Interview: Petra Meyer

Vorgesetzte müssen nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch gut kommunizieren. Doch daran hapert es oft. Kommunikationstrainer Johannes Ruppel über unterschwellige Kritik und faires Lob.

Vorgesetzte müssen nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch gut kommunizieren können. Doch genau daran hapert es oft. Denn viele Chefs schielen in erster Linie auf die Ergebnisse und unterschätzen dabei, wie wichtig der menschliche Faktor für den Erfolg der Arbeit ist. Der Hamburger Kommunikationstrainer Johannes Ruppel bringt Führungskräften bei, worauf sie achten müssen, wenn ein Mitarbeitergespräch gelingen soll.

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Lob vom Chef: Anerkennung ist wichtig für die Motivation der Mitarbeiter. (© Foto: iStock)

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SZ: Was überrascht die Teilnehmer in Ihren Kursen am meisten?

Johannes Ruppel: Zweierlei: Dass sie gar nicht so viel reden müssen, um gut zu kommunizieren. Oft ist aufmerksames Zuhören sogar wichtiger. Und dass sie sich über ihre eigene Haltung im Klaren sein müssen, bevor sie sich mit einem Mitarbeiter auseinandersetzen. Wer seine innere Linie kennt, kann auch im Gespräch klar sein. Geschieht das nicht, eiert man herum.

SZ: Leicht gesagt. Aber wie kommt man zu dieser Klarheit?

Ruppel: Es ist wichtig, im Vorfeld eines Gesprächs die eigenen inneren Stimmen zu befragen. Denn nicht selten widersprechen sie sich. Man versteht vielleicht einerseits das Verhalten eines Mitarbeiters, ärgert sich aber dennoch darüber. Diese verschiedenen inneren Stimmen wahrzunehmen und sie angemessen im Gespräch zu äußern, klärt bereits vieles. Wer dann im Gespräch spürt, dass er eine wichtige Stimme übersehen hat, kann ihr immer noch spontan Ausdruck verleihen. Oder das Gespräch vertagen und mit sich selbst erneut zu Rate gehen. Letzteres empfehle ich insbesondere denen, die leicht aus der Haut fahren.

SZ: Was muss ein Chef sonst noch können?

Ruppel: Gut zuhören, sich auf die Argumente des anderen einlassen und hinhören, was im Gegenüber vorgeht. Aber eine Führungskraft sollte auch Stellung beziehen und unangenehme Rückmeldungen angemessen geben können. Doch gerade wenn es um negative Konsequenzen geht, scheuen viele davor zurück. Schließlich macht man sich damit nicht nur beliebt. Andererseits fällt Führungskräften manchmal auch Lob und Wertschätzung schwer. Damit meine ich nicht nur das ausgesprochene Lob, sondern auch die Wertschätzung im Umgang. Als Führungskraft kann ich mich sehr wohl gegen die Meinung eines Mitarbeiters entscheiden und ihm trotzdem zeigen, dass ich seine Bedenken ernstnehme.

SZ: Warum kommt es zu so vielen Spannungen am Arbeitsplatz?

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