Münchens FH-Präsidentin Marion Schick über die Kürzungspläne und ihre Auswirkungen auf den Lehrbetrieb.
Billiger und besser sollen die bayerischen Hochschulen werden, so wünscht es sich die Politik - und kürzt. Marion Schick, die Präsidentin der Fachhochschule (FH) München, beschreibt, wie das Minus von fünf Prozent in diesem Jahr ihr Haus trifft.
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SZ: Was bedeuten die Kürzungen für die FH München?
Schick: Nur 5,1 Millionen des Gesamtetats von rund 55 Millionen Euro sind disponible Mittel, der Rest ist festgelegt etwa in Beamtengehältern. Bei einem Minus von fünf Prozent bekommt die FH 2,75 Millionen Euro weniger. Die wirklich verfügbaren Gelder werden also halbiert. Das führt im Sommersemester zu einer dramatischen Situation, der reguläre Studienbetrieb ist nicht gesichert. Es werden Lehrveranstaltungen ausfallen oder zu Riesenkursen mit bis zu 300 Studierenden zusammengefasst werden müssen. Besonders hart trifft es Fachbereiche wie Tourismus-Management, Maschinenbau oder Design, die einen Großteil ihres Lehrangebotes mit Hilfe von Lehrbeauftragten abwickeln. Auch müssen wir elf Professorenstellen abgeben, was unseren Spielraum weiter einengt.
SZ: Wo noch müssen Sie kürzen?
Schick: Unser Notprogramm hat zum Ziel, dass die Betreuung der Studierenden bei den Kürzungen so wenig wie möglich leidet. Wir nehmen unsere Studierenden nicht als Geiseln; sie müssen ihr Studium ohne Verzug absolvieren können. Wir versuchen die gesamten Betriebskosten der FH auf ein Minimum herunterzufahren. In der Bibliothek gibt es keine einzige Neubeschaffung, das Rechenzentrum fährt einen Minimalbetrieb, und wir kündigen Wartungsverträge.
SZ: Wie soll es weitergehen?
Schick: Bis zum Wintersemester wollen wir das Studienangebot so umstrukturieren, dass wir auch mit verminderter Ressourcenbasis die hohe Qualität halten können. Wir müssen prüfen, welche Studienfächer Kernkompetenz der FH sind und welche wir aufgeben müssen, weil sie nicht dazu gehören. Den Studiengang Übersetzen haben wir schon geschlossen. Wir mussten schnell entscheiden, weil dort die Studierenden im Sommer zugelassen werden.
SZ: Was geschieht, wenn Kürzungen von weiteren zehn Prozent kommen?
Schick: Das ließe sich nur mit einer radikalen Umstrukturierung der bayerischen Hochschullandschaft umsetzen. Hier müsste die Politik Konzepte vorlegen. Wir sind zu der geforderten Profilbildung bereit, doch geht das nicht von heute auf morgen. Die Frage an die Hochschulen zu richten, wo ihre Stärken liegen, ist jedenfalls nicht unsittlich.
SZ: Was hat die Anhörung gebracht?
Schick: Es hat den Politikern die Lage nochmals verdeutlicht. Die FH München ist bereit, einen Konsolidierungskurs bei allen Schwierigkeiten mitzutragen - im Gegenzug braucht sie einen Hochschulpakt, der ihr Planungssicherheit, Autonomie und eine klare Perspektive gibt.
Interview: Martin Thurau
(SZ vom 19.2.2004)
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