Dirk Schuhmacher hat sich selbständig gemacht - er vermittelt Praktikumsplätze im Ausland.
Dirk Schuhmacher hat in diesen Tagen mehr als sonst zu tun. Das Telefon klingelt ohne Unterbrechung. Der 33-jährige Wirtschaftsjurist vermittelt Praktikumsplätze im Ausland. Und weil viele Studenten noch kurzfristig in den Sommer-Semesterferien ins Ausland wollen, geht es bei Schuhmacher turbulent zu.
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Dirk Schuhmacher ist viel unterwegs. Das Foto wurde in Buenos Aires aufgenommen. (© Foto: oh)
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Er selbst hatte sich vor sechs Jahren in Ecuador auf eigene Faust auf die Suche nach einem Praktikum gemacht. "Das war ganz schön naiv", sagt er heute. "Man braucht Kontakte, um einen Job zu bekommen." Schuhmacher hatte Glück. Beim Salsa-Tanzen in Quito lernte er die Ecuadorianerin Mercedes Arroyo kennen, die in einem Reisebüro angestellt war. Sie kannte deshalb eine Menge Leute, und Schuhmacher kam bei einem Nachrichtensender unter. "Doch das war alles reiner Zufall", sagt er.
Schuhmacher hatte damals schon Erfahrungen im Ausland gesammelt. Er war während der Schulzeit mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm des deutschen Bundestages und des amerikanischen Kongresses ein Jahr in den USA und nach dem Abitur für 18 Monate mit der Aktion Sühnezeichen in Frankreich. Er ist neugierig und kommt leicht mit Fremden ins Gespräch.
Doch nicht alle Menschen sind so. Deshalb entstand die Idee, von Deutschland aus Praktikumsplätze in Ecuador zu vermitteln. "Olé - auf geht"s", lautete das Motto der jungen Leute und war der Beginn der Olé -Praktikumsbörse.
Heute vermittelt Schuhmacher Praktikumsplätze auch in Peru, Chile, Argentinien und China. Er organisiert Jobs in Krankenhäusern und Kinderheimen sowie in Banken, Industrieunternehmen oder im Tourismus. In jedem Land hat er eine Kontaktperson, wie Mercedes Arroyo in Ecuador, die noch immer für ihn arbeitet.
Schuhmacher, geboren in Heidelberg, kümmert sich von seinem Büro in Bamberg aus ums Geschäft. Er sucht zusammen mit seinen Leuten am Ort die Praktikumsstellen aus, organisiert die Unterkunft und den Sprachkurs und sorgt dafür, dass die Praktikanten am Flughafen des Gastlandes abgeholt werden. Die Vermittlung eines sechs- bis achtwöchigen Praktikums kostet viel Geld: Durchschnittlich 1500 Euro sind für Unterkunft und Sprachkurs fällig, dazu kommt der Flug. "Die Studenten bekommen dafür aber hervorragende Jobs und haben Planungssicherheit. Außerdem gibt es eine Kontaktperson direkt am Ort", sagt Schuhmacher.
Sein Arbeitstag dauert selten nur acht Stunden. Er steht um halb sieben auf, joggt eine Stunde und sitzt spätestens um halb neun am Schreibtisch. Wegen der Zeitverschiebung konferiert er vormittags mit seinem Mitarbeiter in Schanghai und nachmittags mit seinen Leuten in Südamerika. Dazwischen beantwortet er Anfragen von Studenten.
Außerdem ist Schuhmacher viel unterwegs, um sich mit künftigen Praktikanten zu treffen. In den Gesprächen bereitet er sie auf das Gastland vor und berichtet von dem Leben in den Gastfamilien. Außerdem hält er Vorträge an Universitäten zum Thema. Mit seinen früheren Kommilitonen wolle er nicht tauschen. "Ich habe einen spannenden Job und verdiene so viel wie einige, die Anwälte wurden", sagt er. Seine Praktikumsbörse solle weiter wachsen: Australien sei in der Planung.
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(SZ vom 14.6.2007)
Ermittlungen zu Neonazi-Trio
Sehr geehrte gabi_84,
ich bedauere es sehr, dass Sie mit einer anderen Organisation schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Unser Kerngeschäft ist allerdings nicht, wie in Ihrem Kommentar vermutet, die Vermittlung an Sprachschulen, sondern die individuelle Vermittlung von Praktikumsstellen an unsere Teilnehmer. Die Buchung eines Sprachkurses ist freiwillig und geschieht unabhängig von der Praktikumsstelle. Aus diesem Grund geben wir unseren Teilnehmern vor Abflug auch genaue Auskünfte über die Sprachschulen (Name, Bilder von den Räumlichkeiten sowie den Personen). Unsere Mitarbeiter haben mit den Sprachschulen nichts zu tun, sondern arbeiten ausschließlich für OLE-Praktikumsbörse.
