Totgeprügelt wegen zu lauter Musik: An pakistanischen Universitäten drangsaliert eine kleine Minderheit islamistischer Studenten ihre Kommilitonen.
Sie sitzen im Schneidersitz auf dem Rasen, spielen Karten, lachen. Die jungen Männer tragen Jeans und Turnschuhe, die Frauen bunte Kleider, bestickt mit Perlen, die in der Sonne glänzen. Gleich haben sie ihr nächstes Seminar, vielleicht gehen sie vorher noch schnell in die Mensa. Es ist eine Szene von beruhigender Normalität auf dem Campus der staatlichen Punjab-Universität in Lahore, wo das Leben der Studenten ansonsten alles andere als normal verläuft.
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So sähen es die Islamisten am liebsten: Eine pakistanische Studentin, verhüllt und fernab jeglicher männlicher Gesellschaft. (© Foto: Getty)
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Verfechter der Selbstjustiz
Eine selbsternannte Moral-Polizei treibt hier ihr Unwesen: die islamistische Studentengruppe Islami Jamiat-e-Talaba (IJT). Aus ihrer Sicht ziemt es sich nicht, wenn Frauen und Männer auf dem Campus gemeinsam lernen, essen, Karten spielen. Ihre Einstellung ist radikal: Wenn die Universität oder der Staat nicht als Hüter ihrer Auslegung des Islam auftreten, übernehmen sie das eben selbst.
Es gibt bereits beängstigende Auswüchse. In Peschawar im Nordwesten des Landes hörte ein Student in seinem Zimmer Musik - was die IJT nicht tolerieren wollte. Sie prügelten so lange auf ihn ein, dass er an Folgen der Schläge starb. "Wenn ich, wie es die Studenten in Europa oder den USA tun, einer Frau auf dem Campus öffentlich einen Kuss gäbe, würde ich eine Tracht Prügel kassieren", sagt ein Student in Lahore.
Willkommen in Mini-Pakistan
Vor kurzem haben die angeblichen Verteidiger von Anstand und Sitte einen jungen Mann vor der Bibliothek zusammengeschlagen, weil er seine Schwester auf dem Rücksitz seines Motorrads mitgenommen hatte. Dass es die Schwester und nicht seine Freundin war, haben sie ihm nicht geglaubt.
"Willkommen auf dem Campus, willkommen in Mini-Pakistan", sagt Kanzler Mujahid Kamran über die Islamisierung an seiner Universität. Er empfängt in seinem Arbeitszimmer, in dem Professoren aus allen Fachbereichen vorbeischauen, kurze Gespräche mit ihm bei einer Tasse Tee führen. Kamran spielt die Ereignisse an Pakistans größter öffentlicher Universität nicht herunter. 30.000 Studenten sind hier eingeschrieben, 800 Anhänger habe die IJT, sagt der Kanzler - und schildert ganz offen die Grenzen seiner Macht: Wenn er die Rädelsführer von der Uni verweist, bleiben sie trotzdem in ihren Wohnheim-Zimmern. Für sie, so scheint es, gilt kein Gesetz.
Auch Professoren denken so
"Wenn wir uns ihnen nicht entgegenstemmen, hätten wir hier bald eine Geschlechtertrennung, die wir absolut nicht wollen", sagt Kamran. Bevor er weiterspricht, senkt er die Stimme: "Auch unter den Professoren gibt es einen Teil, der dieses radikale Gedankengut teilt."
An der Punjab-Universität und in Peschawar ist es wie in vielen gesellschaftlichen Bereichen im muslimischen Pakistan: Eine Minderheit nimmt die friedliche Mehrheit in den Würgegriff. Angst zu verbreiten, ist dabei ihre Waffe. Wer sich widersetzt, lebt gefährlich, wie Ashfaq Hussain anschaulich beschreiben kann. Er ist einer der Intellektuellen, wie sie in diesem Land häufig anzutreffen sind: scharf in der Analyse, kritisch bezüglich der Allmacht des Militärs, vernichtend im Urteil über die zivile Regierung.
