Auch in Deutschland ist die Situation junger Menschen am Arbeitsmarkt nicht gerade rosig. Doch mit einer Jugendarbeitslosigkeit von weniger als zehn Prozent sieht es hierzulande besser aus als im europäischen Durchschnitt. Die duale Berufsausbildung und die guten Startchancen von Akademikern wegen des Fachkräftemangels sind ein Grund dafür. Damit sei Deutschland in der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit "beispiellos erfolgreich", urteilt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Auch die allgemein positive Lage am Arbeitsmarkt sorge dafür, dass die Situation deutscher Jugendlicher besser sei als in anderen Ländern Europas.
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Düstere Zukunft: In Spanien sind inzwischen 45 Prozent aller Jugendlichen arbeitslos. (© AFP)
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Dennoch gibt es auch in Deutschland Trends, die gefährlich werden können. Die befristeten Anstellungen junger Leute, die Aneinanderreihung von Praktika und das Hängenbleiben junger Menschen in der Leiharbeit - dies könnten Vorboten einer schwieriger werdenden Arbeitswelt sein. Die Statistiker des Bundesamtes zumindest weisen auf diese Entwicklung hin: Junge Deutsche sind öfter in "atypischen" Beschäftigungsverhältnissen angestellt. Das sind Jobs, die keine normalen Vollzeitstellen sind. Dazu zählen die Statistiker befristete Arbeitsverträge, Teilzeitarbeit bis zu 20 Stunden, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und Leiharbeit. Fast 37 Prozent der jungen Erwerbstätigen in Deutschland sind demnach "atypisch" - meist befristet - beschäftigt.
Es liegt an solchen Jobs, weshalb die Wirtschaftskrise in vielen Ländern besonders die Jugend getroffen hat. Denn während ältere Beschäftigte in festen Anstellungen mit teilweise langen Kündigungsfristen stecken, haben die Jungen prekäre Beschäftigungsverhältnisse - solche also, die meist schnell kündbar sind. Viele Firmen haben deshalb zuerst junge Mitarbeiter entlassen, als es in der Krise darum ging, Kosten zu senken und Stellen zu kürzen.
Der Volkswirt Claus Schäfer von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf fordert, befristete Arbeitsplätze stärker zu regulieren. Auch hält er einen gesetzlichen Mindestlohn für erstrebenswert und plädiert für bessere Angebote zur Kinderbetreuung. Eine der Ursachen für die gewaltsame Entladung des Frusts Jugendlicher wie in England sei die Auseinanderentwicklung von Arm und Reich. Hierzulande sei das Ost-West-Gefälle problematisch. So seien in Ostdeutschland die Löhne oft ein Viertel niedriger als im Westen. Deshalb könne man auch für Deutschland solche Konflikte nicht ausschließen.
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(SZ vom 25.08.2011/holz)
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"Kennen Sie übrigens das Kriterium der Arbeitslosenstatistik, was Menschen über einem Alter von 58 aus dieser Statistik ausschliesst? "
Ja klar kenne ich das. Weil Arbeitslose mit 58 zwei jahre ALG-I beziehen können und dann mit Abschlägen in Rente gehen dürfen. Formaljuristisch ist das im Gegensatz zu anderen Zählweisen bestechend logisch. Wenn das minimale Rentenbezugsalter von 60 auf 62 erhöht werden würde, so würde dieser Wert auf 60 angehoben. Ganz aus der Luft gegriffen ist dieser Formal daher nicht.
Etwas erklärungsbedürftiger ist, wieso Arbeitslose als Teilnehmer von Pflicht-Weiterbildungsveranstaltungen oder in 1-Euro Jobs nicht mehr als arbeitslos gelten. Diese Erklärung ist weitaus dünner.
@Chomski
"Das Risiko von Beschäftigten unter 35, den Arbeitsplatz zu verlieren, ist sechsmal größer als das älterer Kollegen."
Bedanken Sie sich bei der Sozialauswahl des Kündigungsschutzes. Keine Familie, jung und geringe Betriebszugehörigkeit gleich keine Punkte, der findet leicht nen Arbeitsplatz, is ja jung, das wars. Die Kehrseite des Kündigungsschutzes, damit können Sie sich ganze Abteilungen in der Altersstruktur zerschlagen. Demotivierte alte Säcke genießen Bestandsschutz und die frisch ausgebildeten, engagierten Jungen müssen gehen. Überspitzt ausgedrückt.
