"Wir können nicht warten": Der Arbeitgeberverband fordert, dass ausländische Pflegekräfte ohne bürokratische Auflagen in Deutschland arbeiten dürfen - zur Not auch ohne gute Deutschkenntnisse.
Angesichts der wachsenden Zahl von Pflegebedürftigen in Deutschland hat der Arbeitgeberverband eine sogenannte Greencard für ausländische Pflegekräfte gefordert. "Ausländische Kräfte müssen kommen und hier arbeiten dürfen - ohne bürokratische Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse", sagte Verbandschef Thomas Greiner der Financial Times Deutschland.
Die Zahl der Pflegebedürftigen werde sich von derzeit 2,2 Millionen bis 2050 verdoppeln. (© Foto: ddp)
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Die Zahl der Pflegebedürftigen werde sich von derzeit 2,2 Millionen bis 2050 verdoppeln. "Wir fordern deswegen eine Greencard für Pflegekräfte - schnellstmöglich", so Greiner. "Wir können nicht auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 warten."
Bislang ist der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus Ost- und Mitteleuropa noch beschränkt, ab kommendem Jahr wird diese Beschränkung aufgehoben.
Nach Schätzungen fehlen in Deutschland bereits jetzt 50.000 Fachkräfte für die Pflege älterer Menschen. Den Grund für den steigenden Bedarf an Pflegekräften sieht Greiner nicht nur in der alternden Gesellschaft. Pflegekräfte wanderten auch zunehmend ab ins Ausland, weil dort bessere Arbeitsbedingungen lockten.
"Bei den Hilfskräften haben wir kein Problem, wohl aber bei Fachkräften", betonte er. Schon heute gebe es einen akuten Fachkräftemangel in manchen Regionen. Mit deutschen Kräften allein sei das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege nicht zu lösen, so Greiner.
"Das Konzept Frau pflegt Frau, Mann pflegt Mann und das auf Deutsch wird es nicht mehr geben." Der Verbandschef forderte darüber hinaus, die Ausbildungsvorschriften zu entschlacken.
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(sueddeutsche.de/AFP/pfau/leja)
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Frage: Hat es das Konzept überhaupt schon gegeben? Habe mal kurze Zeit im Altenheim geholfen und kenne dieses Konzept aus der Praxis überhaupt nicht.
Schlimm finde ich die erwähnte Unterbezahlung der Pflegekräfte: Diese Arbeit ist sehr schwer, die Schichten sind auch nicht ohne. Dafür sollte der Lohn angemessen sein.
Ein Unding ist auch, soviel ich weiß, die fehlende Anerkennung von Ausbildungen in anderen Ländern.
Viele Menschen, die in ihrem Land eine hoch qualifizierte Ausbildung absolvierten, dürfen, wie ich hörte, deshalb ihren Beruf in Deutschland nicht ausüben.
dann brauchen Sie auch keine nicht deutsch sprechenden Billigkräfte hierher zu holen.
Wenn eine examinierte Pflegekraft in Vollzeit im Schichtdienst mit großer geistiger, körperlicher und seelischer Belastung im Monat ca. 1300 netto verdient, dann ist das eine Schweinerei.
Wenn jetzt die Verbände aufschreien, ist das scheinheilig. Lange schon ist bekannt, dass die Situation so ist wie sie ist.
Wissen diese Leute eigentlich was es für einen Schwerkranken oder einen alten Menschen bedeutet, wenn jemand sie pflegt, der nicht mal ein persönliches Wort an sie richten kann mangels Sprachkenntnissen. Man möchte es Ihnen wünschen, diese Erfahrung mal zu machen.
Der Reflex der Arbeitgeber ist durchaus verständlich. Nicht sie sind das wirkliche Problem, sondern die Kostenträger. Ich arbeite selbst im Pflegebereich und kann dazu nur sagen: Die meisten Unternehmen in Deutschland sind - immer noch und Gott sei Dank - gemeinnützig! Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen der Pflegefachkräfte ist in Deutschland miserabel! Die Leistungsvergütung erfolgt, überwiegend durch die dementsprechenden Kostenträger. Und da liegt das Hauptproblem. In den letzten zehn Jahren sind, auf der einen Seite die Qualitätsanforderungen an die Einrichtungen, richtigerweise, immer weiter gestiegen. Die Vergütung hat damit aber überhaupt nicht Stand gehalten. Das Totschlagargument der Versicherungen ist dabei immer, dass höhere Vergütungen auch höhere Beiträge nach sich ziehen. Die Frage ist, ob unsere Gesellschaft bereit ist, diese Kosten auch zu tragen? Das Effizienzpotential des Pflegepersonals ist nahezu erschöpft!
Ein weiteres Problem ist, dass der Organisationsgrad des Pflegepersonals immer noch ausgesprochen bescheiden ist. Es gibt keine adäquaten Berufs- oder berufsständischen Vertretungen, die in Lage sind eine einigermaßen vernünftige Lobbyarbeit zu leisten.
unsereiner zahlt für alles. und zwar genau das, was durch angebot und nachfrage im rahmen geltender bestimmungen an preis zu stande kommt. ist ja nicht so verkehrt...
wenn aber ein arbeitgeberverband für sein dumpinglohnangebot keine nachfrage erhält, dann wird einfach der nachfragerahmen erweitert.
so langsam kann ich mir nur noch wünschen, daß die fehlentwicklung immer schneller und konsequenter voranschreitet. damit erhöht sich die hoffnung, daß wir es um so schneller hinter uns bringen.
Übersetzung: Der Arbeitsgeberverband fordert die Einführung der Sklaverei!
Normalerweise kümmert sich ja - wie wir gelernt haben - immer der ominöse "Markt" um alles. Wenn der "Markt" dafür sorgt, dass unter den derzeit miesen Umständen keine Arbeitnehmer im Pflegebereich zu finden sind, weil diese z.B. in die Schweiz abwandern, dann heißt die Schlußfolgerung nicht etwa, die Umstände attraktiver zu machen - nein! - man fordert die Einreise von Billigstarbeitskräften aus Osteuropa.
Die ticken doch nicht mehr ganz richtig! Die Sklaventreiber-Mentalität wird diesen Leuten irgendwann gewaltig auf die Zehen fallen.
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