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DFB-Pleite gegen die Schweiz
sind nun mal die besten Methoden Gruppendruck und Gruppendynamiken auszulösen. Tabus über Politiken oder Sozialschichten zu setzen ist schwieriger - gelingt auch nur, wenn es quasi-religiöse Züge annimmt, wie die Diktaturen der Faschisten und Kommunisten.
Verbote helfen da wenig. Eine universelle Bildung über das eigene tradierte Weltbild hinaus, Toleranzerziehung und die Ächtung von Gewalt wären die Mittel dem zu begegnen.
Da man dabei aber auch selbst wehrhaft bleiben muß, um nicht als "Störer der Einfalt" gleich beseitigt zu werden, ist Däfetismus auch keine Lösung. Wir werden wohl an einer Aufklärungsoffensive mit eigenem beispielhaften Verhalten nicht vorbeikommen, ohne dabei zu blauäugig die eigene Kehle zum Schnitt anzubieten - im Notfall muß man sich effektiv wehren und das Gewaltangebot auch erfolgreich annehmen können. Das gilt natürlich zu allererst im eigenen Land. Aus fremden Ländern kann man sich notfalls ja auch zurückziehen.
"Der Fehler liegt nicht im Vorhandensein von Religion, sondern im menschlichen Fehler, für seine Überzeugung Gewalt zu verüben oder sogar zu töten!"
Der "Vorteil" der Religion gegenüber anderen Ideologien ist die quasi unangreifbare göttliche Instanz! Sie ist nicht in Frage zu stellen. Im Koran wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass man den Glauben nicht in Frage stellen darf, dass man mit Ungläubigen nicht über Glaubensfragen reden soll, dass man Ungläubige nicht zu seinen Freunden machen soll. Selbst Familienmitglieder, die Ungläubige sind, sollen nicht mehr zur Familie gehören. Sie sind verloren und somist verachtenswert.
Als der Islam in den Kinderschuhen steckte und sich gegen zahlreiche Feinde durchsetzen musste, war es im Überlebenskampf wichtig, sich so klar abzugrenzen.
Heute behindert diese Haltung Toleranz, Austausch, Integration und Religionsfreiheit! Hier liegt die Wurzel. Sie ist im Koran gelegt und durch die Verknüpfung von Religion und Staatsmacht in der islamischen Gesellschaft tief verwurzelt.
Aufklärung und Bildung wären hier die wichtigsten Mittel zur Beseitigung des Problems. Aber wir fordern lieber Koran-Unterricht an deutschen Schulen!
An Schneemann2:@, Da irrt der liebe Schneemann gewaltig,wer hier Verstaendniss fuer Fanatismuss zeigt ist auf denm Holzweg. Es stimmt ueberall gibt es Fanatiker,nur wieviel Macht man ihnen einraeumt ist eine ganz andere Sache. Einige Leser schreiben,der Islam ist eine sehr friedliche Religion,nur heute in vielen Teilen der Welt ist er das nicht mehr. Nirgens sind in der Religion soviel Radikalismuss zu finden als im Islam. Die gemaessigten Islamischen Glaeubigen werden wie gesehen als erstes drangsaliert,nur ich habe zu solchen Menschen meine eigene Meinung.
23.03.2010 16:38:13
IchFassEsNich:
Ja, ja, so sind sie halt, die Fundamentalisten.
Hier führen sie sich übrigens nicht anders auf. Doch wenn dagegen mit juristischen Mitteln vorgegangen wird, dann sind wir Rassisten und leiden an Islamophobie.
Da steckt System dahinter.
ANTWORT:
Was denn sonst? Kleinkinder kommen nicht auf solche Gedanken! Das sind Großhirne a l a Bildbergtruppe! r.k.
Ja, ja, so sind sie halt, die Fundamentalisten.
Hier führen sie sich übrigens nicht anders auf. Doch wenn dagegen mit juristischen Mitteln vorgegangen wird, dann sind wir Rassisten und leiden an Islamophobie.
Da steckt System dahinter.
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