Der freie Mitarbeiter In den 80er Jahren fürchtete der deutsche Angestellte, dass bald schon ein unermüdlich arbeitender Roboter seinen Arbeitsplatz übernimmt. Im Jahr 2007 fürchtet der deutsche Angestellte, dass bald schon ein unermüdlich arbeitender Freiberufler seinen Arbeitsplatz übernimmt.

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Der freie Mitarbeiter bekommt das zu spüren: Er wird ständig auf seinen Platz verwiesen. Obwohl er die gleiche Arbeit wie ein Festangestellter macht, steht er in der Rangordnung weit unter ihm. Doch wie alle Menschen ohne Kündigungsschutz neigt er nicht zum Revoluzzer. Im Gegenteil: Weil er auf die Gunst von Chef und Mitarbeitern angewiesen ist, tritt er meist unterwürfig auf.

Um in der Hierachie aufzusteigen, legt er mitunter eine gewisse Gerissenheit an den Tag.

Der Praktikant Lehrjahre sind keine Herrenjahre, da hat Opa recht. Der Praktikant steht noch unter den freien Mitarbeitern. Er darf arbeiten, aber nicht aufmucken. Häufig fällt er nicht mal auf. Ist er besser ausgebildet und offenbar leistungsfähiger als mancher Mitarbeiter, muss er Drohgebärden fürchten.

Der Kantinenkoch Im Fernsehen sind Köche coole, junge, motivierte Menschen, die sich täglich neue Gerichte ausdenken und nur auf Wochenmärkten beste Produkte direkt vom Bauern kaufen.

In der Kantine gibt es Auflauf. Trotzdem bleiben vom Praktikanten bis zum Chef alle freundlich. Zum einen, weil Kochen für 500 Menschen nichts mit Jamie-Oliver-Hochglanzfotos gemein hat. Aber vor allem, weil seine Schöpfkelle die Größe ihres Mittagessens bestimmt.

Die Putzkraft Ganz ähnlich verhält es sich mit den Putzleuten. Sie haben unmenschlich zu nennende Arbeitszeiten und niedrige Gehälter. Sie sind die Underdogs. Von den Meisten werden sie dennoch freundlich gegrüßt. Schließlich haben Putzkräfte ein enormes Machtpotenzial: Sie könnten die Büropflanze langsam in Cola ertränken oder den Telefon-Hörer mit dem Klolappen wischen.

Der Technik-Experte Er ist häufig der heimliche Konkurrent des Alpha-Tiers. Weil alle auf sein Wissen und seine Hilfe angewiesen sind sobald PC-Programme abstürzen oder der Drucker streikt. Gunstbezeugungen aller Arten ist er daher gewöhnt. Die kann er in Ruhe genießen, schließlich wird er nicht von Drohgebärden junger Aufsteiger gestört.

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