Viele Unternehmen vergeben freie Stellen nur noch unter der Hand. Der Karriere-Coach Hans Rainer Vogel erklärt, wie Bewerber diese Jobs bekommen - und was die Suche nach ihnen kostet.
sueddeutsche.de: Personalverantwortliche sprechen immer häufiger vom "verdeckten Stellenmarkt". Was ist das?
Karriere-Coach und Ratgeber-Autor Hans Rainer Vogel: "Viele Bewerber stöhnen schon auf, wenn sie 30 Mappen rausgeschickt haben." (© Foto: oH)
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Hans Rainer Vogel: Unter den Begriff fallen alle offenen Stellen, die nicht über eine Anzeige vergeben werden, sondern unter der Hand. Dahinter steht also ein Sammelsurium von Alternativen, einen Job zu bekommen: über Networking, Mund-Propaganda, Empfehlung von Kollegen oder durch Headhunter und Personalvermittler.
sueddeutsche.de: Wie viele Stellen werden mittlerweile so vergeben?
Vogel: Alle - zumindest auf der Ebene der Top-Führungskräfte. Oder haben Sie in der Zeitung schon einmal eine Anzeige für einen Dax-Vorstand gesehen? Im mittleren Management sind es immerhin 70 Prozent, und auf der Ebene der Sachbearbeiter oder ähnlichen Jobs sind es noch gut die Hälfte aller Stellen.
sueddeutsche.de: Ist es nicht unfair, wenn Unternehmen ihre Jobs nicht mehr ausschreiben? So wird schließlich ein großer Teil der möglichen Bewerber ausgeschlossen, weil er erst gar nicht von der freien Stelle erfährt.
Vogel: Unfair? Nein. Bei einer normalen Anzeige in einer Zeitung oder einem Online-Jobportal entstehen schließlich enorm hohe Kosten. Die Anzeige kostet Geld und zieht eine Fülle von Arbeit nach: Mitarbeiter müssen sämtliche Bewerbungen bearbeiten und beantworten. Da kommt schnell eine fünfstellige Summe zusammen - und 95 Prozent dieser Ausgaben entstehen durch Kandidaten, die für das Unternehmen uninteressant sind. Denen wird also nur eine Absage erspart. Neben dem finanziellen Gesichtspunkt gibt es aber noch andere Gründe, warum Unternehmen lieber mit dem verdeckten Stellenmarkt arbeiten.
sueddeutsche.de: Welche sind das?
Vogel: Angenommen, ein Unternehmen will sich von einer Führungskraft trennen, doch der betreffende Manager weiß noch gar nichts davon. Dann wäre es sehr ungeschickt, die Stelle offiziell auszuschreiben. Oder ein Mitarbeiter scheidet ganz plötzlich aus der Firma aus, das Budget gibt aber gerade keine Mittel für eine aufwändige Personalsuche her, weil sie nicht eingeplant war. Dann ist es doch clever, zum Beispiel die eigenen Mitarbeiter anzuzapfen, ob sie vielleicht einen geeigneten Kandidaten kennen. Solche Empfehlungen haben außerdem den Vorteil, dass sich so von vorneherein nur Bewerber vorstellen, die von ihren Freunden bereits sehr genau wissen, was sie erwartet.
sueddeutsche.de: Wie erfahren Bewerber von Jobs auf dem verdeckten Stellenmarkt?
Vogel: In der Regel gar nicht. Da sollte sich niemand Illusionen machen. Wer einen Job sucht, kann natürlich trotzdem auf Unternehmen zugehen - ohne vorher schon zu wissen, dass dort tatsächlich eine Stelle frei ist.
sueddeutsche.de: Also mit einer klassischen Blind- oder Initiativbewerbung?
Vogel: Nein. Bei solchen Bewerbungen schicken Jobsuchende mehr oder weniger wahllos ihre Unterlagen weg und erzählen darin den Unternehmen: 'Hier, das kann ich. Kannst du was mit mir anfangen?' Das ist aber ein völlig falsches Vorgehen. Bewerber müssen sich erst einmal darüber klar werden, was sie selbst überhaupt wollen, nicht was sie können. Ein Beispiel: Wenn jemand unbedingt Arzt werden möchte, sollte er sich auf fragen, warum. Geht es ihm wirklich um die Aufgaben eines Arztes? Dann ist er in einer Klinik oder Praxis richtig aufgehoben. Oder geht es ihm um das mit dem Beruf verbundene Sozialprestige? Dann könnte er auch in die Pharmaindustrie. Doch die meisten Bewerber überfordert schon dieser erste Schritt, viele haben sich noch nie damit beschäftigt, was sie eigentlich möchten.
sueddeutsche.de: Und wenn ein Bewerber herausgefunden hat, was er will - wie sollte er weiter vorgehen?
