Das Gehalt spielt dagegen eine geringere Rolle als allgemein angenommen. "Man kann allein durch ein hohes Einkommen nicht langfristig motivieren", sagt Tatjana Fuchs. Allerdings kann man mit zu niedrigen Gehältern Schaden anrichten: "Arbeitgeber können ihre Beschäftigten unheimlich stark frustrieren, wenn sie ihnen ein Einkommen zahlen, dass nach deren Ansicht in keinem adäquaten Verhältnis zu ihrer Leistung steht."

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Eine wichtige Rolle spielt auch der Chef. "Führungskräfte haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Mitarbeiter Spaß bei der Arbeit haben", sagt Menges. Das betrifft die Aufgabenstellung ebenso wie den Umgang miteinander.

Wie die Inqa-Umfrage zeigt, kann ein guter Führungsstil dauerhaft motivieren. Werden die Mitarbeiter aber mehr schlecht als recht geführt, demotiviert der Chef regelrecht. Der ideale Vorgesetzte pflegt einen respektvollen und anerkennenden Umgang mit seinem Team und unterstützt auch fachlich. Es sei jedoch verkehrt, nur auf die einzelne Führungskraft zu schauen, meint Fuchs. Vielmehr müssten sich die Unternehmen von einer Personalpolitik abwenden, die nur auf Druck setze.

Frustrationspotenzial bieten auch arbeitsorganisatorische Probleme. Wer unter Zeitdruck steht, ständig gestört wird, widersprüchliche Informationen erhält oder sich an nicht funktionierenden Arbeitsabläufen aufreibt, bringt selten noch Begeisterung für den Job auf. Auch die Angst um den Job wirkt demotivierend.

"Unternehmen haben es in der Hand, ob sie motivierte oder frustrierte Beschäftigte haben", sagt Fuchs. Machen sie es richtig, können sie ihre Beschäftigten geradezu beglücken. "Studien belegen, dass es bei der Arbeit zu Glücksgefühlen ähnlich wie bei Extremsportarten kommen kann", sagt Fuchs. Die entscheidende Voraussetzung ist allerdings: Die Beschäftigten haben komplexe Aufgaben, an denen sie wachsen können.

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(sueddeutsche.de)