Wie man die Herzen der Arbeitgeber gewinnt: Was Ratgeber-Autoren und Personalexperten Bewerbern fürs Vorstellungsgespräch raten.

Wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, kann zufrieden sein: Die schriftliche Bewerbung hat den möglichen Arbeitgeber neugierig gemacht. Jetzt kommt es darauf an, sich gut auf das Gespräch vorzubereiten.

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"Jedes Vorstellungsgespräch ist ein Fall für sich", sagt Rainer Schmidt-Rudloff von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. Neben dem richtigen Auftreten spielen auch Kleidung und Körpersprache eine Rolle, wenn das Gespräch Erfolg haben soll.

"Ganz wichtig ist es auch, über das Unternehmen Bescheid zu wissen", rät Anja Nußbaum von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Berlin. Das Bewerbungsgespräch könne auch im Freundeskreis trainiert werden. "Ein Vorstellungsgespräch ist eine Prüfungssituation, und genauso sollte man sich darauf vorbereiten", so Nußbaum. "Wenn jemand aber Antworten aus einem Ratgeber auswendig gelernt hat, merkt man das sofort", sagt Schmidt-Rudloff.

Die Überfrage

Es gebe drei wichtige Fragen, die in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden, sagt Jürgen Hesse, Diplompsychologe und Ratgeber-Autor in Berlin: "Erstens nach der Motivation, dann die Frage danach, warum die Firma Sie nehmen sollte und die Überfrage: Wer sind Sie?" Auch das Verhalten spiele eine Rolle. "Beim Vorstellungsgespräch wird der Bewerber von Anfang an beobachtet", sagt Hesses Partner Christian Schrader.

"Ein typischer erster Fehler ist der, dass Bewerber nicht freundlich grüßen", so Nußbaum. Der erste Eindruck sei sehr wichtig: "Bei der Bekleidung ist schlichte Eleganz gefragt - ein Bewerbungsgespräch ist auch eine Anpassungsübung, die man bereit sein muss mitzuspielen", erläutert Hesse. Ein Personalchef achte auch darauf, ob der Bewerber Blickkontakt halte, wie sein Händedruck und seine Umgangsformen seien.

"Man sollte so natürlich wie möglich sein, sich völlig normal und ordentlich hinsetzen", so Schmidt-Rudloff. Das Gespräch selbst sollte der Bewerber freundlich, verbindlich und sympathisch beginnen und Dialekt und Jugendjargon vermeiden. "Es fällt Bewerbern oft schwer, locker über sich zu erzählen", so Hesse. Häufig komme die Frage nach Stärken und Schwächen des Arbeitsuchenden. Unangemessen sei es, zu viel über seine Schwächen zu sprechen. "Der Bewerber sollte sie so elegant darstellen, dass sie wie Stärken aussehen", rät Hesse.

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