Kristina Schröder im Interview "Väter müssen das alte Klischee durchbrechen"

Vatersein ist ein existenzielles Thema geworden, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Im Gespräch verrät sie, warum Männer mehr Angst vor einem Karriereknick haben als Frauen, wie der Spagat zwischen Beruf und Familie funktionieren kann - und was sie für das Elterngeld plant.

Interview: Stefan Braun

SZ: Frau Ministerin, alle Welt spricht über Väter, aber über Ihren Mann spricht kaum jemand. Stört Sie das?

Schröder: Persönlich nicht, aber es zeigt wieder einmal, dass bei der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie die allermeisten immer noch vor allem auf die Mutter schauen.

SZ: Ist doch logisch, die Debatte ist ja über viele Jahre genauso geführt worden.

Schröder: Stimmt leider. Dabei ist es zunehmend ungerecht. Nicht, weil für die Mütter schon alle Probleme gelöst wären. Wohl aber, weil sich auch immer mehr Väter bemühen, diesen Spagat hinzubekommen.

SZ: Stört es das Ehepaar Schröder?

Schröder: Nein, denn anders als in der öffentlichen Wahrnehmung wird auch mein Mann von Freunden und Kollegen viel gefragt, wie es der Kleinen geht und was sie denn gerade macht.

SZ: Wird er auch gefragt, wann er Elternzeit nimmt?

Schröder: Tja, das ist bei uns Abgeordneten leider sehr speziell. Wir können das aus den besonderen Rechten und Pflichten eines Parlamentariers heraus nicht machen. Wir können unsere Aufgaben im Bundestag nicht für einige Monate oder ein Jahr durch jemand anderen machen lassen.

SZ: Wäre das in einem anderen Job anders?

Schröder: Was die Elternzeit angeht, ja. Wir würden dann sicher beide Elternzeit nehmen.

SZ: Sie haben viele Aufgaben, jedenfalls wenn man den Titel Ihres Ministeriums zum Maßstab nimmt. Männer und Väter tauchen da aber nicht auf.

Schröder: Mütter auch nicht.