Wer Karriere an der Uni machen will, muss das Risiko lieben. Denn nach Promotion und Habilitation bekommt nur ein Bruchteil der Forscher einen Lehrstuhl. Ohne Plan B droht die Arbeitslosigkeit.
Wer Professor werden will, muss das Risiko lieben. Denn nach abgeschlossenem Studium, Promotion und Habilitation heißt es für viele alles oder nichts - Lehrstuhl oder Arbeitsamt. Jedenfalls gilt das für Nachwuchsforscher, deren einziger Lebenstraum die Professur ist. Karriere in der Wissenschaft kann heutzutage nur machen, wer realistisch bleibt. Und einen "Plan B" in der Hinterhand hat.
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Junger Professor: Im Durchschnitt erhalten Wissenschaftler erst mit 41 Jahren ihren ersten Lehrstuhl. (© Foto: ap)
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"Eine Karriere in der Wissenschaft ist unsicher und lässt sich nur schwer planen", sagt Matthias Jaroch, Sprecher des Deutschen Hochschulverbands (DHV) in Bonn. Die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl ist die klassische Variante, um eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Positiv sei die Nähe zum Lehrstuhl und der Hochschule. Die Kehrseite: Viel Stress und nur wenig Zeit zum selbstständigen Forschen.
Auslandserfahrung erwünscht
Der Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist aber nicht die einzige Möglichkeit, um in die Forschung einzusteigen. "Auch außerhalb der Universität gibt es Qualifikationsmöglichkeiten - zum Beispiel Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Institute", erklärt Jaroch. In vielen Fachbereichen sei zudem Auslandserfahrung erwünscht.
Das Problem sei nur, dass viele junge Wissenschaftler nach einer Auslandsstation gleich dort bleiben. "Gegen die angelsächsischen Länder ist die deutsche Besoldung nicht konkurrenzfähig", so Jaroch.
Um die Abwanderung ins Ausland zu verhindern, gibt es Förderungen, die den Nachwuchswissenschaftlern die Promotion unter besonders guten Bedingungen ermöglichen sollen. Hierzulande fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn circa 250 Graduiertenkollegs.
Strenge Auswahlkriterien
"In diesen Programmen forschen je etwa 15 bis 20 Forschungsstudenten bestens betreut unter dem Dach eines Themas", erklärt DFG-Referentin Anjana Buckow. Neben speziellen Vorlesungen, Workshops und Praktika erhalten die angehenden Akademiker auch ein Übungsprogramm zu Soft Skills.
Immer mehr Doktoranden kommen in solchen Programmen unter, inzwischen immerhin zehn bis 20 Prozent. Die Auswahlkriterien sind streng, einen Versuch ist es laut Anjana Buckow aber immer wert. "Man erwirbt wichtige Fähigkeiten über die eigentliche wissenschaftliche Arbeit hinaus, die auch bei Karriereplänen außerhalb der Uni sehr hilfreich sind", erläutert sie.
Daneben könnten sich die Nachwuchsforscher soziale Netzwerke aufbauen. "Die Zeiten, in denen Wissenschaftler allein arbeiten, sind vorbei", sagt Karriereberaterin Franziska Jantzen in Hannover. "Beziehungen sind ungeheuer wichtig."
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Christopher Lee zum 90.
Wie sieht denn eine "sehr gut dotierte Doktorandenstelle" aus? TVöD E13 50% in einem Sonderforschungsbereich? Oder vielleicht sogar eine der im Text genannten Stellen in einem unserer "exzellenten" Graduiertenkollegs, die nicht mal die Kosten für Kranken-/Sozialversicherung übernehmen?
Aber viel wichtiger ist doch: was kommt danach? Schnell nen Antrag bei der DFG einreichen und für 3 Jahre ein Projekt bearbeiten, dass dann evtl um 3 Jahre verlängert wird, bevor man von A (Uni bzw. Prof in Metropolen wie Marburg, Göttingen etc) nach B (Uni/Prof in Tübingen, Würzburg?) wechseln darf um dort nach 12 Jahren seine Uni-Karriere beenden zu dürfen? ... traurige Realität!
"Wer Professor werden will, muss das Risiko lieben"
Nix ist eben mehr sicher. Das Gute hier ist allerdings dass man das Risiko nur lieben muss wenn man Professor WERDEN will, wenn man es IST, ist das Leben voelling risikolos und rundum-abgesichert bis zur Emeritierung.
"Gegen die angelsächsischen Länder ist die deutsche Besoldung nicht konkurrenzfähig", so Jaroch."
Das mag vllt fuer einen professor auf einer tenure track position zutreffen, der bereits die Phase des associate professor durchlaufen hat, oder halt ein paar Star-Professoren in Business, Wirtschaft, Medizin etc. Ansosnten bewegen sich Gehaelter fuer assistant professors in dem meisten Bereichen so um die $40,000 bis $50,000 p.a., und es dauert in der Regel bis zu 5 Jahre bis man diese Phase durchlaufen hat und zum associate professor mit tenure ernannt wird. Es liegt nicht am Gehalt, sondern an der oft viel besseren Ausstattung, der groesseren Freiheit und dem weniger vorhandenen Nepotismus dass deutsche Forscher oft im Ausland bleiben, vor allem in den angelsaechsichen Laendern.
Ich selbst habe in Deutschland eine sehr gut dotierte Doktorandenstelle in meinem Auslandsjahr habe ich in etwa das dopplete erhalten. Und genau aus den von ihnen geschilderten Gründen werde ich nicht in der Wissenschaft bleiben. Die Aussicht auf eine Post-Doc-Stelle ist sicherlich gut, jedoch ist die auf eine Permanente Stelle eher wage. Gerade wegen des fehlendem Mittelbaus.
Für meine Behauptung im Ausland würden Wissenschaftler bis zum Dreifachen der Vergütung in Deutschland erhalten hier der Nachweis:
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a18/anhoerungen/nachwuchs/stellungnahmen.pdf
Seite 48, Antwort der Humboldt-Stiftung auf Frage 18.
Dieser Text ist von März 2009 also noch sehr aktuell und stammt vom Bildungsausschuss des Bundestages. Er beinhaltet Stellungnahmen einiger renommierter Institutionen wie z.B.
DFG, Humboldt-Stiftung, Max-Planck-Gesellschaft. Außerdem noch Stellungnahmen von Politikern die hier qualitativ ein wenig herausfallen und reichlich deplatziert wirken.
Für meine Behauptung im Ausland würden Wissenschaftler bis zum Dreifachen der Vergütung in Deutschland erhalten hier der Nachweis:
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a18/anhoerungen/nachwuchs/stellungnahmen.pdf
Seite 48, Antwort der Humboldt-Stiftung auf Frage 18.
Dieser Text ist von März 2009 also noch sehr aktuell und stammt vom Bildungsausschuss des Bundestages. Er beinhaltet Stellungnahmen einiger renommierter Institutionen wie z.B.
DFG, Humboldt-Stiftung, Max-Planck-Gesellschaft. Außerdem noch Stellungnahmen von Politikern die hier qualitativ ein wenig herausfallen und reichlich deplatziert wirken.
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