Glücksgefühle bei der Arbeit Druck und Angst verhindern den Flow

SZ: Welche Berufe sind besonders empfänglich für das Flow-Erlebnis?

"Wer sich langweilt, wird niemals Flow empfinden": Managementtrainer Gerhard Huhn.

(Foto: privat)

Huhn: Im Grunde jeder. Wer versteht, was er bei der Arbeit tut und warum er es tut, kann Flow empfinden - wenn er nicht abgelenkt ist. Sogar am Fließband ist das möglich. Manche Arbeiter versuchen immer besser und geschickter zu werden. Selbst bei dieser monotonen Tätigkeit suchen sie die Herausforderung. Dasselbe geschieht übrigens in der Freizeit. Wer Sport treibt oder ein Instrument spielt, sucht immer wieder nach neuen Herausforderungen. Faul am Strand herumzuliegen, macht nur für einen ganz kurzen Moment glücklich. Danach kommt die Langeweile.

SZ: Haben wir den Flow und damit unser Glück also selber in der Hand?

Huhn: Leider immer seltener. Als Erstes müssten die Führungskräfte umdenken. Ziele werden zu häufig geändert, oder der Chef erkennt nicht, wer unter- oder überfordert ist. Vorbildliche Unternehmen räumen ihren Angestellten bestimmte Zeiten ein, in denen sie sich ganz ungestört ihrer Arbeit widmen können. Alles zu kontrollieren, Druck und Angst zu erzeugen, hat eher dazu geführt, dass immer weniger Flow möglich ist.