Die Tarifverhandlungen für die 220.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sind "ergebnislos abgebrochen worden" - und die Gewerkschaften sind empört.
Die Tarifverhandlungen für die 220.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sind gescheitert. Sie seien "ergebnislos abgebrochen worden", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Freitag in Berlin. Er kündigte weitere Streiks an, und zwar für Montag in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.
Die Streiks in den Kitas werden wohl noch eine Zeit andauern. (© Foto: dpa)
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Gewerkschaften und Arbeitgeber, in dem Fall die Kommunen, hatten seit Montagabend praktisch ohne Unterbrechung über neue Tarifverträge verhandelt, zunächst in Fulda, seit Mittwochabend in Berlin.
Die Gewerkschaften fordern einen Tarifvertrag, der den Gesundheitsschutz der Beschäftigten regeln soll, sowie mehr Geld, und zwar, indem sie in höhere Entgeltgruppen vorrücken. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst teilt sämtliche Beschäftigten der Kommunen in 15 Entgeltgruppen ein, je nach ihrem Beruf.
Die Gewerkschaften fordern nun unter anderem, dass Erzieherinnen von Entgeltgruppe 6 in Entgeltgruppe 9 kommen - was je nach Dienstalter ein Monatseinkommen zwischen 2000 und knapp 3200 Euro bedeuten würde. Bisher betragen sie zwischen gut 1700 und knapp 2300 Euro. Solche Steigerungen um bis zu 900 Euro, rund 39 Prozent, lehnen die Kommunen ab.
Sie boten nun an, für die Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialdienst eine eigene Entgelttabelle mit Entgeltgruppen nur für diese Branche einzuführen. Nach ihren Angaben hätte dies bedeutet, dass die Beschäftigten zwischen fünf und knapp 14 Prozent mehr Geld bekommen, im Schnitt 11,62 Prozent. "Und dies mitten in einer Finanzkrise, in einer Zeit, in der viele andere Beschäftigte Arbeitsplatzunsicherheit haben", wie der Präsident der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, sagte.
Die Gewerkschaften rechneten anders. Nach Darstellung von Verdi-Chef Bsirske galt das Angebot der Kommunen nur für 20 Prozent der Erzieherinnen. Diese wären, sofern sie ledig seien, auf 0,3 Prozent mehr Geld gekommen. Sofern sie verheiratet sind, hätten sie sogar 3,6 Prozent verloren - "gegenüber dem Stand von 1990", wie Bsirske sagte.
Der Tarifvertrag über den Gesundheitsschutz spielte in den Verhandlungen offenbar eine geringere Rolle als nach den ersten Demonstrationen gedacht. Man hatte sich darauf verständigt, zunächst die Einkommensfragen zu lösen und daher die Gespräche über den Gesundheitsschutz, zurückgestellt. Sie hatten sich als eher unproblematisch erwiesen. Dennoch legten die Arbeitgeber zu diesem Themenkomplex am Freitag noch einmal ein neues Angebot vor.
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Da wird eben mal schnell ein Kaninchen aus dem Hut gezogen in Form einer eigenen Ent-
gelttabelle für die Beschäftigten im Erziehungs-und Sozialdienst und lobt sich schnell mal
selbst, bevor jemand das etwas intensiver hinterfragt.
Schon die Tatsache, dass es für die Beschäftigten schon ein entsprechendes Entgeltsystem gibt, spricht doch dafür, dass das ganze nur ein Winkelzug der Arbeitgeber
ist, um sich vor einer Anhebung der Gehälter zu drücken.
Noch solidarisieren sich die betroffenenen Eltern mit den Streikenden, aber die Solidarität
bröckelt hier und da schon ein wenig.
Vielleicht setzt man seitens der Arbeitgeber auch darauf.