Wir nehmen Ihre Bedenken hinsichtlich Service und Preis sehr ernst. Allerdings bieten wir unseren Teilnehmern einen weit über die Qualität von möglichen lokalen Anbietern hinausreichenden Service. Neben einer individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Praktikumsvermittlung erhalten die Teilnehmer von OLE-Praktikumsbörse eine umfassende Beratung hinsichtlich externer Finanzierungsmöglichkeiten, eine persönliche interkulturelle Vorbereitung vor Abflug und die Gewissheit, dass sie sich während ihres gesamten Aufenthalts vor Ort jederzeit bei Bedarf an eine Ansprechperson von OLE-Praktikumsbörse wenden können. Diese Qualität hat nun einmal ihren Preis. Wer dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen will, kann selbstverständlich auch ohne jegliche Vorbereitung auf eigene Faust in die Länder reisen.
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Schuhmacher
Meines Erachtens ist Schumacher clever, nicht gewissenlos. Sich mit einer Agentur, die Praktika oder Sprachreisen vermittelt, selbstaendig zu machen, ist gewiss ein cleverer und mutiger (aber auch verhaeltnismaessig sicherer) Schritt in die deutsche Zukunft, denn Sprachkurse und Praktika im Ausland werden mittelfristig wohl eher an Anreiz zunehmen als abnehmen. Dass man vor Ort direkt bei der jeweiligen Sprachschule einen besseren Preis bekommt, mag ja sein, aber die Meisten haben im Vorfeld keinen Anhaltspunkt/Ansprechpartner im Zielland und sind daher sicher dankbar, dass Menschen wie Schumacher sich um Praktikums- und Sprachschulplaetze bemuehen und die Rundum-Organisation anbieten. Wenn ich die Wahl haette: Ich wuerde lieber von einer renommierten Praktikumsagentur in Deutschland ein Paket buchen, als mich in der lateinamerikanischen Pampa auf prompten Flughafen-Pickup, serioese Gastfamilie und die Ausfuehrung anderer Services zu verlassen.
Daniela Boettcher, Miami Beach
Auch ich habe mir letzten Sommer von einer "Organisation" einen Praktikumsplatz in Ecuador vermitteln lassen und dafür viel Geld bezahlt. Vor Ort kam das böse Erwachen. Im Prinzip wurde alles von der (hervorragenden) Sprachschule organisiert: von der Wohnung über Betreuung und Ausflüge bis zur Volunteer Work. Natürlich waren die Preise um einiges niedriger, hätte ich das Programm gleich bei der Sprachschule gebucht. Die Organisation vermittelte mich praktisch lediglich an die Sprachschule, ließ mich aber im Vorfeld immer im Glauben, es wären "ihre" Mitarbeiter vor Ort. Durch den Austausch mit anderen weiß ich, dass alle Auslandspraktikums-Organisationen so verfahren und dass gerade in Lateinamerika die meisten Sprachschulen Praktikums-, Wohungsvermittlung etc. zu einem Bruchteil des Preises anbieten, den eine "Organisation" berechnet.
Wenn Herr Schuhmacher es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, jungen Menschen unnötige Kosten zu verursachen, dann hat er wohl seinen Traumjob. Auch wenn es rechtlich einwandfrei ist, finde ich, dass es schönere Arten gibt, sein Geld zu verdienen. Gibt man bei Google "Auslandpraktikum" ein, findet man nur Praktikumsvermittlungen, die wie oben beschrieben agieren. Deshalb werden auch nie die Namen der Sprachschulen genannt, falls ein Sprachkurs gebucht wird. Oft reicht aber schon die Angabe des Stadtteils in dem die Schule oder das Praktikum sein soll und man bekommt mit ein bisschen Zeit und gegoogle das Volunteer-Programm vor Ort heraus. Die Preise kann dann ja jeder selbst vergleichen. Für mich ist das jedenfalls der bessere Weg, denn es bringt ärmeren Ländern sicher mehr, wenn ich das gesparte Geld in ihrem Land investiere anstatt es unsinnigen "Organisationen" in den Rachen zu werfen.