Für die Generation Praktikum sind Vorlesungen wie Gruppenkuscheln. Das geht beim Platzangebot los. Dank Anwesenheitspflicht beim Bachelor schmiegt man sich auf quietschenden Klappsitzen eng aneinander. Da wird es mollig, und die Uni kann statt in Heizöl in Beamer und Lautsprecher investieren. Praktisch.

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Außerdem erfahren die Studenten so menschliche Nähe. Auch praktisch, denn sonst bleibt dafür wenig Zeit. Wer nicht auf Bachelor studiert und bis zur Erschöpfung den verschulten Stundenplan abarbeitet, belegt Zusatzkurse. Spanisch zum Beispiel. Ohne Fremdsprachenkenntnisse sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt gleich Null. Und arbeitslos, das wäre der Horror. Jetzt noch jobben, um sich in den Semesterferien das unbezahlte Praktikum zu leisten.

Zwischen den Terminen noch E-Mails verschicken, wobei man sich im Rechnerraum nicht mit dem Coffee-to-go erwischen lassen sollte. Nebenbei fix die Online-Nachrichten überfliegen, die es von renommierten Medien kostenlos gibt. Praktisch. Doch halt: Darin beklagen sich Politiker, die Studenten seien unpolitisch. Wie wär's, wenn sie sich um ihren Job kümmerten, annehmbare Studienbedingungen schafften. Dann könnten sich die Studenten auf ihr Studium konzentrieren und hätten mal Zeit zum Nachdenken. Das wäre praktisch.

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