Absolventen lernen Top-Arbeitgeber auf Karrieremessen kennen. Schwer bepackt mit einem Stapel Bewerbungsmappen sollte jedoch niemand losziehen.

Wegen der guten Konjunktur suchen viele Unternehmen Personal - auch auf Karrieremessen. Die Stände bei "Career Days", Jobmessen und Absolventenkongressen sind für diesen Zweck ein beliebtes Mittel. "Hier kommen die Firmenvertreter mit interessanten Kandidaten in Kontakt", sagt Doris Brenner, Personalberaterin aus Rödermark (Hessen). Eine sehr gute Einrichtung sei das, "weg vom steinzeitlichen Instrument der Bewerbungsunterlagen als Erstkontakt".

Jobmesse, dpa

Jobmesse: Die Messestände vermitteln ein Stückchen Unternehmenskultur. (© Foto: dpa)

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Bewerber und Firmenvertreter könnten im Gespräch sehen, ob es Anknüpfungspunkte gibt. So ergeben sich auf beiden Seiten oft interessante Perspektiven, die über die Papiervorauswahl nicht möglich gewesen wären. "Auf den Messen können sich beide Seiten ein Bild vom anderen machen, unkompliziert und direkt." Ein Stückchen Unternehmenskultur werde durch die Messeteilnehmer und die Stände vermittelt, sagt Judith Oppitz, Geschäftsführerin der Hobsons GmbH in Frankfurt/Main, die den Absolventenkongress in Köln veranstaltet.

Fachkollegen als Ansprechpartner

Diese Messe, jährlich Ende November, gilt als die größte ihrer Art in Deutschland. Sie spricht Absolventen aller Fachrichtungen an. "Die Unternehmen kommen ebenfalls aus ganz Deutschland und rekrutieren für alle Standorte." Im vergangenen Jahr zählte der Absolventenkongress mehr als 300 Firmen - an den zwei Veranstaltungstagen tummelten sich in den Messehallen 12.000 Studierende und Absolventen.

Weitere große Veranstaltungen sind etwa die konactiva in Darmstadt und Dortmund, die jobcon oder die bonding-Firmenkontaktmessen. Auch die Bayer AG in Leverkusen ist national und international auf Karrieremessen oder "Career Days" vertreten. "Bewerber treffen dort Ansprechpartner aus den Fachbereichen für Jobs bei Bayer, und das Unternehmen findet dort die richtigen Kandidaten für einen Jobeinstieg", sagt Dirk-Michael Pfenning, bei dem Unternehmen für das Rekruiting zuständig. "Neben allgemeinen Informationen bieten wir häufig junge Fachkollegen als Ansprechpartner an." Dies gebe Bewerbern die Möglichkeit, über die konkrete Einstiegssituation und das Arbeitsumfeld Eindrücke zu gewinnen.

Zum richtigen Zeitpunkt für den Besuch einer solchen Messe gibt es verschiedene Ansichten. "Ein, zwei Jahre vor Abschluss des Studiums kann man schon mal hingehen und erste Kontakte knüpfen - wenn nicht gleich für einen Job, dann für ein Praktikum", sagt Doris Brenner.

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