Was kostet ein Student? In Deutschland vom ersten Semester bis zum Examen knapp 115.000 Euro - viel mehr als in anderen Ländern.
Das deutsche Hochschulsystem ist ineffizient. Das zeigt eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS). Demnach bringt Deutschland zwar viel weniger Hochschulabsolventen hervor als andere Länder, doch bis ein Student bei uns sein Diplom in der Tasche hat, kommen viel mehr Kosten zusammen als anderswo.
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Für ihren Ländervergleich haben die Hochschulforscher die Ausgaben der deutschen Hochschulen, etwa für Personal und Sachmittel, auf den einzelnen Studenten umgerechnet. In Deutschland liegen die Kosten pro Studienanfänger, mit fast 72.000 Euro im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch. "Das in die Hochschulen investierte Geld verteilt sich auf weniger Köpfe, da die Studienanfängerquoten bei uns viel geringer sind als in anderen Ländern", erklärt Michael Lezczensky vom HIS. "Dadurch ist ein Hochschulstudium, bezogen auf den einzelnen Studienanfänger, gut finanziert und die Ausstattung nicht so schlecht".
Die Studienanfängerquote ist in Deutschland zwar sei 1993 um knapp neun Prozent gestiegen - sie liegt mit fast 35 Prozent eines Altersjahrgangs aber immer noch weit unter den Quoten andere Länder. So schreiben sich nach Angaben der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zum Beispiel in Finnland oder Schweden 72 bzw. 69 Prozent einer Altersgruppe an einer Hochschule ein.
Krasser Abbruch
Bis zum Examen summieren sich die Kosten für einen Studenten in Deutschland auf satte 115.000 Euro. "Diese Diskrepanz zwischen den Ausgaben für einen Studienanfänger und einen Hochschulabsolventen ist unter anderem durch den Studienabbruch bedingt. Dazu kommen noch die vergleichsweise langen Studienzeiten", sagt Michael Lezczensky. "Das ist in anderen Ländern nicht so krass. Daher ist der Absolvent in Deutschland relativ teuer".
In Frankreich etwa liegen die Ausgaben für einen Hochschulabsolventen bei rund 46.000 Euro, in Großbritannien bei knapp 43.000 Euro.
Für die Hochschulforscher liegt die Lösung des Problems auf der Hand: "Um das Hochschulsystem zu optimieren, müsste man die Studienbedingungen so ausgestalten, dass weniger Studienabbruch vorkommt, zum Beispiel durch mehr Betreuung und eine Verkürzung der Studienzeiten", sagt Michael Lezczensky.
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