Drei milliardenschwere Programme sollen die Universitäten konkurrenzfähig machen. Doch die Länder streiten über Details - und blockieren so die Auszahlung.
Ein Streit zwischen den Wissenschaftsministern blockiert drei milliardenschwere Bund-Länder-Programme für Forschung und Lehre. Die Konferenz der Wissenschaftsminister (GWK) vertagte am Montag in Berlin Beschlüsse für den sogenannten Hochschulpakt, die Exzellenzinitiative und den Pakt für Forschung. Auch auf eine Ausweitung des Angebots an Stipendien für Studenten konnten sich die Minister nicht verständigen.
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Voller Hörsaal: Zwischen 2011 und 2015 sollen bundesweit 275.000 zusätzliche Studienplätze entstehen. (© Foto: ddp)
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Der GWK-Vorsitzende, Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), kündigte eine Sondersitzung für den 22.April an. Bis dahin soll eine Arbeitsgruppe auf Ministerebene nach Auswegen aus dem Streit suchen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte, es sei bedauerlich, dass noch kein Konsens erreicht worden sei.
Streit entlang der Parteilinien
Bei den drei Programmen geht es um insgesamt etwa 16 Milliarden Euro für die Hochschulen und außeruniversitären Institute. Der Streit verläuft entlang den Parteilinien und entzündet sich an der Frage, wie Bundeszuschüsse für neue Studienplätze verteilt werden sollen. Unstrittig ist, dass zwischen 2011 und 2015 bundesweit 275.000 zusätzliche Studienplätze entstehen sollen. Etwa sieben Milliarden Euro sollen deshalb in den Ausbau und das Personal der Hochschulen investiert werden, je zur Hälfte finanziert von Bund und Ländern.
Die SPD-Minister Jürgen Zöllner (Berlin), Eva-Maria Stange (Sachsen) und Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz) wollen durchsetzen, dass Bundesländer, deren Hochschulen traditionell viele Abiturienten aus anderen Regionen aufnehmen, höhere Bundeszuschüsse erhalten. Bei der Aufteilung der Mittel wollen sie deshalb sogenannte Wanderungssalden berücksichtigen. Dies wäre vor allem für Rheinland-Pfalz von Vorteil, weil dort viele Abiturienten aus Hessen und Baden-Württemberg studieren.
Komplizierte Berechnung
Die Minister der Union, einschließlich Bundesministerin Schavan, lehnen den SPD-Vorschlag kategorisch ab. Sie verweisen auf den bestehenden Länderfinanzausgleich und argumentieren, man dürfe den Hochschulpakt nicht durch zusätzliche Transfers überfrachten. Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) kritisierte das Modell der SPD als unausgewogen.
So berücksichtige es nicht, dass die Ausgaben pro Studienplatz je nach Fachrichtung unterschiedlich seien. Außerdem müsse dann auch das Verhältnis von Studienanfängern zu Absolventen, die im jeweiligen Land bleiben, beachtet werden, sagte Olbertz: "Das würde die Berechnung so kompliziert machen, dass gar keine Einigung mehr möglich wäre."
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Sorgerechtsverfahren in der Kritik
Sehr treffend, d'accord. Aber vielleicht ist die Bildung auch nicht so systemrelevant.
also Bund und Länder 7 Milliarden auf ein paar Jährchen. Und wieviel wurde "notwendigerweise" in HRE, HSH, BLB, Dresdner und all die anderen TOP PERFORMER gesteckt?
Man sieht ganz eindeutig wo hier Prioritäten liegen. Uni und Ausbildung, dafür gibt es Lippenbekenntnisse und Feigenblätter. Aber wehe es haucht auch nur in der Grossfinanz. Dann singt Frau Merkel das Lied von den Sterntalern und es REGNET Geld wie weiland Mana in der Wüste.
Es ist sehr schade, dass die SPD eine Ausweitung der Stipendienlandschaft nicht unterstuetzt. Allerdings muss man wohl auch sehen, dass es mit einer simplen Ausweitung nicht getan ist. Die deutsche Stipendienlandschaft braucht einen grundlegenden Strukturwandel!
Klammern wir einmal die Studienstiftung des Deutschen Volkes aus, bei der man sich nicht bewerben kann sondern vorgeschlagen werden muss und die zu wenig Finanzmittel hat, dann bleibt doch nur noch Fragwuerdiges uebrig!
Ich habe waehrend meines Studiums eine sehr ernuechternde Erfahrung gemacht: Bei einer Informationsveranstaltung stellten sich die ganzen uebrigen Stiftungen (parteinah, kirchlich, etc.) vor und erklaerten was sie tun und worauf es bei einer Bewerbung ankaeme. Der Grundtenor in allen Faellen war: "Gute Noten sind nicht so wichtig, es kommt auf die Nebentaetigkeiten an!" Mit anderen Worten, jemand der sich zu 100% auf sein Studium konzentriert wird niemals so ein Stipendium bekommen, egal wie gut seine Noten sind. Stattdessen werden vermutlich tendenziell eher Leute gefoerdert die noch zwanzig Dinge nebenbei machen statt zu studieren.
Ich war damals sehr erbost und enttaeuscht und sehe hier den dringenderen Handlungsbedarf.