Verhaltene Reaktionen
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Immerhin versprechen nun alle Beteiligten, dass die Verzögerung nicht zulasten der Studenten gehen soll. Die ZVS hat ein modifiziertes Modell vorgelegt. Sie plant eine Zusammenarbeit mit studienwahl.de, damit die Abiturienten künftig nicht mehr nur Bewerbungskriterien zentral abfragen können, sondern auch Informationen über alle Studienmöglichkeiten erhalten. "Das neue Beratungs- und Bewerbungsportal ist offen für alle Studienangebote", betonte der Sprecher der ZVS, Bernhard Scheer.
Die Reaktion der Hochschulrektorenkonferenz auf das Portal fiel dennoch verhalten aus. Sie empfiehlt den Hochschulen lediglich, "zu prüfen", ob sie das ",leicht modifizierte Verfahren nutzen können". Außerdem sollten die Hochschulen früher mit dem Nachrückverfahren und mit der Vermittlung der frei gebliebenen Studienplätze beginnen.
Viele Studienplätze bleiben unbesetzt
Die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, Ulla Burchardt (SPD), fordert stattdessen bundesweit einheitliche Zulassungsstandards. Dafür sprachen sich auch Grüne und Linke aus. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass Jahr für Jahr Zehntausende Studienplätze in Mangelfächern unbesetzt blieben, weil sich die 16 Länder und die Rektoren nicht über ein "für alle Hochschulen verbindliches Nachrückverfahren verständigen können"', sagte die SPD-Politikerin. Sie verwies darauf, dass der Bund auch nach der Föderalismusreform von 2006 weiter für die Hochschulzulassung und für die Abschlüsse verantwortlich sei: "Von dieser Regelungskompetenz muss der Bund jetzt Gebrauch machen."
Die Hochschulen seien mit dem dezentralen Auswahlverfahren "offensichtlich überfordert", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne. Es dürfe nicht jeder einzelnen Hochschule selbst überlassen bleiben, ob sie sich am zentralen Auswahlverfahren beteilige oder nicht. Angesichts des erwarteten Ansturms junger Menschen auf viel zu wenige Studienplätze sei das unverantwortlich. Schätzungen gehen davon aus, dass zehn bis 15 Prozent der Studienplätze mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen am Ende unbesetzt bleiben.
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(SZ vom 29.1.2009/bön)
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