopfweh, sollte der Plan unbedingt lauten: weniger jammern. Die anderen sehen es gar nicht gern, wenn ein Kollegen ständig mosert und sich beschwert. Denn meist beschränkt sich diese Haltung nicht auf den Kater. Sämtliche anderen, nicht oder nur schlecht funktionierenden Körperfunktionen werden im Büro zur Sprache gebracht und ausdiskutiert.
Eine Vielzahl davon will man gar nicht wissen. Eine detaillierte Schilderung der Warze auf dem linken zweiten Zeh ist beispielsweise völlig unnötig. Schön auch, wenn sich diese Gabe des Jammerns nicht nur auf den eigenen Körper beschränkt, sondern auch die Leiden der Familie mit ins Büro gebracht werden. Wie etwa die Durchfall-Konsistenz des Nachwuchses beschaffen ist, muss nun wirklich nicht thematisiert werden. Auch auf eine Imitation der kläglichen Schreie bei Bauchkrämpfen können die meisten gut verzichten.
Der zweite Vorsatz in diesem Zusammenhang lautet: mehr Geduld und Toleranz gegenüber den jammernden Kollegen. Jammern ist schließlich die einzig realistische Maßnahme gegen Ärger und Frust.
Selbst wenn es dem Kollegen richtig mies geht, kann er ja schlecht zum Chef gehen und sich dort ordentlich ausheulen. Was bleibt ihm da anderes übrig, als die übrigen Mitarbeiter zur Zuhörerschaft zu verdammen? Ein bisschen mehr Verständnis für den armen Tropf könnte nicht schaden.
Falls alle Beteiligten ihre guten Vorsätze im neuen Jahr schon im Februar wieder vergessen haben, wäre Fasching eine gute Gelegenheit, sich alles noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Spätestens da ist wieder ordentlich Alkohol im Spiel, so dass alle am nächsten Tag wieder richtig böse Kopfschmerzen haben.
(sueddeutsche.de/mri)
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