Bei einem Wettbewerb können mittelständische Arbeitgeber zeigen, was in ihnen steckt.

"Top Job" heißt ein Qualitätssiegel, das die Agentur Compamedia regelmäßig an herausragende mittelständische Arbeitgeber verleiht. Agentursprecherin Silke Masurat erklärte Jutta Göricke, wozu diese Bewertung gut ist.

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SZ: Den "Mitarbeiter des Monats" kennt man ja. Sie küren den "Arbeitgeber des Jahres". Was steckt dahinter?

Masurat: Das Benchmarking-Projekt "Top Job". Wir wollen attraktive Arbeitgeber aus dem Mittelstand bekannt machen und testen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mittelstandsökonomie die Qualität des Personalmanagements von Unternehmen, die das wollen. Den Gewinner des Hauptpreises wählt eine zwölfköpfige Jury, der zum Beispiel Walter Jochmann von Kienbaum, Gerald Wood von Gallup und die Schirmherrin des Ganzen, Gertrud Höhler, angehören.

SZ: Welchen Nutzen kann ein Unternehmer aus einer freundlichen Mitarbeiterführung ziehen?

Masurat: Zunächst mal rechnet sich ein loyaler und motivierter Mitarbeiter. Angesichts des eklatanten Fachkräftemangels hat jeder Arbeitgeber ein Interesse daran, gute Leute zu halten und zu fördern. Erst recht, wenn er sie in internen Lehrveranstaltungen weiterqualifiziert hat. Und drittens: Wer sich einen guten Ruf als Arbeitgeber erworben hat, senkt letztlich die Rekrutierungskosten.

SZ: Was kostet es, als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet zu werden?

Masurat: Nur wer am Ende zum Kreis der Erkorenen gehört, auf den kommen Kosten von maximal 4900 Euro zu. Die Top-Arbeitgeber erhalten einen ausführlichen Bericht, dem sie entnehmen können, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt, und natürlich können sie sich mit den Wettbewerbern vergleichen.

SZ: Was muss ein Arbeitgeber leisten, um zu Ihrer Elite zu zählen?

Masurat: Wir bewerten in fünf Kategorien: Familien- und Sozialorientierung, Vision und Führung, Personalentwicklung, Entlohnungskonzepte sowie Kultur und Kommunikation.

SZ: Insgesamt haben sich 125 Firmen beworben. Das ist ja nicht die Welt.

Masurat: Man muss bedenken, dass sich viele Unternehmen nicht gerade in einer blendenden Lage befinden, vielleicht sogar kürzlich Leute entlassen mussten. Da halten sie sich eher zurück, weil sie eine Bewerbung um die Auszeichnung als bester Arbeitgeber vielleicht unpassend finden. Dabei hat das eine nicht unbedingt mit dem anderen zu tun. Auch ein guter Arbeitgeber muss Kündigungen aussprechen, wenn es erforderlich ist. Viele möchten in dieser Situation auch keine Initiativbewerbungen auf den Tisch bekommen, was ich, perspektivisch betrachtet, für verkehrt halte.

SZ: Ist diese Haltung nicht ein wenig unrealistisch? Die wenigsten Personaler pflegen ihre Besten - erst recht nicht, wenn sie zum alten Eisen gehören.

Masurat: Die Top Job-Unternehmen haben zwischen 2000 und 2004 ihre Mitarbeiterzahlen um 18 Prozent erhöht. Knapp zwei Drittel der Unternehmen haben ein branchenuntypisch hohes Umsatzwachstum erzielt. Das spricht doch dafür, dass eine kluge Personalführung sich umsatzsteigernd auswirkt.

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(SZ vom 5.2.2005)