Durchhalteparolen statt konkreter Zahlen
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Doch Chefs sind häufig mitschuldig, wenn die Gerüchteküche brodelt. Sie leiten Informationen nicht weiter und geben sich zugeknöpft. In einer E-Mail oder gar in der Mitarbeiterzeitschrift beziehen nur die wenigsten Stellung zur aktuellen Lage. Und dass sich ein Geschäftsführer selbst den Fragen der Mitarbeiter stellt und dabei auch tatsächlich Gehaltvolles von sich gibt, ist ebenfalls die Ausnahme. Die Krisenansprachen sind zwar gespickt mit Durchhalteparolen, dafür fehlen konkrete Zahlen, Zeitpläne und Konsequenzen.
Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens IRS zeigt, dass deutsche Angestellte nach eigenen Angaben über noch nicht einmal die Hälfte der wichtigen Ereignisse in ihrer Firma von den Führungskräften unterrichtet werden. Ihre Informationsquelle ist das Hörensagen. Und so machen sie sich eben ihre eigenen Gedanken.
Gelegenheiten zur Beschwerde
Doch wie funktioniert interne Kommunikation, wenn es statt Wachstums- und Umsatzrekorden nur noch Kürzungen und Entlassungen zu verkünden gibt? "Viele Unternehmen begehen den Fehler, ihre Strategie nicht umzustellen", erklärt Arnd Florack, Professor für Strategische Kommunikation an der Friedrichshafener Zeppelin University. "Entweder verbreiten sie weiter Werbebotschaften, die Mitarbeiter ohnehin nicht glauben. Oder sie stellen den Kontakt zu den Mitarbeitern ganz ein."
Die Taktik "dichtmachen, tot stellen, Mund verbieten" könne aber nicht aufgehen. "Vorgesetzte sollten ihre Mitarbeiter frühzeitig informieren und ihnen Möglichkeiten einräumen, sich zu äußern. Die Geschäftsführung muss zuhören." Denn wer sich Luft machen und beschweren könne, dem gehe es schon besser - selbst, wenn es an der Situation nichts ändert.
Zwar haben die Mitarbeiter ein Interesse daran, möglichst früh zu erfahren, was aus ihnen wird. Das liegt jedoch nicht immer im Interesse der Firma. Kommuniziert ein Chef offen, dass das Unternehmen tief in der Krise steckt, schürt er Angst. "Dann laufen die besten Leute davon und suchen sich schnell einen sicheren Job", sagt Florack. Ebenso funktioniere es mit Ausstiegshilfen wie etwa Abfindungen. "Richtig gute Mitarbeiter kassieren und sind weg. Zum Schluss sind nur noch diejenigen übrig, die eine Firma eigentlich nicht brauchen kann."
Transparenz schaffen
Die Kunst besteht also darin, die richtige Balance zwischen Zurückhaltung und Information zu finden. "Das sollte aber nicht dazu führen, Neuigkeiten häppchenweise mitzuteilen", rät Florack. "Das lässt Raum für Spekulationen. Dann lieber ein Paukenschlag."
Und kommt es tatsächlich zu Kündigungen, gehe es für die Betroffenen nicht nur darum, dass sie gehen müssen. "Eine genauso große Rolle spielt das Wie", sagt Florack. "Dem Mitarbeiter müssen die Kriterien klar sein, nach denen gerade er ausgewählt wurde. Ist das transparent, ist die Situation für ihn erklärlich und er kann besser damit umgehen."
So gut, wie das nach einer Entlassung eben möglich ist.
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(sueddeutsche.de/mri)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
Die Kommunikation leidet nicht nur in der Krise! Unternehmenskommunikation ist eines der Hauptprobleme die es in deutschen Unternehmen zu beobachten gibt. Und zumeist ist das übertriebene Hierarchiedenken schuld an der Misere.
Chefs sind viel zu oft zu weit weg von ihren Mitarbeitern. Sie nehmen die Führungsrolle nicht wahr und sind mehr damit beschäftigt die Zahlen schön zu drehen und die angesprochenen Werbebotschaften zu verbreiten, als sich um die Strömungen in ihrem Unternehmen zu kümmern.
Würde sie wieder näher an den Mitarbeitern sein, könnten nicht nur in Krisenzeiten Kräfte besser gebündelt werden, indem sie nicht an Spekulationen vergeudet werden. Auch in guten Zeiten werden Potentiale aber auch Gefahren schneller erkannt.
