Die Wirtschaftskrise schadet der Gesundheit: Wenn Konzerne um ihre Existenz kämpfen, leiden die Angestellten häufiger an psychischen Krankheiten.
Je stressiger der Berufsalltag ist, desto häufiger leiden die Angestellten an psychischen Krankheiten. Auf diesen Zusammenhang wies der Hamburger Psychiater Hans-Peter Unger in Berlin hin. Akute Krisen in einer Firma lassen die Zahl der psychischen Störungen oft direkt in die Höhe schnellen. Allerdings warnen Experten vor der einfachen Formel "Arbeit macht krank". Die Zusammenhänge seien komplizierter.
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Ist eine Firma in der Krise, leiden die Arbeiter öfter an psychischen Krankheiten. (© Foto: iStock)
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Unger äußerte sich bei einer Veranstaltung der Deutschen Depressionshilfe mit Blick auf den 6. Europäischen Depressionstag am Samstag. Dass ein Zusammenhang zwischen Stress, Druck am Arbeitsplatz und psychischen Störungen bestehen kann, ist für ihn unumstritten. Er nannte ein Beispiel aus seiner Hamburger Praxis: "Wenn in einer Firma Krise ist, melden sich bei uns viel mehr Patienten an", sagte der Experte. Dies gelte bereits, wenn bei einem Autobauer das neue Modell Probleme habe und deshalb der Druck auf die Mitarbeiter wachse.
Allerdings reagieren auf zusätzlichen Stress eben nicht alle Mitarbeiter, sondern vor allem solche, die zudem noch private Krisen erleben. "Es ist nicht monokausal", sagte Unger. Die Ursachen der starken statistischen Zunahme von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz seien komplex und vielfältig.
Krankenkassen hatten in den vergangenen Monaten verstärkt auf die Zunahme von psychischen Krankheiten hingewiesen. Nach einer Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts der AOK haben Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seit 1995 um 80 Prozent zugenommen. Die volkswirtschaftlichen Kosten wegen des Produktionsausfalls wurden für 2007 auf 4,4 Milliarden Euro geschätzt. Nach Einschätzung der WHO ist die Depression dabei, Herz-Kreislauf-Probleme als häufigste Krankheit weltweit abzulösen.
Jeder achte Erwerbstätige ist betroffen
Jeder achte Erwerbstätige sei bei der Arbeit psychischen Belastungen ausgesetzt, die sich negativ auf sein Wohlbefinden auswirkten, sagte der Hildesheimer Experte Detlef Dietrich. Er brachte dies in Zusammenhang mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre: Globalisierung, gegenseitige internationale Abhängigkeiten, wirtschaftliche Krisensituation, Firmenfusionen, Arbeitsverdichtung, Konkurrenzdruck und schlechteres Arbeitsklima.
Noch nicht erwiesen ist aber aus Sicht der Experten, ob Depressionen im engeren Sinne wirklich zunehmen oder nur besser erkannt werden. Es werde nicht immer scharf getrennt zwischen einer Depression und Phänomenen wie "Burn out" oder Erschöpfung, die kein eigenes Krankheitsbild haben.
Späte und schlechte Behandlung
Trotzdem gilt aus Dietrichs Sicht: "Eine zunehmende Belastung am Arbeitsplatz und ein drohender Arbeitsplatzverlust erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine depressive oder andere psychische Störung zu entwickeln."
Arbeitgeber sollten sich nach Rat der Experten auf die Situation einstellen. Während es für Rückenleiden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in vielen Betrieben Präventionsangebote oder Wiedereingliederungshilfen gebe, stehe man psychischen Erkrankungen oft hilflos gegenüber, sagte der Leipziger Psychiater Ulrich Hegerl. Wissensdefizite bei den Betroffenen wie auch bei den Personalverantwortlichen führten dazu, dass Depressionen spät und schlecht behandelt würden.
(sueddeutsche.de/AP/Verena Schmitt-Roschmann/holz)
München ist unlustig, so sagen das Ausländer. Nicht wenige sagen das. Und jedermann kann selbst feststellen, was hier los ist. Die Stadtbevölkerung wirkt streckenweise depressiv. Andere sagen dazu ordinär. Mit die Ursache für die psychischen Veränderungen ist der offensichtlich erkennbare Geldmangel. Der ist auch arbeitsplatzbedingt. Die Kleidung macht nicht alles, sie zeigt jedoch viel, ob Lebensqualität vorherrscht oder ob der Mangel regiert. Ebenso die Verhaltensweisen: die sind vielfach einerseits letharg, andererseits grob, schlicht aggressiv.
Es wurden auch in dieser Stadt Herausforderungen verdrängt, die Zukunft verschludert, ernste Warnungen nicht ernst genommen, unter den Teppich gekehrt. Das tat die Stadtbevölkerung, das tat der Stadtsäckel bzw. Stadtkämmerer. Die Stadt nämlich ist selber pleite. Sie kann eigentlich nicht das Glanzstück Deutschlands sein. Und falls doch: dann liegt Deutschland echt am Boden. Häusleeigentümer, die hoch verschuldet. Man darf sich nicht blenden lassen, Arbeitsplätze, die zu Millionen gefährdet. Angestellte spüren das. den negativen Wind. Das macht nicht hoffnungsfroh, unternehmensfreudig, lebensfreudig.
Man solle den Gefahren ganz klar in die Augen sehen, die sie auch haben: diese Gesellschaft ist eine Verdrängungsgesellschaft. Weil so lange verdrängt wurde, kommt es prügeldick.
Das macht depressiv, lebensmüde. Die Spaßkultur hat plötzlich ein Ende. dann übernehmen absonderliche Kräfte, die in den Startlöchern stecken, den Dirigierstab, was vielen noch weniger gefallen könnte. Und der Hieb auf bestimmte Medien bleibt nicht aus: sie haben kräftig mitgemischt. Renommierte Firmen haben plötzlich Probleme: made in germany stürzt offensichtlich ab. Es wird hier viele von britisch-amerikanischem Kapital diktiert. Viele Bedienstete sprechen streckenweise nur noch englisch. München wird angelsächsisch. Und das macht die Stadt noch unattraktiver.
Viele, die ihre Heimat verloren. Viele, die sich nach den 50er und 60er und 70er Jahren zurücksehnen.
cc.