Interview: Sarina Pfauth

Zwölf Prominente haben mit der Autorin Andrea Sixt darüber gesprochen, wie man erfolgreich wird. Uns verrät sie nun, wie's geht.

Was heißt Erfolg? Worauf kommt es an, wenn man seine Visionen verwirklichen will? Die Autorin Andrea Sixt hat mit zwölf erfolgreichen Menschen gesprochen, um eine Antwort auf diese Fragen zu finden - unter anderem versuchten ihr Bundesligatrainer Jürgen Klopp, die Kabarettistin Monika Gruber, der Schauspieler Michael Mendl und der Regisseur Marc Forster ("Ein Quantum Trost") Wege zum Erfolg zu erklären. Ihr Buch "Everybody is perfect. Viele Wege führen zum Erfolg" ist soeben im Südwest-Verlag erschienen.

Drei der Gesprächspartner: Franziska van Almsick, Jürgen Klopp und Michael Mendl; ddpDrei der Gesprächspartner: Franziska van Almsick, Jürgen Klopp und Michael Mendl; ddp

Drei der Gesprächspartner: Franziska van Almsick, Jürgen Klopp und Michael Mendl. (© Foto: ddp)

Anzeige

sueddeutsche.de: Frau Sixt, Sie haben mit vielen Prominenten über das Thema Erfolg geredet. Wissen Sie jetzt, wie man erfolgreich wird?

Andrea Sixt: Alle Gesprächspartner hatten eines gemeinsam: Sie lieben das, was sie tun. Das habe ich am meisten mitgenommen. Und dass kein Weg kerzengerade zum Erfolg führt. Auch erfolgreiche Leute sind mal in der Schule sitzengeblieben, haben mal einen falschen Weg eingeschlagen. Sie haben sich ausprobiert, bis sie gefunden haben, was sie wirklich glücklich macht - und darin sind sie nun gut.

sueddeutsche.de: Selbst wenn man das, was man tut, gerne macht - am Ende werden doch nur sehr wenige Leute reich und berühmt damit.

Sixt: Auch erfolgreiche Persönlichkeiten haben nichts geschenkt bekommen. Das nimmt vielleicht manch einem die Frustration. Man kann von berühmten Leuten viel lernen. Was alle Interviewpartner verbindet, ist zum Beispiel, dass sie immer noch besser werden wollen. Sie sind nie am Ende. Sie sind sehr offen, sich falsche Entscheidungen einzugestehen und sich zu ändern.

sueddeutsche.de: Was verstehen Sie unter Erfolg?

Sixt: Die meisten Menschen machen den Fehler, Erfolg mit Geld gleichzusetzen. Ich denke aber, Erfolg bedeutet, das zu machen, was einen glücklich macht. Und dadurch auch einen positiven Beitrag für unsere Welt zu leisten.

sueddeutsche.de: Die meisten Leute, die Sie interviewt haben, sind aber nicht nur erfolgreich, sondern zumindest auch wohlhabend.

Sixt: Unter denen, die ich interviewt habe, ging es keinem nur ums Geld. Ihnen geht es in erster Linie darum, das, was sie tun, so gut wie möglich zu machen. Das gilt zum Beispiel für Monika Gruber. Sie liebt ihre Arbeit auf der Bühne, und da ist es ihr egal, ob sie in einem Wirtshaus in Oberbayern oder im Circus Krone vor Publikum steht. Marc Forster, der Regisseur des James-Bond-Streifens "Ein Quantum Trost", hat nach dem Studium in New York zehn Jahre lang keinen Film gedreht, er hatte hohe Schulden und schlimme Ängste - aber trotzdem blieb er an seiner Vision dran. Er hat ein Angebot aus Hollywood für 200.000 Dollar abgelehnt, weil er davon geträumt hat, die Filme zu machen, die ihm vorschwebten. Er wollte sich nicht verbiegen.

sueddeutsche.de: Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, ein solches Buch zu schreiben?

Sixt: Ich habe in meinem Umfeld gesehen, dass sich viele junge Leute den Druck machen, perfekt zu sein. Die Ansprüche sind wahnsinnig hoch. Und das endet dann oft in Krankheiten wie Essstörungen. Aber man muss nicht perfekt sein, um Erfolg zu haben. Die Prominenten in den Interviews haben alle Fehler zugegeben und empfinden diese nicht als Niederlage.

sueddeutsche.de: Welche Sätze aus den Gesprächen sind bei Ihnen hängengeblieben?

Sixt: Viele. Der Künstler Birdman hat zum Beispiel gesagt: "Ich habe gelernt, dass alles möglich ist - außer ich tue es nicht." Und im Gespräch mit Franziska van Almsick kamen mir fast die Tränen, als sie erzählt hat, dass sie auch in der Öffentlichkeit immer sie selbst ist. Und dass deshalb jeder, der damals Franziska van Almsick angegriffen hatte, sie zutiefst verletzt hat. Und dann wieder die unglaublich positive Art vom Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp: Er ist total glücklich und dankbar für das, was er tun darf.

Lesen Sie weiter: Was man braucht, um den eigenen Weg zu finden.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt "Viele machen sich den Druck, perfekt zu sein"
  2. Unnötiger Druck
Leser empfehlen