Viele Karrieremenschen halten die eigene Leistung nie für gut genug und können berufliche Erfolge nicht genießen. Solch ein Minderwertigkeitskomplex spornt zwar an - ist aber gefährlich.
Ulrike Folkerts ist eine Ausnahme. Als sie vor einigen Jahren einen Preis als beliebteste "Tatort"-Kommissarin erhielt, sprang die Schauspielerin auf die Bühne und sprach mit fester Stimme ins Mikrofon: "Ich finde, das habe ich verdient."
"Ich komme mir wie eine Betrügerin vor": Studien zufolge leidet jeder zweite Erwachsene zeitweilig unter dem Hochstapler-Syndrom, einer psychischen Störung. (© Foto: iStock)
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"Gut so!", möchte man ihr zurufen. Denn gesunder Stolz und Selbstbewusstsein sind gerade bei weiblichen Filmstars und Karrierefrauen dünn gesät - das Gegenteil hingegen ist gar nicht so selten: Wer krankhaft der Meinung ist, er habe den beruflichen Erfolg gar nicht verdient, leidet unter einer speziellen Form des Minderwertigkeitskomplexes. Hochstapler-Syndrom nennen es Experten, und betroffen sind vor allem Frauen.
Harte Arbeit, Leistung und Talent
Studien zufolge leidet jeder zweite Erwachsene zeitweilig unter der psychischen Störung. Da ist die international renommierte Schauspielerin, die über ihren Erfolg sagt: "Ich komme mir wie eine Betrügerin vor", da ist die Abteilungsleiterin in einem Großkonzern, die stets fürchtet, ihre männlichen Kollegen hielten sie für eine Blenderin - obwohl in beiden Fällen harte Arbeit, Leistung und Talent hinter den Karrieren stehen.
Psychologen fanden heraus, dass bestimmte Familienstrukturen das Gefühl fördern, in Wirklichkeit viel schlechter zu sein als sein Ruf. Typischerweise halten Eltern ihr Kind für intelligenter, charakterlich ausgeprägter, sportlicher und allgemein begabter als Gleichaltrige. Sie erzählen von ihrem "außergewöhnlichen" Nachwuchs - der allerdings zeigt sich dabei befremdet, weil er sich selbst ganz anders erlebt.
Im zweiten, gegenteiligen Fall unterschätzen Eltern ihr Kind und loben stattdessen etwa Bruder und Schwester im Übermaß: Das Gefühl, alles nicht so gut zu machen wie die Geschwister, frisst sich in die Kinderseele.
Dass vor allem Frauen sich für nicht gut genug halten, verdeutlichen nach Ansicht der Fachärztin Astrid Vlamynck die nach wie vor gesellschaftlich verankerten Rollenzuschreibungen: Das in den 50er Jahren geprägte Ideal vom Heimchen am Herd steht Karriere, Macht und Erfolg im Wege - wer zur sensiblen, zurücksteckenden Hausfrau erzogen wird, hat es später schwer, berufliche Erfolge zu genießen.
Souveränes, selbstsicheres und typisch männliches Auftreten
Und das passiere immer noch ziemlich oft, sagt die Psychotherapeutin Vlamynck: "Frauen werden weiterhin dazu erzogen, nicht auf ihre Leistungen stolz zu sein, sie werden demotiviert und gebremst." Unterstützt und gefördert würden Frauen oft nur, wenn sie gesellschaftlich gebraucht würden. "Das sieht man etwa an den Trümmerfrauen oder den weiblichen Ingenieuren, die es zuhauf in der DDR gab", erklärt die Expertin.
Der Begriff Hochstaplersyndrom wurde Ende der 70er Jahre von den US-Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes geprägt. Spätere, breiter angelegte Untersuchungen belegten, dass der Komplex vor allem in Berufsgruppen auftritt, in denen es um souveränes, selbstsicheres, oft typisch männliches Auftreten geht: bei Ärzten etwa, Wissenschaftlern, Managern in der Wirtschaft.
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Bruce Springsteen in Frankfurt
Auch für Männer gehören Ängste und Selbstwertprobleme zu den großen Herausforderungen des Lebens.
Ebenso wie der Leser "Gardovan" kann ich diese post feministischen Misandrie-Artikel in der SZ nicht mehr aushalten.