Auch dies ist eine Folge der Fusionitis. Erstens funktioniert das Zuhören in kleinen Einheiten natürlich viel besser, als in einem Unternehmen mit 5 Hierarchieebenen. Der Mitarbeiter sagt: "Alles läuft schlecht." Der direkte Vorgesetzte bekommt das vielleicht noch mit, will aber gegenüber dem Ranghöheren nicht allzu schlecht dastehen und sagt: "Es läuft nicht alles so optimal." Der nächst höhere kommuniziert weiter: "Es läuft vieles ganz gut." Und oben kommt an: "Alles ist perfekt!"
Dazu kommt, dass bei größeren Einheiten oft auch eine Fusionsgeschichte dahinter liegt und die Fusion nie wirklich vollzogen wurde. Es herrschen oft noch Gräben zwischen denen von der 0815-AG und jenen von der 4711-GmbH. Auch darunter leidet die Kommunikation und auch die Arbeitsabläuft sind durch solche Gräben nicht wirklich optimal. Soweit ich das bisher erlebt habe, gibt es in vielen Unternehmen so viel internes Optimierungspotential, dass man über Fusionen zwecks Synergien gar nicht erst reden müsste. Die meisten Fusionen bringen diese Synergien ohnehin nicht, weil gerade Fusionen von Großunternehmen auf viel zu politischer Ebene stattfinden, es also eher um Postenvergabe geht, als um interne Optimierungen und bessere Kommunikation.
Und ganz klar ist dabei: Dies ist ein Versagen des Managements. Mitarbeiter haben oft sehr gute Ideen und würden diese auch gerne einbringen. Oft reicht als Belohnung sogar Anerkennung aus. Aber es will sie keiner hören. Man könnte ja offenbaren müssen, dass man nicht alles weiss und alles kann. Und das ist ja heute bei unseren vielen Egomanen nicht mehr trendy....
So etwas nennt sich wohl , ohne Vorbehalt, absolute FEIGHEIT.
FEIGHEIT, die Karten auf den Tisch zu legen, mit den Mitarbeitern menschlich, offen und ehrlich zu kommunizieren.
Wo bleiben Werte, Respekt und Anerkennung?
Die verantwortlichen Kompetenzen ziehen es jedoch vor, den Schwanz einzuziehen.
Die Bedeutung von Betriebswirtschaft und Management zeichnet sich nur noch als Abklatsch großer Worte aus........... mit Verantwortungsbewusstsein hat es jedenfalls schon lange nichts mehr zu tun!!!!
Einige Aspekte fehlen jedoch in dem Artikel von J. Bönisch. Führungsstärke besteht vornehmlich auch darin, ständig die Kommunikation zu pflegen. Zusätzlich muss die Loyalität der Mitarbeiter gestärkt werden. Die hat nämlich in den letzten Jahren dramatisch nachgelassen. Hinzu kommt, dass in Krisenzeiten schnell absehbar ist, dass das Jahresziel und damit das Ergebnis nicht erreicht wird. Viele Unternehmen machen dann den Fehler ein nicht mehr erreichbares Ziel durch Entlassungen doch noch zu erzwingen. Die Folge: Misstrauen. Und wer könnte es denn den Mitarbeitern verdenken, wenn sie sich vorzeitig um einen neuen, vielleicht sogar besseren Job kümmern? Manche müssen sich ohnehin fragen lassen, ob betriebswirtschaftlich richtiges Verhalten auch richtig für das Unternehmen ist, es sei denn, man will ohnehin den Laden so oder so zu machen! Das alles hat auch etwas mit Ehrlichkeit und Verantwortungsbewußtsein zu tun. Das sind Dinge, die bei vielen neu gelernt werden müssen!
Übrigens: Bundestrainer Löw demonstriert gerade, wie es nicht gehen darf.
http://valleywag.com/5071621/tesla-motors-has-9-million-in-the-bank-may-not-deliver-cars
z.B.
"Noch unerfreulicher ist allerdings das, was den gut 70 Mitarbeitern des Elektroauto-Herstellers Tesla Motors passierte. Sie erfuhren aus einem Klatsch-Blog aus dem Silicon Valley von ihrer geplanten Entlassung."
Hat da mal jemand eine Quelle, konnte gerade auf die Schnelle nichts zum Thema finden.