Bis zum vergangenen Jahr sind die IT-Stellenangebote kontinuierlich gesunken. Während die Bundesagentur für Arbeit die Talsohle erreicht sieht, sind andere skeptisch.
Erstmals seit drei Jahren haben die Firmen der Bundesagentur für Arbeit wieder mehr Jobs im Bereich Informationstechnologie (IT) gemeldet als im Vorjahr. "Die Talsohle der Stellenmeldungen scheint erreicht", schreibt die Agentur in einer neuen Studie. Bereits 2003 sei der Anstieg der Arbeitslosenzahlen zurückgegangen.
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Doch der Arbeitsmarkt ist noch lange nicht ausgeglichen. Kein Wunder: Ist doch seit den Boomzeiten im Jahr 2000 die Arbeitslosigkeit der IT-Experten um 239 Prozent gestiegen. Die Zahl der Jobsuchenden lag im Dezember vergangenen Jahres bei 6552.
Die Bewerberzahlen sind jedoch dreimal so hoch und liegen bei fast 18.400: Hier zählen auch alle ITler mit, die noch in Lohn und Brot stehen, aber einen neuen Arbeitgeber suchen. Zurzeit kommen der Studie zufolge auf neun Stellen 100 Bewerber.
Auffallend ist, dass der Anteil der Bewerber ohne Berufserfahrung in den vergangenen Jahren von elf auf 17 Prozent zugenommen hat. "Berufserfahrene haben momentan die besseren Karten, da die Unternehmen sich zurzeit keine Einarbeitung leisten wollen" zitiert die Studie Stephan Pfister vom Branchenverband BITKOM. Nach Ansicht des Verbands wird es 2004 in der Branche wieder aufwärts gehen. Das glaubt auch die Gesellschaft für Informatik, die sich dabei auf eine Umfrage unter 600 Informatikfachleuten stützt. 65 Prozent der Befragten glauben, dass sich die Lage der IT-Branche in diesem Jahr verbessern wird.
Auch das Online-Jobportal Monster hat jüngst ein "Stimmungsbaromter" für den IT-Arbeitsmarkt vorgelegt. Demzufolge herrscht allerdings schlechte Stimmung unter den 1100 befragten IT-Experten. Mehr als ein Drittel schätzen die Aussichten für ihre persönliche Karriere in diesem Jahr nicht besser ein als im Vorjahr. Und fast die Hälfte der Befragten rechnet nicht damit, dass ihr Arbeitgeber in den nächsten Monaten mehr Mitarbeiter einstellen wird als 2003.
Keine Propheten
Wie die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Studie zeigt, kommen IT-Fachkräfte inzwischen in allen Branchen unter: Nur ein Viertel aller den Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen waren von IT-Unternehmen.
Gute Chancen hätten die IT-Kernberufe wie Programmierer oder Netzwerkadministrator. Im übrigen wären "der Multispezialist und der Spezialist mit fundiertem Generalwissen zunehmend mehr gefragt", hat die Arbeitsagentur erkannt.
Trotz tausender arbeitsloser IT-Experten und dem starken Bewerberüberhang, zeigt sich die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Studie optimistisch: Es brauche keine "prophetischen Gaben, um IT-Fachleuten eine gute Zukunft vorherzusagen."
Debatte über Urheberrecht