Leben an der kurzen Leine des Handys
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Grundsätzlich müsse in der Zusammenarbeit von Vorgesetzen und Mitarbeitern gelten, "niemanden klein zu machen, bloßzustellen, Scherze auf Kosten anderer zu machen und abfällig über Abwesende zu reden". Das untergrabe Vertrauen und Glaubwürdigkeit, weil sich jeder automatisch frage: Wie mag er über mich in meiner Abwesenheit reden?
Geradezu extrem demotivierend wirke Taktieren, Messen mit zweierlei Maß und die verbreitete Verhaltensweise, Mitarbeiter aus Wettbewerbsgründen gegeneinander auszuspielen. Auch jemanden als hehres Vorbild zu preisen, kommt im Team schlecht an. So wichtig und lobens- und auch belohnenswert die überragende kreative Einzelleistung auch sei, nie, sagt Weegen, dürfe ein Vorgesetzter vergessen: "Auch die sorgfältig abgearbeitete Routine ist eine unverzichtbare Stütze des betrieblichen Erfolgs." Auch das oberflächliche Lob mit der Floskelgießkanne sorgt für reichlich Frustration. Zuverlässig verprellt es die Mitarbeiter, die aus sich heraus die überdurchschnittliche Leistung als selbstverständliche persönliche Norm ansehen. En passant vertreutes Lob könne sehr beleidigen und demotivieren, so Weegen. Ebenso die Untugend, während eines Gesprächs mit Mitarbeitern in Unterlagen zu wühlen, zu telefonieren oder sich sonstwie unaufmerksam zu zeigen.
Signale der Achtung und Aufmerksamkeit
Ein unterschätzter Demotivationsfaktor sei auch die um sich greifende Unsitte, Mitarbeitern keine Zeit zur Erholung und Regeneration zu lassen. Wer hohe Leistung wolle, müsse im Gegenzug auch das Privatleben respektieren und dürfe seinen Mitarbeitern kein Leben an der kurzen Leine des Handys zumuten, mahnt Weegen und fordert: "Beladen Sie Ihre Leistungsträger nicht mit dem Fluch, pausenlos und überall erreichbar sein zu müssen!"
Vermeintlich Altmodisches empfehle sich als wirkungsvolle Frustbremse, meint der Berater: Höflichkeit, die Wirkung symbolischer Gesten und der Charme der Contenance. Mit dem sprichwörtlichen Hut in der Hand kämen Vorgesetzte besser an und sorgten für aufgeschlossenere Mitarbeiter als die gruß- und blicklos Vorübereilenden. Dringlich legt der Personalexperte nahe: "Sagen Sie 'Bitte' und 'Danke'. Ergibt sich die Situation, halten Sie die Tür auf oder für die Ihnen Folgenden offen, und seien Sie sich im Sinne beispielgebenden Handelns auch nicht zu schade, ein herumliegendes Stück Papier aufzuheben."
Angst um den Arbeitsplatz mag zwar ausreichen, den Mitarbeiter nicht aus der Firma zu vergraulen. Es sind aber die kleinen Signale der Achtung und Aufmerksamkeit, die seine Motivation und Leistungsbereitschaft wachhalten.
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(SZ vom 13.12.2008/bön)
Christopher Lee zum 90.
Bei mir war das auch so ähnlich.
Also ich kann Hartz IV nur empfehlen.
Wer arbeiten geht ist selber schuld.
gerade mal 50 von geplanten 1000 Computern verkauft worden waren, wuchs der Druck auf Abteilungsleiter und Personal ins Unermessliche. Jene , die am wenigsten für die Situation verantwortlich waren, wurden am meisten schikaniert, denn ihre Arbeitsplätze waren ja nun unwirtschaftlich. Das Management engagierte McKinsey und täglich wurden Katastophenbesprechungen angesetzt mit dem Titel: Was können wir tun, um im 2. Halbjahr statt 50 nun 950 Computer zu verkaufen? Hilflose und unfähige Vorstände wurden im Monatstakt ausgetauscht und fett abgefunden, für das Fußvolk blieb nur Stress, Stress, Stress.
Sie sind entweder schon Führungskraft oder eignen sich hervorragend für diese Aufgabe:
Ein schlechter Manager zeichnet sich durch ein alleiniges Interesse für Zahlen aus und erspart sich die Mühe, die wahren Zusammenhänge zu erforschen und zur Kenntnis zu nehmen. Und hinter den Zahlen die Menschen wahrzunehmen.
88 Prozent der Deutschen fühlen sich ihrer Firma gegenüber zu nichts verpflichtet, steht da in der Überschrift.
Angesichts der Tatsache, daß die Zahl der Deutschen, die einer Arbeit (festangestellt, freiberuftlich) nachgeht, noch nicht einmal 50% erreicht, kann die o.g. Aussage nicht stimmen. Und wenn ein Artikel schon mit so einem Fehler beginnt, dann braucht man den Rest auch nicht mehr lesen.
Als "braver Bürger und Angestellter" müßte ich Barebacker jetzt eigentlich ganz übel zürnen.
Als "täglich verarschter Bürger und gequälter Angestellter" kann ich das aber in der Gesamtsicht nachvollziehen. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Arbeitswelt ist miserabel. Da reißt man sich jeden Tag den ****** auf, kämpft während der knapp drei Stunden Feierabend nur noch mit der Müdigkeit, kann froh sein, wenn man daneben die alltäglichen Dinge noch geregelt bekommt und braucht das ganze Wochenende, um sich bis Montagmittag erholt fühlen zu können - wofür denn? Damit ich mir jedes Jahr weniger leisten kann?
Das Grundeinkommen für alle (Götz Werner) ist längst überfällig. Dann kann jeder frei entscheiden, in welchem Maß und vor allem wofür er sich martern lassen will.
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