Auf Kommando "witzisch" sein funktioniert einfach nicht, schon gar nicht mit Kollegen. Faschingsfeiern im Büro liefern dafür den besten Beweis.
Die Hölle ist eine ewige Prunksitzung. Dieser Schluss ist zwingend für all jene, die derzeit allabendlich das Feuerwerk der guten Laune in den öffentlich-rechtlichen Sendern verfolgen. "Mainz bleibt Mainz", "Da wackelt der Dom" oder "Süper Colonia Total" - wer die schunkelnden Stuhlreihen beobachtet, bekommt eine ganz gute Ahnung von der ewigen Verdammnis.
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Witzischkeit kennt keine Grenzen: Mindestens ein Kollege ist als flippiger Cowboy verkleidet - und schießt damit den Vogel ab. (© Foto: iStock)
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Faschingsfreunde behaupten, Karnevalsmuffel würden schließlich nicht dazu gezwungen, Helau und Alaaf zu rufen. Falsch. Spätestens am heutigen Rosenmontag kann sich kein Kollege der Team-Polonaise durchs Großraumbüro entziehen. Eigentlich beginnt die Qual schon donnerstags: Schnipp, schnapp - schneidet die lustige Kollegin aus der Buchhaltung mit lustvollem Jauchzen Krawatten ab, soll man gefälligst gute Miene machen. Das empfiehlt jeder Karriereratgeber. Von wegen "Jede Jeck is anders": Wer nicht mitmachen will, setzt die nächste Beförderung aufs Spiel.
Das Problem daran: Humor lässt sich leider nicht per Rundmail oder Hausmitteilung verordnen. Schickt der Chef eine Nachricht an den großen Verteiler ("Montag 16 Uhr: Krapfen und Sekt in meinem Büro. Ab 16:45 Uhr darf getanzt werden!"), heißt das noch lange nicht, dass es auch lustig wird.
Bürokarneval als organisiertes Durchdrehen auf Zeit kann gar nicht funktionieren: Die meisten Schreibtischhengste tun sich einfach zu schwer damit, für ein paar Stunden die restriktive Büromoral zu vergessen. Bestimmte, unumstößliche Regeln sind einfach zu tief in ihrem Großhirn abgespeichert. "Praktikantin: schäkern - ja, anfassen - nein" zum Beispiel. Oder "Alkohol: in der Schreibtischschublade verstecken - ja, vor dem Chef trinken - nein". So kommt nicht recht Stimmung auf.
Das weiß auch der Vorgesetzte, der deshalb glaubt, selbst für die Witze sorgen zu müssen. Der Nachteil: Der gute Ton verlangt, mitzulachen - selbst wenn einem angesichts des Altherrenhumors zum Weinen zumute ist.
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