Das Einkommen ist so intim wie das Liebesleben. Warum wir sogar in der Gehaltsverhandlung nicht offen über Geld sprechen.
sueddeutsche.de: Warum machen wir um unser Gehalt so ein Geheimnis?
Keine Scheu vor Geld: In der Gehaltsverhandlung müssen Arbeitnehmer offen ihre Forderung stellen. (© Foto: iStock)
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Hubertus Graf Douglas: Das Einkommen ist besonders in Deutschland etwas sehr Intimes: Wieviel wir verdienen, definiert unsere soziale Stellung in der Gesellschaft und im Unternehmen. Die Frage 'Wieviel verdienst du?' ist daher fast gleichbedeutend mit 'Wer bist du?'. Außerdem zeigt die Einkommenshöhe, wie groß die Wertschätzung ist, die unsere Firma und der Chef uns entgegenbringen. Daher offenbart man mit seinem Gehalt gleichzeitig, wie viel Ansehen und Geltung man besitzt. Und davon will niemand zu wenig haben.
sueddeutsche.de: Sind nur wir Deutschen so sensibel, wenn es ums Geld geht?
Douglas: Nein, nirgends in Europa ist es üblich, dass sich Kollegen darüber austauschen, was sie verdienen. Auch in den USA spricht man nicht frei über dieses Thema. Aber wir Deutschen sind da besonders zurückhaltend.
sueddeutsche.de: Wäre es denn eigentlich gar nicht so schlimm, sich mit den Kollegen über das Gehalt zu unterhalten?
Douglas: Ich rate davon ab, in der Firma zu verbreiten, was man verdient. Bekommt ein Kollege mehr, stiftet das nur böses Blut. Derjenige mit dem niedrigeren Gehalt wird die Schuld dafür immer demjenigen in die Schuhe schieben, der mehr bekommt. Dann heißt es ganz schnell, der andere verdient nur deshalb mehr, weil er beim Chef schön Wetter macht, oder weil er sich besser verkaufen kann. Alle möglichen Gründe werden dann herangezogen, doch die Leistung spielt keine Rolle mehr.
sueddeutsche.de: Aber jeder will doch wissen, wieviel er im Vergleich bekommt.
Douglas: Natürlich. Es ist sehr wichtig, das Einkommen auf dem Markt abzugleichen. Jeder Arbeitnehmer sollte wissen, ob er angemessen entlohnt wird. Doch dafür sollte man nicht Kollegen nach ihrem Gehalt befragen, sondern sich lieber bei Personalmarketing-Agenturen nach den branchenüblichen Parametern erkundigen.
sueddeutsche.de: Sollte man sogar im Freundeskreis Stillschweigen über seinen Verdienst bewahren?
Douglas: Auch im Privaten ist es in Deutschland unüblich, darüber zu sprechen. Ich rate dazu, die Höhe des Gehalts nur preiszugeben, wenn man zum anderen ein echtes Vertrauensverhältnis hat.
sueddeutsche.de: Angenommen, ein Mitarbeiter hat doch erfahren, dass sein Kollege mehr verdient als er. Sollte er das während der nächsten Gehaltsverhandlung ansprechen und deshalb mehr fordern?
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einerseits sollen wir die Scheu vor Geld verlieren andererseits rät uns der gute Graf wir sollen nicht darüber reden... Typisch Berater: Viel Blabla und sich nicht festlegen wollen;
Nur keine fixen Auskünfte geben auf die man sich dann später berufen könnte.
Jemand sagte mal: "Berater ist eine Komposition aus betrügen und raten..."
Da hat Onkel Joe nicht ganz unrecht!
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Ich kenne es aus der DDR zeit, wir hatten uns immer über unser einkommen geredet, was soll die Verdummung. Neid kam da nie auf selbst über die Jahresentprämien gab es keine Geheimnisse., Es liegt am Kapitalisten, das darüber nicht gesprochen wirt. Grund Weil prinzipiell verboten wirt sich mit den Kollegen über Gespräche mit den Chef zu underhalten weil Entlassung droht. wenn alle offen reden würden gäb es auch keine geheimgrämerrei. der kapitalist ist der der Unsicherheit verbreitet. die Angst schürt. und somit vorbeugt das es kein Einigung unter den Angestellten gibt. weil er angst hat das sie einen Aufstand machen könnten. deshalb heißt es ja Kapitalismus. um das Arbeitente Volk zu so zu spalten. somit gibt es keine Einigung in Deutschland. somit kein Volk wie in der DDR das gemeinsam auf die Straße geht um ihr recht zu fordern.