Ich würde mir langsam Mal ein wenig mehr Selbstreflexion des weiblichen Geschlechts wünschen. Diese ständigen Versuche, die Männer noch handzahmer zu bürsten erreichen Ihr Ziel nur bedingt.
Wie blöd muss man eigentlich sein, um zu solchen absurden Behauptungen zu kommen?
Man verzeih mir diesen Einstieg, aber etwas so unausgegorenes zu den Trümmerfrauen
und den weiblichen Ingenieuren in der DDR abzulassen ist eine Beleidigung jedes auch nur
ein bisschen objektiven Menschen.
Ist das denn so schwer zu verstehen, dass nach dem Krieg auch im Osten noch nicht alle
Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurück waren und deshalb eben die Frauen mit an-packen mussten, um den Scherbenhaufen aufzuräumen und natürlich mussten sie etwas
zu essen haben, um das durchzuhalten.
Ich habe in der DDR ein Jurastudium absolviert und wir waren 50 Studenten im Studienjahr, von denen 50% Frauen waren, bei denen ich von einer besonderen Förderung nichts be-
merkt habe. Aber sie wurden auch gebraucht.
(Zum Verständnis: Man hat z.B. pro Studienjahr eben 50 Studenten ausgebildet, weil man
nach dem Studienabschluss 50 Staatsanwälte brauchte.)
Vielleicht doch schon mal etwas von Gleichberechtigung gehört?
Summa sumarum: Die ganze bundesrepublikanische Gesellschaft schein mir ein Fall für
die Couch zu sein. Anders kann ich den Beitrag nicht verstehen.
Ich kann dieses dauernde Männerbashing nicht mehr lesen. Klar gibt es Typen die haben mit den körperlichen Grundfunktionen 95% Gehirnkapazität ausgelastet, es gibt aber auch andere.
Also bitte ich um den Aufbau soviel sozialer Kompetenz um diesen Zustand endlich differenziert betrachten zu können, danke.
Da hier der Begriff der Erziehung gefallen ist, möchte ich doch mal darauf hinweisen welches Geschlecht überdurchschnittlich an der Erziehung der Kinder teilnimmt...
Sprich es besteht da ein Generationenproblem, Mütter mit Komplexen geben diese ebenso weiter. Dass sich Väter oft der Erziehung entziehen ist ebenso ein Problem. Aber diese sind getrennt zu betrachten und ein Fehlverhalten wird nicht mit dem Hinweis auf ein anderes wieder bereinigt!
Umdenken lautet die Devise und das bedeutet Arbeit und andauerndes arbeiten an sich selbst um nicht in die gewohnten Denkstrukturen zurück zu verfallen. Also wieder mal die Bequemlichkeit ist die Wurzel allen Übels.
"Viele Karrieremenschen halten die eigene Leistung nie für gut genug und können berufliche Erfolge nicht genießen. Solch ein Minderwertigkeitskomplex spornt zwar an - ist aber gefährlich."
Ein Artikel, der mit dieser interessanten Einleitung zu einem interessanten Thema lockt driftet leider ab und bedient sich mal wieder des Männer-Frauen-Ungleichheits-Klischees, dass ohne Zweifel besteht aber in meinen Augen nicht Fokus dieses Artikels sein müßte. Sicher wird es so sein - auch wenn ich das nicht zu beurteilen vermag - dass Frauen häufiger am genannten Syndrom leiden. Das allerdings als Anlass dafür zu nutzen, das eingangs geschilderte Problem so einseitig darzustellen und mit eingefahrenen Rollenmustern zu argumentieren und die Männer kollektiv in die Pflicht zu nehmen empfinde ich jedoch als allzu billig. Verweise, dass Frauen aus bestimmten Gründen häufiger betroffen sind, hätten meines Erachtens ausgereicht und wären dem Problem und der Überschrift hier mit Sicherheit gerechter geworden.
Schade...
"Unterstützt und gefördert würden Frauen oft nur, wenn sie gesellschaftlich gebraucht würden. "Das sieht man etwa an den Trümmerfrauen oder den weiblichen Ingenieuren, die es zuhauf in der DDR gab", erklärt die Expertin."
heute werden frauen wohl nicht gesellschaftlich gebraucht? wie wurden truemmerfrauen denn besonders gefoerdert? und wer hat sie unterstuetzt (die kinder?)
wenn das ein mann gesagt haette, auweia...
erst denken, dann reden.