Dienstwagen gibt es fast nur noch für die oberen Etagen. Und auch dann oft mit Selbstbeteiligung.
Sie sollen den Mitarbeiter motivieren, und sie kosten den Chef oft noch nicht einmal besonders viel: Dienstwagen gehören zu den klassischen Zusatzleistungen für Beschäftigte. Unterhalb der Vorstandsetagen ist die Zeit teurer Luxuslimousinen allerdings nicht selten vorbei. Großzügige Statussymbole für mittlere Angestellte gibt es nur noch im Ausnahmefall, und Arbeitnehmer müssen sich stärker als früher an der Anschaffung eines Dienstwagens beteiligen.
(© Foto: photodisc)
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"Dienstwagen sind heute nur noch ein Spiel der oberen Klassen", sagt die Münchner Karriereberaterin Madeleine Leitner. Viele Zusatzleistungen, die bis vor einigen Jahren noch großzügig vergeben worden seien, würden heute spärlicher bemessen. "Früher gab es auch für den normalen Ingenieur mal einen Porsche dazu. Das ist vorbei." Bewerber sollten das Thema daher beim Einstellungsgespräch äußerst behutsam ansprechen. "Den meisten geht es heute vor allem um einen sicheren Job", sagt Leitner. "Und bei den Zusatzleistungen ist die Altersvorsorge viel wichtiger geworden."
Zwar sind Dienstwagen-Programme laut einer Befragung der Frankfurter Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers in deutschen Firmen immer noch weit verbreitet. Vor allem große Unternehmen, die im Dax oder MDax notiert sind, bieten höheren Angestellten Dienstwagen an, so das Fazit der Erhebung aus dem Jahr 2004, für die mehr als 300 Firmen befragt wurden.
Neben den Chefs sind aber auch die Mitarbeiter offenbar zögerlicher geworden. "Manchmal floppen Dienstwagen-Programme in Unternehmen sogar, weil die Mitarbeiter das Angebot gar nicht annehmen", sagt Michael Bursee, Vergütungsexperte bei Pricewaterhouse Coopers. Das liege vor allem daran, dass die Firmen zunehmend so genannte Gehaltsumwandlungsmodelle anbieten. Denn normalerweise bekämen nur Mitarbeiter der oberen Führungsebene den Wagen zusätzlich zum Gehalt. "Bei den Ebenen darunter ist es meist so geregelt, dass der Mitarbeiter auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, mit dem die Leasing-Rate finanziert wird", sagt Bursee. Dabei ist der Eigenanteil oft so hoch, dass sich die Mitarbeiter fragen, ob sie von dem Angebot überhaupt profitieren.
Wer von seinem Arbeitgeber einen Finanzierungsvorschlag erhält, kann heute auswählen, ohne sich den Kopf über Firmen-Hierarchien zu zerbrechen: "Es ist nicht mehr unbedingt so, dass Mitarbeiter kein größeres Auto fahren dürfen als der Chef. Wer seine Gehaltsumwandlung für einen dicken BMW einsetzen will, kann das tun", sagt Bursee, "auch wenn der Chef nur einen Golf genommen hat". Die Auswahl bei den Wagentypen ist allerdings ohnehin begrenzt. "Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, bieten die Firmen meist nur bestimmte Typen und Ausstattungsvarianten an", sagt der Berater. Sportwagen oder andere Sonderwünsche würden dabei in der Regel nicht erfüllt.
Wenig geändert habe sich bei der Wahl der Unternehmen. "Da sind immer noch die großen deutschen Hersteller vertreten." Für Angestellte kann es Vorteile haben, den Wagen über die Firma zu erwerben. Er spart sich möglicherweise die Anschaffung eines Privatwagens - und damit die Zinsen für einen eventuellen Kredit. Verbreitet ist das Modell, dass der Arbeitgeber ein Prozent des Listenpreises des Wagens auf das zu versteuernde Gehalt aufschlägt.
Der pauschalierte geldwerte Vorteil muss allerdings versteuert werden, sagt Hans-Joachim Vanscheidt, Leiter der Steuerabteilung beim Bund der Steuerzahler in Berlin. Beträgt der Anschaffungspreis für den Wagen zum Beispiel 30.000 Euro, liegt der geldwerte Vorteil monatlich bei 300 Euro - für das betreffende Kalenderjahr wären für die Steuer dann 3600 Euro anzusetzen. Im anderen Fall muss der Arbeitnehmer ein detailliertes Fahrtenbuch führen, was sehr aufwändig sein kann.
Weniger kompliziert ist dagegen die Abrechnung der laufenden Kosten. Laut Bursee greifen viele Unternehmen auf ein Tankkartenmodell zurück. "Dabei erhalten Mitarbeiter eine Art Kreditkarte, die meist an eine der großen Tankstellenketten gebunden ist. Das erspart eine Menge Belege und Abrechnungen." Auch Wartungsarbeiten und Reparaturen werden in der Regel so verwaltet.
Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler kann der Umstieg auf einen Dienstwagen demnächst auch aus einem anderen Grund attraktiver werden: Wenn die Pendlerpauschale wie geplant erst für Entfernungen von mehr als 20 Kilometern zwischen Wohnung und Job gewährt wird, sinken für viele Arbeitnehmer die Werbungskosten, die sie für Fahrten mit dem Privatwagen bei der Steuer geltend machen können.
(dpa, Thorsten Wiese)
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