Der Mangel an Lehrstellen ist Medienberichten zufolge dramatischer als bislang angenommen.

Der Lehrstellenmangel ist nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Stern dramatischer als in den offiziellen Statistiken ausgewiesen. Experten der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit gingen davon aus, dass in diesem Jahr etwa 40 Prozent der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, leer ausgehen würden, berichtet das Hamburger Magazin in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Referatsleiter Volker Rebhan sagte dem Magazin, "Jahr für Jahr" würden immer weniger Jugendliche in einer Ausbildung landen "und immer mehr in Warteschleifen".

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Dem Bericht zufolge hatten es im vergangenen Jahr bundesweit rund 936.000 Jugendliche eine Ausbildung gesucht; dies habe eine Recherche in den Statistiken der Handwerkskammern, der Industrie- und Handelskammern sowie des Arbeitsamtes ergeben. Nur 55 Prozent hätten eine "richtige" Lehrstelle bekommen.

Weitere 60.000 seien in staatlich finanzierten, außerbetrieblichen Lehrstellen in Ausbildungszentren untergekommen. Die restlichen 39 Prozent (364.000 Jugendliche) seien lediglich deshalb aus der Statistik verschwunden, weil sie zum größten Teil "in Warteschleifen geparkt" worden seien. Überwiegend seien sie in berufsvorbereitende Lehrgänge oder "berufsbildende Schulen" gesteckt worden.

In diesem Jahr werde die Bilanz noch schlechter ausfallen, da die Zahl der Lehrstellenbewerber ähnlich groß sei wie im vergangenen Jahr, den Arbeitsämtern bis Ende August aber knapp zehn Prozent weniger Lehrstellen gemeldet wurden. Die Bundesregierung rechnet damit, dass zwischen 20.000 und 50.000 Jugendliche bis Jahresende keinen Ausbildungsplatz bekommen.

(sueddeutsche.de/AFP)

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