Krankmeldungen Höchster Krankenstand seit 15 Jahren

Die Deutschen fehlen deutlich häufiger in der Arbeit als in den vergangenen Jahren: Die Zahl der Krankmeldungen hat 2011 den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Sorge bereitet den Experten dabei die Zunahme von psychischen Erkrankungen.

Die Krankmeldungen der Beschäftigten in Deutschland haben einer Studie zufolge 2011 den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Im Schnitt lag der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 3,6 Prozent, das entspricht 13,2 Fehltagen pro Versichertem, wie die Krankenkasse DAK am Dienstag in Berlin unter Berufung auf ihren neuen Gesundheitsreport mitteilte. 2010 lag der Krankenstand demnach noch bei 3,4 Prozent und 12,5 Fehltagen.

Für die Studie wertete die Kasse insgesamt 2,4 Millionen Krankschreibungen aus. Die Zunahme an Krankmeldungen spiegele bereits erste Anzeichen des demografischen Wandels wider, erklärte DAK-Gesundheitsexperte Herbert Rebscher. Die Belegschaften seien schon heute durchschnittlich älter als vor zehn Jahren. "Ältere Menschen sind seltener krank als jüngere, dafür aber deutlich länger", erklärte Rebscher.

Weil die Gesellschaft weiter altere, würden in den kommenden Jahren die Fehlzeiten wegen Krankheit wohl noch weiter steigen. Überdurchschnittlich hoch sei 2011 der Krankenstand unter den Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung (4,2 Prozent), im Gesundheitswesen (4,1 Prozent) und im Bereich Verkehr, Lagerhaltung, Kurierdienst (4,0 Prozent) ausgefallen. Die wenigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten hätten Versicherte aus Bildung, Kultur und Medien gesammelt (2,7 Prozent).

Abseits von krankheitsbedingten Ausfall empfinde knapp jeder zehnte Versicherte, dass er für seine Arbeit zu wenig Anerkennung erfahre. Das wiederum wird der Studie zufolge als Stress empfunden, der schnell zur psychischen Belastung werde und zusätzlich das Herzinfarktrisiko mehr als verdoppele. Weitere Ursachen für diese Unzufriedenheit könnten sowohl Zeitdruck als auch eine zu hohe Arbeitsbelastung sein. Auch eine als zu niedrig empfundene Bezahlung könne Stress und damit Gesundheitsrisiken fördern.

Häufigste Krankheitsursache seien auch 2011 wieder Gebrechen am Muskel-Skelett-System gewesen, auf die 21,3 Prozent aller Krankheitstage entfallen seien. Es folgten demnach Erkrankungen des Atmungssystems (16,1 Prozent) und Verletzungen (13,9 Prozent). Die größte Zunahme im Vergleich zum vorangegangenen Jahr habe es 2011 bei psychischen Erkrankungen gegeben, auf die 13,4 Prozent der Fehltage entfallen seien.