MBA-Studium Ab ins Management

Vollzeit oder Teilzeit? Generalist oder Spezialist? Bevor sich Arbeitnehmer zur Führungskraft ausbilden lassen, müssen zentrale Fragen geklärt werden. Ein ABC des MBA.

Von Antonia Schäfer

Der Master of Business Administration (MBA) ist ein Studienabschluss, der ursprünglich aus den USA stammt. Er wurde erdacht, um Techniker oder andere Spezialisten, die nicht aus dem Wirtschaftsbereich stammen, auf eine Führungsrolle vorzubereiten. Der MBA richtet sich an Menschen mit Berufserfahrung, die zusätzlich Kompetenzen im Bereich des Managements erwerben wollen. Laut Staufenbiel Institut, das in Frankfurt und Köln ansässig ist und Unternehmen wie Studenten sowie Absolventen in Karrierefragen berät, gibt es bundesweit aktuell mehr als 250 Programme von mehr als 180 Anbietern.

Executive MBA

Die Frage, ob Studieninteressenten sich für einen MBA oder einen Executive MBA (EMBA) entscheiden sollten, ist nicht nur eine Frage der persönlichen Präferenz. Denn für EMBAs gelten höhere Eingangsvoraussetzungen als für normale MBAs. Sie richten sich gezielt an Führungskräfte, die noch weiter aufsteigen wollen. Dementsprechend sind die Teilnehmer der Kurse meist älter und haben mehr Berufserfahrung. Je nach Hochschule müssen Bewerber fünf, oft sogar zehn Jahre Erfahrung vorweisen, während bei normalen MBAs meist zwei Jahre genügen. Auch das Programm selbst sei oft anders angelegt, sagt Professor Frank Jacob, der sich an der ESCP Europe Berlin als Academic Dean, also als Leiter, um das EMBA-Programm kümmert. So hätten EMBA-Teilnehmer mehr Erfahrungen, die sie als "Peers" miteinander teilen könnten. Da die EMBA-Teilnehmer in ihren Firmen oft wichtige Positionen haben, sind die Programme meist in Teilzeit konzipiert und vergleichsweise kurz (siehe Vollzeit versus Teilzeit).

Kosten

Je nach Hochschule könne ein komplettes MBA-Programm leicht im sechsstelligen Euro-Betrag liegen, sagt Detlev Kran, Autor des "MBA-Guide". Es gebe kaum noch Anbieter, die ihre MBAs zu normalen universitären Gebühren oder keinen Studiengebühren anböten. Stattdessen liege der Mittelwert in Deutschland bei 18 000 Euro, das Maximum bei 65 000 Euro. In den USA seien die Kosten mit maximal 100 000 Euro noch höher.

Generalist versus Spezialist

Ursprünglich ist der MBA als generalistischer Studiengang angelegt, in dem die Teilnehmer eine weite Bandbreite an Fähigkeiten erlangen. Doch in den vergangenen Jahren haben Hochschulen immer mehr spezialisierte Programme entwickelt, die sich auf einen Schwerpunkt fokussieren. An der Hamburg Media School etwa können sich Teilnehmer auf Media Management spezialisieren, am Bordeaux International Wine Institute auf Wein-Marketing und -Management. Professor Jacob sieht diese Entwicklung kritisch: "Der MBA ist per definition eine generalistische Ausbildung, wenn ein Kurs spezialisiert ist, sollte er auch anders heißen."

Internationale Programme

Da MBA-Programme auf dem Bologna-Prozess fußen und über ECTS-Punkte bewertet werden, werden deutsche Abschlüsse auch im Ausland anerkannt und umgekehrt. Jeder MBA-Interessierte hat also die freie Wahl. Die grundlegende Frage müsse sein, wo einen der MBA hinbringen solle, sagt Hochschulberater Kran: "Für eine internationale Karriere brauche ich einen internationalen Abschluss." Wolle man hingegen nur in einem kleineren Unternehmen eine weitere Stufe erklimmen, reiche ein deutscher MBA völlig aus. Der Vorteil: Den könne man meist neben der normalen Arbeit absolvieren, während Programme im Ausland oft auf Vollzeit angelegt seien (siehe Vollzeit versus Teilzeit).

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