Wer passt am Freitag auf den Nachwuchs auf? Vor dieser Frage stehen zahlreiche Eltern, die von dem bundesweiten Kita-Streik betroffen sind. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Finden sie keinen Notdienst, müssen auf die Schnelle alternative Betreuungsangeboten her.
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Kita: Wer sein Kind wegen des Streiks selbst betreuen muss, sollte kurzfristig einen Tag Urlaub beantragen. (© Foto: ap)
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Doch was, wenn es keine gibt? Die Rechte und Pflichten Berufstätiger beschreibt der Heidelberger Fachanwalt für Arbeitsrecht, Michael Eckert, Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins (DAV):
Darf ich mein Kind einfach mit zur Arbeit nehmen?
Nein. Der Arbeitsplatz ist in der Regel weder geeignet für die Kinder, noch muss der Chef dies dulden. Abgesehen davon wäre eine konzentrierte Arbeit in der Regel auch kaum möglich, wenn neben dem Arbeitsplatz die Kinder spielen, quengeln oder ähnliches. Sinnvoll ist es allerdings immer, mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Vielleicht sind ja auch andere Eltern von dem Streik betroffen, und es lässt sich eine gemeinsame Lösung finden.
Wenn ich kurzfristig keine Ersatzbetreuung für mein Kind finde, kann ich dann zu Hause bleiben? Wird mir dieser nicht geleistete Arbeitstag auf den Urlaub angerechnet?
Auch hier gilt: Statt Fakten und damit Probleme zu schaffen, sollten Gespräche mit dem Arbeitgeber geführt werden. Vielleicht ist es möglich, kurzfristig einen Tag Urlaub zu erhalten. Dies geht allerdings nicht einseitig, der Urlaub muss vom Arbeitgeber genehmigt werden. Denkbar ist es daneben auch, in Absprache mit dem Arbeitgeber Überstunden abzufeiern oder - bei flexibler Arbeitszeit - ein positives Arbeitszeitkonto zu reduzieren beziehungsweise Minusstunden aufzubauen. In erster Linie sollte aber versucht werden, eine Lösung außerhalb des Arbeitsverhältnisses zu finden, etwa eine Betreuung durch Nachbarn. Wenn sich gar keine Lösung finden lässt, muss der Chef auf jeden Fall rechtzeitig, das heißt sofort informiert werden. Er muss disponieren können. Ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz führt in der Regel zu einer Abmahnung, wenn der Arbeitnehmer schuldhaft gegen vertragliche Pflichten verstoßen hat. Eine Abmahnung oder gar Kündigung wäre möglicherweise nicht angemessen, wenn alle Anstrengungen fehlgeschlagen sind.
Kann ich kurzfristig Urlaub nehmen, wenn die Erzieherinnen in der Tagesstätte meines Kindes streiken?
Jeder Urlaub muss genehmigt werden. Niemand darf eigenmächtig Urlaub nehmen, der vom Arbeitgeber nicht gewährt worden ist. Dies würde zu einer Abmahnung und im Wiederholungsfall zu einer Kündigung führen. Allerdings ist ein Streik der Erzieherinnen ein recht guter Grund, um Urlaub zu beantragen. Der Arbeitgeber könnte diesen nur dann verweigern, wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen, das heißt, wichtige Arbeiten anstehen und so kurzfristig keine qualifizierte Vertretung organisiert werden kann.
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Christopher Lee zum 90.
Eltern dürfen notfalls an ihrem Arbeitsplatz fehlen, wenn sie von einem
Streik in der Kindertagesstätte betroffen sind. Wenn Eltern nichts anderes
übrig bleibt, als ihr Kind selber zu Hause zu betreuen, gilt das als
Verhinderung ohne eigenes Verschulden - denn für einen Streik können sie ja nichts. In solchen Fällen müssten Eltern auch keine Gehaltsabzüge fürchten.
Nach dem Paragrafen 616 im Bürgerlichen Gesetzbuch haben Betroffene Anspruch auf eine Lohnfortzahlung über zwei bis drei Tage.
Allerdings müssen berufstätige Eltern glaubhaft darlegen können, dass sie
keine andere Wahl hatten, als sich selbst um ihre Kinder daheim zu kümmern.
So müssen sie sich zunächst um eine alternative Unterbringung für die
Kinder bemühen. Auch ist es sinnvoll, sich als Nachweis den Streik von der
Tagesstätte schriftlich bestätigen zu lassen. Ferner können bei einem Streik
@grosseteste
Guter Vorschlag.
Die Frage ist nur, ob unsre Supermutti vom Dienst, ihres Zeichens Bundesfamilienministerin, der ja alles ganz leicht von der Hand geht , die ohne Probleme eine große Kinderschar, Politik und nun auch noch den demenzkranken Vater händelt und dabei auch noch ständig freundlich lächelnd in diversen Talkshows auftritt und hier den bundesweiten Rekord hält, so etwas durchgehen lassen kann.
So praktisch pragmatisch der Artikel daherkommt, illustriert er erschreckend gut die verschrobene Kinderverwaltungs-Auffassung dieser Gesellschaft.
"Und macht man, wenn der Arbeitgeber den Urlaub nicht genehmigt und auch nicht erlaubt, das Kind zur Arbeit mitzubringen und wenn es auch sonst keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt?"
Einen Nervenzusammenbruch bekommen. Dann kann man sich ganz legal ein paar Tage krankschreiben lassen.
@steuerzahlerinxy:
Aber sonst geht es Ihnen noch gut, ja?
Wie kann man nur derartig uninformiert und gleichzeitig auch noch so dreist sein.
Zu Ihrer Aufklärung: Der Staat bezahlt den Löwenanteil der Betreuungskosten, Ihrer Kinder , d.h. 60%, und nicht Sie.
Vorschlag: Erst mal kundig machen und dann schreiben!
Paging