Das Interesse an einem Studium sinkt. Vor allem in technischen Fächern gibt es weniger Studienanfänger.

Die Zahl der Studienanfänger ist zum dritten Mal in Folge zurückgegangen, obwohl es auch 2006 erneut mehr Abiturienten gab. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) machte dafür am Mittwoch verschärfte Zulassungsbeschränkungen in immer mehr Studiengängen verantwortlich. Dies sei Folge der unzureichenden Finanzausstattung der Hochschulen durch die Länder.

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Das Deutsche Studentenwerk (DSW) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verwiesen zudem auf mögliche Abschreckungseffekte durch Studiengebühren. Auch sei das Studenten-Bafög seit 2002 nicht mehr erhöht worden.

Insgesamt nahmen dieses Jahr rund 343.700 junge Menschen ein Studium auf - 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. An den Universitäten betrug der Rückgang knapp fünf Prozent, an den Fachhochschulen gut ein Prozent. Auch in den beiden Jahren zuvor waren die Anfängerzahlen jeweils zwischen sechs und 3,5 Prozent zurückgegangen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte dazu auf, schnell mehr Studienplätze zu schaffen. "Ich kann an die Länder und die Hochschulen nur appellieren, mit dem Hochschulpakt jetzt schnell die Studienkapazitäten auszubauen", sagte sie der Financial Times Deutschland . In dem Pakt verpflichten sich Bund und Länder, bis 2010 weitere 90.000 Plätze für Studienanfänger zu schaffen. Dafür wollen beide Seiten gut 1,1 Milliarden Euro zusätzlich ausgeben.

Die Anfängerzahl ist nach Angaben der HRK vor allem in jenen Ländern gesunken, in denen die Zahl der zulassungsfreien Studiengänge rückläufig ist. Dies gilt vor allem für Sachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. In diesen Ländern gebe es um bis zu 39 Prozent weniger zulassungsfreie Studiengänge.

In Berlin, Brandenburg, Hamburg und Rheinland-Pfalz, wo dagegen die Zahl der zulassungsfreien Studiengänge größer geworden sei, hätten sich auch mehr junge Menschen eingeschrieben, erklärte die HRK.

Weniger Techniker

Insgesamt gab es deutlich weniger Anfänger bei Elektrotechnik und Maschinenbau/Verfahrenstechnik , gefolgt von Bauingenieurwesen und Informatik.

Die Gesamtzahl der Studierenden in Deutschland ist mit rund 1,98 Millionen nahezu konstant geblieben. 71 Prozent der Studierenden besuchen eine Universität, 29 Prozent eine Fachhochschule.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte, der Rückgang bei den Anfängerzahlen müsse "allen Verantwortlichen in der Bildungspolitik zu denken geben." Dazu gehöre die selbstkritische Frage, ob nicht mit Studiengebühren in sieben Bundesländern, Sparen beim Bafög und der Absenkung der Altersgrenze beim Kindergeld von 27 auf 25 Jahre "falsche Signale" gesandt und die Rahmenbedingungen für eine Studienentscheidung verschlechtert worden seien.

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(dpa)