Fast die Hälfte der Jugendlichen in D (40%!) unter 25 hat keinen vernünftigen Job:
Hans Böckler Stiftung (Gewerkschaftsnahes Forschungsinstitut): Nach dem Praktikum geht es oft in Leiharbeit weiter: Knapp 40 Prozent aller Zeitarbeitnehmer waren 2007 unter 30 Jahre alt, obwohl unter allen Beschäftigten in Deutschland weniger als ein Viertel in diese Altersgruppe fällt. Von den jungen Erwachsenen unter 25 hatten ebenfalls knapp 40 Prozent lediglich eine "atypische" Beschäftigung - Leiharbeit, Teilzeit- oder befristeter Job. Junge Erwachsene haben es schwer, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, und die Wirtschaftskrise hat die Schwierigkeiten noch vergrößert. Die Startprobleme wirken noch lange nach, zeigt eine Bestandsaufnahme, für die Prof. Dr. Thomas Langhoff, Ina Krietsch und Christian Starke zahlreiche Statistiken und qualitative Studien ausgewertet haben. Der Professor an der Hochschule Niederrhein und seine Ko-Autoren konstatieren in ihrem Aufsatz in den WSI Mitteilungen "eine Zunahme erlebter Unsicherheit und Ungleichheit", die besorgniserregende Auswirkungen für die Zukunft der Betroffenen haben kann.
Arbeitslosigkeit:
Junge Leute zählen zu den Krisenverlierern: Der Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 25-Jährigen ist seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise dreimal so stark gestiegen wie in allen anderen Altersgruppen, die Jugendarbeitslosigkeit liegt deutlich über der Arbeitslosenquote insgesamt. Dabei erfasst die Statistik nicht einmal alle Jungen ohne Job - wer einen Ausbildungsplatz sucht oder eine berufsfördernde Maßnahme durchläuft, gilt formal nicht als arbeitslos. Verschiedene Studien zeigen zudem: Das Risiko von Beschäftigten unter 35, den Arbeitsplatz zu verlieren, ist sechsmal größer als das älterer Kollegen."
ausgebildete junge Leute mit Abschluss als Praktikanten ohne oder
mit nur wenig Gehalt zu beschäftigen. Dies ist zu einer Unsitte ausgeartet. Hier wären die Gewerkschaften gefragt dagegen vorzugehen. Deutschland ist am unteren Level der Geburtenstatistik
in Europa - wie sollen diese Jungakademiker es wagen eine Familie zu
gründen, wenn sie nur mit unbezahlten oder zeitlich befristeten Arbeitsverträgen abgespeist werden?
Der öffentlichen Hand??? Nanu, Frühverrentung war doch ein beliebtes Mittel der Personalplanung von Großunternehmen auf Kosten der Renten - und Krankenkassen, also auch auf unsere Kosten.
"Die tatsächliche Jugendarbeitslosigkeit liegt hierzulande nach Gewerkschaftsangaben zwischen 15 und 20%. [...] Spass bei Seite, das ist keine Quelle."
Wenn ich Ihnen sage, dass die Arbeitslosigkeit in Dtl. 0% beträgt, ist das auch nicht gelogen. (was ich jetzt am liebsten winzig klein schreiben würde, dass von dieser Statistik nur Volljährige erfasst werden und ich zusätzlich ein Kriterium festlege, was besagt, dass Menschen nicht in die Statistik einfliessen, die älter als 17 Jahre sind).
Die etwa 9% des statistischen Bundesamtes sind genausowenig tauglich, weil dort nach aussen falsche Kriterien suggeriert werden.
Kennen Sie übrigens das Kriterium der Arbeitslosenstatistik, was Menschen über einem Alter von 58 aus dieser Statistik ausschliesst?
PS: Glauben Sie mir, dass dieses völlig aus der Luft gegriffene Alter von 58 verringert wird, sobald unsren Politikern kein weiteres Mittel einfällt, die Arbeitslosenstatistik zu schönen ;)
Kommen Sie also bitte nicht mit der Frage nach vernünftigen Quellen.
Paging