Leserkommentare

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Sie arbeiten gerade in Italien oder wollen dies gerne tun? Schreiben Sie uns Ihre Tipps und Erfahrungen an karriere-online@sueddeutsche.de. Wir werden sie an dieser Stelle veröffentlichen.

Name: capocasa.annamariaWohnort: MailandeMail: capocasa.annamaria@libero.it

Kommentar vom 18.3.2003:Ich habe in München drei Jahre gewohnt. Nun arbeite ich in Mailand. Ich unterstreiche nur teilweise was oben geschrieben worden ist. Zwar sind in Deutschland die Gehälter wesentlich höher und die Qualität des Lebens besser. In Mailand muss man ferner mehr arbeiten. Aber wie lange können die Deutschen sich leisten, so viel zu verdienen und so wenig zu arbeiten? In Italien ist derzeit die Arbeitslosigkeit niedriger als in Deutschland: dies dürfte mit den hohen Gehältern, die in Deutschland zu erhalten sind, in Zusammenhang stehen.Grüße

Name: Eva Wohnort: MailandeMail: nixenixe@yahoo.de

Kommentar vom 11.12.2002:Die gesamte Diskussion über das Arbeiten in Italien zeigt schön die Widersprüchlichkeiten mit denen man in Italien leben muss, sofern man hier arbeiten möchte.

Ich arbeite in Mailand seit einem halben Jahr und kann sowohl die positiven als auch negativen Berichte nur bestätigen.

Mein Tipp um die schwierige finanzielle Situation eines Italienaufenthalts zu umgehen: sich eine Arbeitsstelle mit deutschem Arbeitsvertrag suchen! Falls das nicht klappt, muss man sich klarmachen, dass der Preis für ein "dolce vita" in Italien ein wesentlich niedrigeres Gehalt ist.

Name: Thomas MaierWohnort: Gråsten (DK)E-Mail: tm@danfoss.dk

Kommentar vom 11.12.2002Ich habe vier Jahre in Italien gelebt und dort für eine internationale Organisation gearbeitet. Privat war ich voll und ganz ins italienische Leben integriert. Hinsichtlich Gehalt, Steuern, Krankenkasse usw. musste ich mich mit der italienischen Wirklichkeit weniger befassen. Trägheit und Unordnung im öffentlichen Sektor ist mir nur ab und zu widerfahren und, wie gesagt, nicht lebenswichtige Bereiche betreffend. Ich habe aber viel und Schlimmes darüber gehört - nicht zuletzt von meinen italienischen Freunden und Kollegen. Andererseits habe ich auch eine größere Flexibilität und Bereitwilligkeit, mal eine Ausnahme von der Regel zu machen, erfahren. Z.B. fühlte ich mich öfters durch Verkehrskontrollen der Carabinieris schikaniert wo alles ganz peinlich genau kontrolliert wurde, und man herablassend und arrogant behandelt und eine Viertelstunde hingehalten wurde. Dann wiederum kann es einem passieren, dass man ein Carabinieri-Auto auf der Autobahn mit gut 200 kmh überholt (130kmh erlaubt), dann mit Blaulicht und heulender Sirene gejagt und auf einen Rastplatz geleitet wird, und dann mit den Worten "Ein schönes Auto haben Sie. Hat doch 180 PS nicht wahr? Fahren Sie jetzt aber nicht mehr so schnell, schönen Tag noch." Wieder entlassen wird.

Nach Ablauf meines vierjährigen Vertrages habe ich versucht, anderweitig bei einem privaten Unternehmen unterzukommen, da wir Land&Leute wunderbar fanden. Es gab in der Gegend (nördlich von Mailand) auch genügend interessante offene Stellen und ich habe ein paar spannende und konkrete Bewerbungsgespräche gehabt. Der Problempunkt war jedoch immer das Gehalt. Es war erschreckend, wie wenig da vorgeschlagen wurde. Die italienischen Gesprächspartner konnten nur schwer verstehen, warum ich unzufrieden war - sie waren doch oft bis an das Maximum gegangen. Und doch war das nur die Hälfte dessen, was man für den gleichen Job in Deutschland oder auch Frankreich bekommen hätte - und die Lohnsteuer langt auch zu in Italien, wobei mit Kindergeld und dergleichen nicht zu rechnen ist.

Man kann in Italien gute, anspruchsvolle Jobs bekommen, die Privatwirtschaft ist dynamisch und gut organisiert. Man muss sich jedoch in vielerlei Hinsicht ins italienische Leben integrieren und damit aufhören, immer mit Deutschland zu vergleichen. Dann kann man die italienische Lebensqualität (die sich nicht an der Größe des Autos oder des Hauses oder der Länge der Urlaubsreise misst) auch mit italienischem Gehalt genießen und glücklich und zufrieden werden. Natürlich ist es schwer, nicht mit seinem Heimatland zu vergleichen wenn man dort regelmäßig hinreist, damit z.B. die Kinder den Kontakt zu Großeltern und Vettern nicht verlieren. Letztendlich haben wir uns dazu entschlossen, nach Nordeuropa "zurückzukehren", da die vielen weiten Reisen zu unseren Familien nicht mit einem italienischen Gehalt vereinbar gewesen wären.

Wären wir unabhängiger gewesen (i.e. hätten wir noch keine Kinder gehabt), wären wir schon geblieben.

Name: renate betzWohnort: dinkelsbühleMail: renatebetz@web,de

Kommentar vom 26.11.2002:....und wem soll man jetzt mehr glauben schenken....? Gibt es noch mehr "Erfahrungen"? Ich habe auch überlegt, mir einen Job in Italien zu suchen.

Name: Elisabetta DevotiWohnort: Camogli (Genua)eMail: elisabetta.devoti@libero.it

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