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Karriere-Mythen

5. Ein Auslandsaufenthalt fördert die Karriere

Der Weg in die Chefetage führt nur über das Ausland. Richtig oder falsch? Zur Erweiterung des eigenen Horizonts ist ein längerer Aufenthalt in einem anderem Land sicherlich jedem zu empfehen. Für die Karriere ist er allerdings nicht unverzichtbar. Blickt man in die Vorstände der deutschen Dax-Unternehmen, so haben die meisten Konzernchefs ihre Karriere an deutschen Schreibtischen erarbeitet - abgesehen von einigen kurzen Studienaufenthalten im Ausland. Einer der wenigen Auslandskarrieristen ist Siemens-Chef Peter Löscher, der als President Global Human Health für Merck&Co in den USA war, bevor er nach Deutschland gerufen wurde. Diesem Modell zu folgen, ist nicht immer sinnvoll. Manchmal kann ein Auslandsaufenthalt sogar schaden, wie Headhunter Marcus Schmidt betont. Während ein Mitarbeiter sich in der Fremde abmüht, werden die wirklich wichtigen Posten in der Heimat vergeben. "Deshalb sollte jeder, dem eine Auslandsrolle angeboten wird, sehr genau prüfen, was die internen Alternativen wären und wie sie sich über einen Auslandsaufenthalt konkret verbessern sollen. Und sich diese interne Perspektive am besten noch schriftlich geben lassen", sagt Schmidt. Keiner will schließlich am Ende in einem sogenannten Sterbezimmer zurück in der Heimat seine restlichen Berufstage fristen.

Foto: AP

5. März 2010, 13:02 2010-03-05 13:02:00