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Wie meine Vorredner bereits treffend bemerkt haben, sind einige Inhalte des Interviews höchst fragwürdig, teilweise unglaubhaft.
Zustimmen muss ich Herrn Vogel, dass man um eine große Anzahl von Bewerbungen nicht herumkommt. Aber dazu muss man keine Tausende von Euros für Papierbewerbungen ausgeben - tut mir leid, aber hier hat sich jemand im Jahrzehnt geirrt.
Über ein schönes "PDF-Paket" mit sprechenden Dateinamen und kleinen Dateigrößen hat sich noch keine Personalabteilung beschwert. Da man am Telefon am besten sowieso vorab den richtigen Ansprechpartner erfragt, ist es kein Aufwand, auch die E-Mail-Adresse zu erfahren.
Die Aussage "Aber E-Mails werden viel zu schnell gelöscht oder gar nicht erst angesehen" zeugt von Unkenntnis, da sich viele Unternehmen nicht leisten können, "elektronische" Bewerber zu ignorieren, wenn sie ernsthaft eine Stelle besetzen möchten.
Mir scheint, dass die meiste Kritik an den Ratschlägen von Herrn Vogel daher kommt, dass die meisten Leser dieses Artikels von ihrer eigenen Bewerbungssituation ausgehen und eben nicht die Situation von Top-Führungskräften im Blick haben. Wer sich die Mühe macht und im Internet Nachforschungen anstellt, findet recht schnell, was Hans Rainer Vogel für welche Zielgruppe anbietet. Nämlich "Jobsearch für Top-Führungskräfte". Und er wird schnell feststellen, dass sich Jobs mit Jahresgehältern von 35.000 - 80.000 Euro p.a. nicht mit Jobs vergleichen lassen, die mit 150.000 EUR und mehr dotiert sind. Ich habe den Eindruck, dass Herr Vogel auch nur diese (kleine) Zielgruppe im Blick hat, wenn er von seinen eigenen Erfahrungen berichtet.
Vogel ist Experte für das Top-Management in Deutschland; warum in diesem Artikel dieser Zusammenhang nicht hergestellt wird und stattdessen der Eindruck erweckt wird, seine Tipps und Erfahrungen seien für "Otto Normalo", wird das Geheimnis der Autorin dieses Artikels bleiben. Nur nebenbei sei angemerkt, dass weniger als 1% aller Deutschen mehr als 140.000 EUR im Jahr verdienen. Dass hier also fast alle mit den Tipps von Herrn Vogel wenig anfangen können bzw. seine Äußerungen für falsch halten, ist nicht verwunderlich.
immerhin wissen wir nun warum die Industrie angesichts vonn 8 Millionen Arbeitslosen (faktischen, nicht statistischen), darunter an 50'000 Ingenieure und EDV-Fachkräfte, händeringend nach Mitarbeitern sucht und keine findet: weil die Stellen unter der Hand vergeben werden. Weil die Stellen nur gegen Schmiergeld vergeben werden.
So formuliert hätte Hr. Vogel massenhaft Zustimmung geerntet. Aber seine Darstellung schiebt das Versagen noch auf die Wehrlosen und spricht die Übeltäter frei. Die Armen sind schuld, denn sie geizen mit ihren Millionen? Die Reichen sind nur Opfer und müssen notgedrungen mit ihrer Hartzversorgung haushalten?
Menschen wie Hr. Vogel werden das Problem der Vermittlungshemmnis nicht beseitigen. Denn Menschen wie Hr. Vogel sind die Vermittlungshemmnis in persona.
Es wird zu gerne übersehen, dass ein Unternehmen auch eine Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber hat, die es bereits beschäftigt. Unternehmen, die sich immer im Wandel befinden mit ihren Produkten oder Dienstleistungen würden ihren langjährigen Mitarbeitern nicht gerecht werden, wenn sie diese entlassen, nur weil ein Teilbereich geschlossen wird, dafür aber ein anderer Bereich eröffnet. Gerade bei Neubesetzungen in einem solchen Unternehmen sind verdiente Mitarbeiter nach meiner Meinung zu bevorzugen. Interne Regenerationsplanung ist ein Instrument das einem Unternehmen eine solide Basis gibt.
in der Wirtschaft auf Positionen auftauchen für diese nicht die nötige Qualifikation sondern nur das Geld mitbringen.
Nachdem Vitamin-B schon eine unglaubliche Masse an komplett Unqualifizierten und Totalversagern in die Wirtschaft geschleust hat, soll es das Geld noch Beschleunigen.
Armes Deutschland.
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