Manche Kollegen haben überhaupt nichts zu sagen - spielen sich aber trotzdem so auf, als wären sie der Chef. Wie man Selbstdarsteller und Wichtigtuer in die Schranken weist. Eine Gebrauchsanweisung
Ein Chef ist eigentlich schon einer zu viel. Am schönsten wäre es doch, wir könnten unsere Arbeit komplett eigenverantwortlich organisieren. Für all die dummen Ideen, die aus der oberen Etage kommen, furchtbar dringend umgesetzt werden müssen und dann sowieso nicht funktionieren, müsste man keine Zeit mehr opfern. Das hätte den schönen Nebeneffekt, dass die Arbeitswoche von 55 Stunden auf das Normalmaß von 40 Stunden schrumpfen würde.
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Der "gefühlte Vorgesetzte: Wenn gar nichts mehr hilft, dann droht er. (© Foto: iStock)
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Außerdem würde die Scheidungsrate in Deutschland sinken: Laut aktueller Studienergebnisse lässt jeder vierte Berufstätige den Bürostress an seiner Familie aus. Man stelle sich all die weinenden, niedlichen Jungs und Mädchen vor, die allein wegen des fiesen Vorgesetzten ihren Papi nur noch am Wochenende sehen können. Das Argument sollte eigentlich ausreichen, um alle Angestellten fortan als sich selbsterhaltende, autarke Systeme arbeiten zu lassen.
Oh Gott, ein Klon!
Doch die Realität sieht anders aus: Wir haben oft nicht nur einen Chef, sondern auch noch Kollegen, die sich als solcher aufspielen. So ein "gefühlter Vorgesetzter" - selbstverständlich fühlt er sich nur selber so und wird von seinem Umfeld nicht als solcher anerkannt - kann uns das Leben genauso zur Hölle machen wie der echte.
Zu erkennen ist der "gefühlte Vorgesetzte" schon an seinem Äußeren: Er kleidet sich genauso wie der echte Chef. Trägt er ein dunkles Sakko, taucht am nächsten Tag auch der kleine Wichtigtuer damit auf. Steht der Chef auf Chucks zum Anzug, trägt auch der Kollege diese Kombination. Eine goldene Spielregel verletzt er jedoch niemals: Kauft der echte Boss Brioni, reicht es bei ihm höchstens für C&A - zu erkennen am aufdringlichen Geruch der billigen Polyesterjacketts.
Wenn gar nichts mehr hilft, wird eben gedroht
Abgesehen vom Äußeren nervt der "gefühlte Vorgesetzte" natürlich mit seinem Ton: Er klingt so ähnlich wie die immer gut aufgelegte Fitness-Trainerin, deren Dauergrinsen zwar nicht motiviert, die dafür aber knallhart ist, wenn man schon nach 49 Liegestützen müde wird. "Wenn du jetzt aufgibst, fängst du noch mal von vorne an und wir erhöhen dein Pensum auf hundert. Fauler Hund."
Dankbar nimmt der gefühlte Chef Aufträge vom richtigen entgegen. Nur, um die Lorbeeren einzuheimsen, die Arbeit aber dann ans Team weiterzureichen. "Du bist doch ohnehin gerade dabei. Da könntest du doch auch noch ..." Oder: "Das ist doch genau dein Spezialgebiet, du bist einfach der beste Mann für diese Aufgabe." Und wenn gar nichts mehr hilft, wird eben gedroht: "Du kannst es auch gern lassen. Aber du weißt, was das bedeutet. Dir ist doch klar, auf wen es zurückfällt, wenn wir das Projekt verbocken."
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Sehr geehrte Fr. Bönisch,
sie kommen dann doch sicher für meinen Unterhalt auf, wenn mich die Sabotage meinen Job kostet ???
Ist ihnen eigentlich klar, welche Mentalität sie verbreiten? Oder haben sie eine Ahnung wie viel Schaden der Volkswirtschaft entsteht wenn die Mitarbeiter Projekte sabotieren?
Bilden sie Guerillakämpfer aus?
Als Personal-Trainer, oder als was immer sie sich bezeichnen, sind sie wohl nicht ihr Geld wert.
Mit freundlichen Grüßen
T.Lenz
... dass man sich die "Mein Kollege sagt ..." Beiträge der letzten Zeit getrost sparen kann. Nichts brauchbares, nur Luftschlösser und unbrauchbare Tipps, deren Umsetzung theoretisch gut klingt, praktisch aber zum Scheitern verurteilt ist.
Wer saugt sich so einen Käse aus den Fingern?
Wer würde dem A#sch schon in den Selben kriechen.
Desweitern, fehtl mir hier die "Front Erfahrung" - hört sich nach Wunschdenken an.
Wir haben/hatten so eine Kollegin, die jetzt glücklicherweise geht. Die hat es geschafft, durch Ihre besondere Art (nix arbeiten, alles ableiten, Jobs verteilen obwohl kein Vorgesätzte UND oberndrein noch Neustarterin) sich in kurzer Zeit ins Abseits zu schiessen. Sie wird nicht gerade "gemobbt", aber Kontakt suchen will keine/r mehr.
Das Problem bei der ganzen Sache ist/war, daß das Mädel relativ Clever ist und Sie auch eine gewisse Atraktivität inne hat. Diesen Trumph hat Sie sehr gut bei Ihren beiden (männlichen) Vorgesetzen eingesetzt. Ergebnis - selbst Kritik aus verschiedenen Ecken wurde einfach ingnoriert (von Ihrer eigenen Vorgesetzten) , so daß wir jetzt eine isolierte (Ex)Kollegin hier sitzern haben (noch 4 Tage - ich zähle).
Was unsere Ex-Kollegin nicht bedacht hat ist, daß in Firmen/Abteilung eine Eigendynamik herrscht und Leute miteinander sprechen.
Die Ex-Kollegin hat bewusst versucht, Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen/zu manipulieren, aber nicht bedacht, daß wir uns Das erzählen.
Jetzt geht die allerwerteste Kollegin in die Schweiz - viel Spaß mit Ihr - Die hat den Schweizern bestimmt noch gefehlt, oder?
Also, sich einfach selbst zum Vorgesetzten machen, ist nicht immer so einfach, gell!!
Lustig muss es bei der SZ zugehen. Sonst habe ich nirgends solche Typen erlebt.
Vielleicht erfasse ich ja auch den Sinn dieses journalistisch-literarischen Meisterwerks nicht.
der autor dieses artikels hat offensichtlich keinen blassen schimmer über was er da schreibt - glaubt bitte diesen zweifelhaften ausguss seiner stromberg-büro-fantasien nicht - so kommt's ned weit!
wenn der artikel ironisch sein soll is die ironie in die hose gegangen (und zwar gründlich).
wenn das ernst gemeint ist,... (darf ich nich schreiben zwecks etikette)...
oh mei...
Paging