Der Wissenschaftsrat dringt darauf, künftig Imame und islamische Religionslehrer analog zur christlichen Theologie auszubilden.
An deutschen Universitäten sollen künftig Imame und islamische Religionslehrer ausgebildet werden. Der Wissenschaftsrat, in dem Professoren und politische Vertreter von Bund und Ländern sitzen, verabschiedete dazu am Freitag umfassende Empfehlungen. Analog zur christlichen Theologie sollen an zunächst zwei bis drei Universitäten große Institute für "Islamische Studien" entstehen.
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Imame sollen künftig auch an deutschen Universitäten ausgebildet werden. (© Foto: AP)
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Vertreter der deutschen Muslime begrüßten die Pläne. Bisher gibt es in Deutschland zwar islamwissenschaftliche Lehrstühle, eine bekenntnisorientierte Forschung und Lehre zum Islam fehlt dagegen weitgehend. In den vergangenen Jahren sind nur vereinzelte Islam-Professuren zur Ausbildung von Religionslehrern und Theologen entstanden. Der Wissenschaftsrat, das wichtigste Beratungsgremium von Bund und Ländern in der Hochschulpolitik, dringt nun auf einen massiven Ausbau.
"Man braucht mehr als nur kleine Lösungen", sagte der Historiker Lutz Raphael, der das Konzept mit einer Arbeitsgruppe monatelang vorbereitet hat. Die neuen Islam-Institute sollen vier bis sechs Professuren sowie weitere Mitarbeiter erhalten, je Institut entstünden Kosten von mindestens einer Million Euro im Jahr. Der Rat bittet Bund und Länder, den Ausbau zu finanzieren und zu koordinieren.
Einwände gegen die Bewerber
Ausdrücklich empfiehlt der Rat, die Islamstudien an staatlichen Universitäten zu verankern und nicht privaten Einrichtungen zu überlassen. Die Politik war an dem Beschluss beteiligt; dem Rat gehören nicht nur Gelehrte und vom Bundespräsidenten bestellte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an, sondern auch die Fachminister der Länder und Vertreter mehrerer Bundesministerien.
Ein Politikum ist die Mitsprache der Muslime an Islam-Instituten. In der Vergangenheit gab es dabei heftige Konflikte an der Universität Münster. Bei den christlichen Theologien wirken die Kirchen an den Inhalten der Ausbildung und an der Berufung der Professoren mit. Da es im Islam keine Kirchenstruktur gibt, empfiehlt der Wissenschaftsrat, an den Hochschulen "Beiräte für Islamische Studien" einzurichten. Sie sollen bei der Gestaltung der Studiengänge und der Auswahl von Wissenschaftlern mitbestimmen. Aus religiösen Gründen könnten sie dann auch Einwände gegen Bewerber erheben. Die Beiräte sollen die Pluralität im Islam abbilden; ihnen sollen muslimische Verbandsvertreter angehören, außerdem Gelehrte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Forderung nach Mitspracherecht
Die muslimischen Verbände müssten "zumindest für den Anfang" genauso über die Inhalte der Studiengänge und die Berufung von Professoren mitentscheiden können wie die Kirchen in der christlichen Theologie, betonte Bekir Alboga, der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime. "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen", sagte er. Der Vorsitzende des orthodoxen Islamrats, Ali Kizilkaya, signalisierte ebenfalls Bereitschaft zur Mitarbeit, "wenn wir in den Hochschulen tatsächlich über Lehre und Lehrer mitentscheiden können". Der Islamrat habe großes Interesse an Imamen, die in Deutschland ausgebildet wurden: "Sie kennen die Verhältnisse und die Menschen hier besser." Bisher rekrutieren fast alle Moscheegemeinden in Deutschland ihre Vorsteher aus dem Ausland, meist aus der Türkei.
Alboga sagte dagegen, er sehe für den Verband Ditib "keinen Bedarf an Imamen von deutschen Unis". Ditib ist der größte Zusammenschluss deutscher Moscheegemeinden und erhält seine Imame vom türkischen Staat.
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(SZ vom 30.01.2010/holz/kat)
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Es ist meines Erachtens nach sehr gut, dass in Deutschland hochschulmäßig Islam unterrichtet bzw. gelehrt wird, somit würden wir weniger Hinterhofmoscheen haben, in denen Halbwissende und zumeist psychisch labile, sowie fanatisch orientierte Prediger die "Azubis" durch die Lehre einer Schwarz-Weiß Psychologie in ihrem Weltbild beeinflussen, und somit den Extremismus in Deutschland fördern.
Vertreter des Islams unterscheiden sich in Deutschland grob gesehen zwischen den Wahabiten und dem Rest der Sunniten. Jene Wahabiten sind eine sich expandierende Gruppe von Muslimen mit extremen Einstellungen. Und viele von denen sprechen fließend deutsch, und da sie meistens schon in ihrer Jugend sehr religiös werden, vernachlässigen sie die Bildung und gehen somit nach Saudi-Arabien "Islam" studieren, weil sie hier im Lande keinerlei Chance dazu haben, und importieren somit den Extremismus. Und später lehren diese Leute meist wieder Jugendliche. Also ist dies ein Teufelskreis, welchen man mit professioneller Islambildung stoppen kann. Deswegen begrüße ich jene Islamausbildung an einer deutschen Universität. Außerdem wäre dies der größte Schritt in Richtung Integration der letzten Jahre.
.....bekomme ich wenn ich an die Folgen denke.
da Spinne ich das doch mal zu Ende. Ein Imam wäre Gleichgestellt mit einem Pastor; Vllt sogar Ver- Beamtet und bekommt sein Gehalt genauso wie ein Pfarrer und hat die Öffentliche Körperschaft als ( als Un-Demokratische ) Religion ? wie soll das Weitergehen. Einer Sekte die Gewalt Predigt und ein Antikes Weltbild als unumstössliche Weissheit darstellt.Ich betwzweilfele auch sehr das Dieser Glaube auch nur ansatzweise mit dem Grundgesetz vereinbar ist (Gleichstellung der Frauen und Männer; Rligionsreiheit; Freie Meinungsäusserung;; würde des Menschen ..... u.v.m. ).Man sollte doch als erstes mal anschauen was Im Koran so alles drinsteht und was das noch mit unserer Gesellschaftsordnung noch vereinbar ist dann bleibt vom Islam in Deutschland nichts Übrig oder Deutschland wird Islamisch und es beginnt eine neue Christenverfolgung / Judenverfolgung das will ich aber auch nicht.
Der Wissenschaftsrat ist für mich nicht Richtig Informiert was Islam wirklich bedeutet wenn er in Deutschland auf diese weise anerekannt würde.
Gruß Habe_nix
Finde ich sehr gut!
Wichtig ist das gegenseitige Verständnis, und es ist gut, wenn bereits an der Uni ein Austausch der Kommilitonen stattfindet! Die, die ev. oder kath. Theologie studieren, kommen zusammen mit jenen, die Imame werden wollen. Aber natürlich kann auch ein Austausch stattfinden der Studierenden aller Fachrichtungen und jener die Koran-Lehrer werden.
Damit wächst das Verständnis für Andersdenkende, was dringend geboten ist. Es ist nicht möglich, die Uhren zurückzustellen, das Leben ist multikulturell geworden, und es ist gefährlich, große Abneigungen aufzubauen, die insbesondere auf Unverständnis und Unkenntnis beruhen!
Guter Vorschlag des Wissenschaftsrates, und ich kann nur hoffen, dass dieses Projekt auch in der Tat durchgeführt wird!