Guttenberg-Buch über Plagiatsaffäre Guttenberg greift Kritiker aus der Politik an

Von seinen Kritikern in der CDU greift Guttenberg vor allem Bundestagspräsident Lammert an, der im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre von einem Sargnagel für das Vertrauen in die Demokratie gesprochen haben soll. "Ein Sargnagel braucht immer jemanden, der den Hammer hält und den Sargnagel einschlägt", sagt Guttenberg. "Diese Rolle würde ich dem Autor des Satzes zugestehen. Das war wirklich unglaublich."

Der CSU-Politiker wiederholt die These aus seiner Rücktrittserklärung, dass er das Verteidigungsministerium als "bestelltes Haus" und nicht etwa einen "Trümmerhaufen" hinterlassen habe. Sein Nachfolger Thomas de Maizière habe seine Pläne für die Bundeswehrreform zu 95 Prozent übernommen. Dass es diese tiefgreifendste Reform in den deutschen Streitkräften seit Gründung der Bundeswehr nun gibt, rechnete sich Guttenberg durchaus als Verdienst an. Dafür seien zwei Dinge notwendig gewesen: Die Überzeugung von der unbedingten Richtigkeit der Reform und die "Bereitschaft, nötigenfalls zu scheitern".

Schon wenige Tage vor dem Verkaufsstart war nach Angaben des Herder-Verlags in Freiburg der Großteil der Startauflage von 80.000 Exemplaren des Guttenberg-Buchs von Händlern gekauft oder von Lesern vorbestellt. Ein Sprecher des Verlags sagte der Nachrichtenagentur dpa, man stehe bereits in den Startlöchern, um nachzudrucken.

Am 28. Januar 2012 will der CSU-Politiker erstmals seit seinem Rücktritt wieder vor großem Publikum in Deutschland auftreten - bei der Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" des Aachener Karnevalvereins. Wie versprochen wolle er dort die Laudatio auf den Kabarettisten Ottfried Fischer halten. "Wenn ich nichtpolitische Versprechen gebe, dann halte ich die", sagte er zur Begründung. Politische Versprechen gebe er erst gar keine ab, weil er die selbst nie habe hören können.

Guttenberg hatte den Orden im vergangenen Jahr zugesprochen bekommen, ihn aber nicht selbst entgegengenommen. Für ihn sprang Bruder Philipp ein und hielt eine vielgelobte Rede. Traditionell hält der Ordensträger im folgenden Jahr die Laudatio auf den Nachfolger.