Manager-Typologie Der Schlurfi

So erkennt man ihn

Der Schlurfi ist eher zufällig in seine Position gerutscht und weiß eigentlich nicht so ganz genau, was er dort soll. "Er will vor allem keine Verantwortung übernehmen", sagt der Berliner Coach Jürgen Hesse von Hesse/Schrader. Zudem scheue er Konflikte und klare Ansagen. Dieser Cheftyp zeichne sich dadurch aus, "dass er vom Kern her ein ganz lieber Typ ist, dem man nichts so richtig übel nehmen kann", sagt der Psychologe, Coach und Autor Manuel Tusch aus Köln. Allerdings neige er auch dazu, Fristen zu versäumen, Aufträge unklar zu formulieren, und er sei insgesamt fachlich nicht geeignet für seinen Job.

So geht man mit ihm um

Der Schlurfi ist ein schwieriger Cheftyp, denn er bereitet seinen Mitarbeitern eher auf lange Sicht Probleme. Gefährlich ist er nicht, schon gar nicht böswillig. Schwierigkeiten macht dieser Typ eher durch sein verdecktes Unvermögen. "Meist wird es anstrengend für die Mitarbeiter, denn sie müssen ein Stück weit die Arbeit ihres Vorgesetzten übernehmen", sagt Berater Hesse. Sie sollten über die Projekte Buch führen, welche Arbeit anliegt und was verschlafen wurde. Zudem sollten sie für sich selbst dokumentieren, welche Probleme es mit dem Chef durch den "Laissez-faire"-Stil gibt, sollte es zu Auseinandersetzungen mit den Vorgesetzten des Vorgesetzten kommen. Einen Vorteil allerdings hat der Schlurfi: Er ist in der Regel ein durch und durch guter Mensch. Daher kann ihm ein Mitarbeiter klipp und klar die Meinung sagen, wenn sich die Probleme häufen. "Das nimmt der Schlurfi zwar persönlich und wird traurig sein, aber er schießt nicht zurück", sagt Psychologe Tusch. In vielen Fällen wird er sogar versuchen, die Kritik anzunehmen, "aber ändern wird sich nicht viel, denn er kann ja nicht anders". Schlurfi-Chef und Schlurfi-Mitarbeiter verstehen sich bestens, allerdings ist ihre Arbeit wenig produktiv. Andere Mitarbeiter-Typen jedoch werden große Probleme mit diesem Vorgesetzten haben. Ärger ist programmiert, wenn ein Mitarbeiter kompetenter ist als der Chef. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er überholt den Chef oder er geht.

21. Dezember 2012, 14:03 2012-12-21 14:03:11

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