Über den richtigen Umgang mit Headhuntern: Was man fragen und sagen darf - und was nicht.
Was tun, wenn der Headhunter anruft? Cool reagieren und eine gute Verhandlungsposition aufbauen, sagt Heike Cohausz, Geschäftsführende Gesellschafterin bei von Rundstedt HR Partners.
Und der Headhunter schreibt mit: In der Regel machen sich die Kopfjäger Notizen während des Telefonats. (© Foto: dpa)
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SZ: Was wollen Personalberater beim ersten Telefonat mit einem Kandidaten auf keinen Fall hören?
Cohausz: Die erstaunte Frage: "Oh, wie kommen Sie denn auf mich?!" Darauf dürfen Berater gar nicht antworten. Außerdem zeigt sich der Angerufene mit dieser Frage wenig selbstsicher: Warum sollte er nicht für ein anderes Unternehmen in Frage kommen?
SZ: Im ersten Gespräch, heißt es, soll man dem Headhunter vor allem zuhören.
Cohausz: Ja, erst recht, wenn man an eine Veränderung noch gar nicht gedacht hat. Dann kann man im Stillen abschätzen, ob die Position oder das Unternehmen überhaupt in Frage kommen. Natürlich darf man auch Fragen stellen - nur nicht gleich zur Ausstattung der Stelle und zu den finanziellen Konditionen.
SZ: Muss ich mich wundern, wenn der Berater nach meiner Ausbildung und meinem Alter fragt? Das müsste er doch eigentlich wissen.
Cohausz: Viele überschätzen das Wissen des Beraters. Meist sind nur die aktuell ausgeübte Position sowie das ungefähre Alter des Kandidaten bekannt.
SZ: Was sage ich, wenn ich an der angebotenen Position nicht interessiert bin, ansonsten aber offen für Neues?
Cohausz: Das sagen Sie genau so: Aus diesen und jenen Gründen kommt die Stelle für mich nicht in Frage, aber ich würde mich freuen, wenn Sie mich bei anderer Gelegenheit wieder kontaktierten.
SZ: Verbessert es meine Position gegenüber dem Berater, wenn ich im ersten Gespräch alle meine Erfolge aufzähle?
Cohausz: Wenn sich der Anrufer danach erkundigt, ja. Ungefragt und in epischer Breite die Werbetrommel für sich zu rühren, zeugt dagegen von schlechtem Stil. Die bisherige Laufbahn ist selbstverständlich ein Thema, aber erst in den nachfolgenden Gesprächen.
SZ: Wie verhält man sich, wenn die Sprache auf das aktuelle Gehalt kommt?
Cohausz: Ich empfehle immer, bei der Wahrheit zu bleiben. Schwindeleien kommen früher oder später heraus.
SZ: Wie kann ich mich sonst noch interessant machen?
Cohausz: Berater wollen keine Kandidaten, die sich interessant machen, sondern solche, die für die zu besetzende Position interessant sind.
SZ: Wird beim ersten Kontakt schon ein persönliches Gespräch vereinbart?
Cohausz: So gut wie nie. Zunächst mal will der Searcher herausfinden, ob der Angesprochene überhaupt wechseln will und ob er zur Position passt.
SZ: Muss ich ein schlechtes Gefühl haben, wenn sich die Personalberatung kein zweites Mal bei mir meldet?
Cohausz: Nein. In der Regel haben sich dann aus dem Vorcheck einfach passendere Kandidaten ergeben, mit denen man zuerst weiter sprechen möchte.
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(SZ vom 11.11.2006)
Ich habe einen guten Job und bin mit meinem Arbeitgeber und meinem Gehalt zufrieden - oder auch nicht. Wie auch immer, es ist jederzeit interessant zu hören ob sich Möglichkeiten auftun die mich in meinem Leben weiter bringen - oder eben nicht. Vor diesem Hintergrund ist ein Anruf dieser Art immer eine Chance mich mit meiner derzeitigen Situation auseinander zu setzen. Im Prinzip die gleichen Interessen hat der Headhunter - er will herausfinden ob mit diesem Anruf die Chance besteht einen passenden Kandidaten zu vermitteln. In meinen Augen sind alle Fragen angebracht die die jeweilige Situation auf beiden Seiten zulässt und die in diesem Augenblick zielführend für meine persönliche Kurzanalyse sind. Bei Interesse werden sich weitere Gelegenheiten für Details ergeben.
Als höflich gilt es, wenn sich nicht nur vorstellt sondern auch Angaben darüber macht wie man auf die Person kommt mit der man Kontakt aufnimmt. Alles andere hat eher den Stil eines Callcentermitarbeiters und wirkt kaum seriös.
Von der Frage nach dem aktuellen Gehalt mal ganz abgesehen. Diese Frage beantwortet man nicht am Telefon, wenn man noch einen Funken Selbstbewustsein hat. Zumindest nicht einer unbekannten Person gegenüber. Da könnte sich ja jemand einen Spass machen oder der "Personalberater" möchte einfach nur Daten Sammeln.
Da ich selber als Personalberater arbeite muss ich das ganze hier mal entmystifizieren. Ein wichtiger Punkt hier wäre auf jeden Fall, dass sich Personlberater grundsätzlich als Dienstleister für den Kunden als auch für den potentiellen Kandidaten sehen sollten. Somit ist die Diskussion über erlaubte und unerlaubte Fragen nicht zielführend. Eine seriöse Beratung achtet bei der Erstansprache darauf, dass der Angesprochene nicht am Arbeitsplatz belästigt wird. Daher werden die genannten Fragen zu Gehalt oder ähnliche Informationen nicht gestellt. Ein weiterer Schritt sollte immer die Vereinbarung eines weiteren Termins sein. Ich habe während meiner Tätigkeit schon mit hunderten Kandidaten gesprochen und muss sagen das sicher weit mehr als 90% richtig reagieren. Die Reaktion eines Kandiaten muss schon sehr ungewöhnlich sein, um entsprechende Schlüsse zu ziehen. Fazit: Berater wissen ganz genau, dass die Situation bei der Erstansprache ungewohnt ist. Einfach entspannt zuhören und sehen was passiert. Es gibt kein Falsch oder Richtig.
Was für ein Stuss.
Die Frage " Wie kommen Sie denn auf mich " ist berechtigt und macht Sinn und es ist die Aufgabe
des Kopfjägers eine Erklärung abzugeben.
Schliesslich kann sich am Telefon jeder Saubazi
einen Scherz erlauben. Ich warne sehr davor, sich
am Telefon Wildfremden beim Erstkontakt zu öffnen.
Der erfahrene Headhunter könnte auf seinen Zettel notieren : Dummkopf !
Ich bin erstaunt Herr Cohausz schlaegt vor auf die Gehaltsfrage ehrlich zu antworten - in meinem Arbeitsvertrag jedenfalls steht, dass ich diese Info nicht mit anderen teilen darf.
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