Machtwort gefordert
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Andererseits zeigt sich auch an diesem Abend in Neufahrn, dass nicht alle Eltern vom Ganztagsmodell überzeugt sind. "Wenn die Kinder um 17 Uhr nach Hause kommen, bleibt keine Zeit mehr für außerschulische Aktivitäten", befürchtet Rita Straub vom Freisinger Domgymnasium.
Für Lillig steht fest: "Wenn es nur bei einem verlängerten Vormittag bleibt, dann muss es mit den Stunden und Inhalten ganz massiv nach unten gehen." Noch vor Ostern wollte das Kultusministerium Vorschläge zur Stoffreduzierung vorlegen. Geplant ist auch, nochmals die Stundenzahl zu senken. "Wir machen wöchentlich Druck", versichert der LEV-Vorsitzende. Doch Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler wiegle immer ab und erkläre, es sehe nicht gut aus. Am gestrigen Donnerstag kündigte Beckstein an, dass Festlegungen erst Ende April erfolgen würden, was die Stimmung unter den Elternvertretern noch anheizen dürfte.
Die Staatsregierung steht vor einem Problem: Sie müsste ein Machtwort sprechen, in welchem Unterrichtsfach Abstriche zu machen seien. Davor aber schreckt sie noch zurück. Schließlich gibt es den einflussreichen Philologenverband, der vor Qualitätseinbußen warnt. Und womöglich könnte Bayern seinen guten Platz bei den Pisa-Tests verspielen. Den Eltern ist das egal. "Wir wollen Fakten sehen und zwar schnell", sagt Lillig.
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(SZ vom 28.2.2008/bön)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Wir wohnen allerdings in Hamburg. Meine Tochter ist 12, in der 7. Klasse und hat 38
Std. und im nächsten Schuljahr sollen 3- 4 Stunden noch dazu kommen.
Sie ist eine gute Schülerin, aber bricht förmlich unter der Schullast zusammen.
Sie ist sehr häufig krank, erschöpft und kann trotz Müdigkeit abends nicht einschlafen.
Unter der Woche hat sie keine Zeit für Freundschaften und Hobbies.
Ich finde die Verkürzung der Gymnasialzeit unsinnig, wenn es den Kinder ihre Kindheit und Gesundheit zerstört. Das Wissen der Menschheit wächst ständig, gleichzeitig werden die Menschen auch älter. Da fände ich es sinnvoller, die Schulzeit anzupassen und zu verlängern. Wir machen unsere Kinder nicht konkurrenzfähiger, wenn wir sie als
seelische und körperliche Fracks ins Berufsleben entlassen.
Ich glaube nicht, daß die Angst vor ausländischer Konkurenz zu der Entscheidung einer Schulverkürzung geführt hat, sondern der Wunsch unserer Mächtigen, unsere Kinder so früh wie möglich als steuerzahlender, geldbringender Witschaftsfaktor ausnutzen zu können und in ihr fragwürdiges System einzugliedern. Zerstörte Menschen sind manipulierbar. Eine gesunde Kindheit aber macht stark und frei!
Deutschland war einstmals Bildungsland Nr. 1 ohne daß seine Kinder unter der Schullast zerbrachen.
Auch mein Sohn geht in das G8 in die 7. Klasse. Ich merke zusehends Erschöpfungszustände bei ihm. Keine Zeit mehr für Fußballverein, Freunde oder Hobbies.
Es ist eine Schande. Ich bin am Überlegen, ob es überhaupt sinnvoll ist, ihn den Weg des Gymnasiums weiter beschreiten zu lassen oder ihn lieber auf die Wirtschaftsschule und anschließend FOS gehen zu lassen.
Ich kenne niemanden - Lehrer inbegriffen - die ein gutes Haar an diesem G8 lassen. Also - warum lässt man sich das gefallen??? Wegen PISA???
Frau Hohlmeier: Ihnen haben wir ja diesen ganzen Stuss zu verdanken. Ich kann Ihnen eins sagen: Ich habe die Ehre, mit sehr vielen Finnen zusammenzuarbeiten, merke aber gar nichts davon, dass die soviel schlauer sind als wir - eher im Gegenteil.
Leider kann man Sie ja nicht mehr zur Verantwortung ziehen für das, was Sie beschlossen haben. Aber regt sich nicht wenigstens ein schlechtes Gewissen bei Ihnen?