Machtwort gefordert

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Andererseits zeigt sich auch an diesem Abend in Neufahrn, dass nicht alle Eltern vom Ganztagsmodell überzeugt sind. "Wenn die Kinder um 17 Uhr nach Hause kommen, bleibt keine Zeit mehr für außerschulische Aktivitäten", befürchtet Rita Straub vom Freisinger Domgymnasium.

Für Lillig steht fest: "Wenn es nur bei einem verlängerten Vormittag bleibt, dann muss es mit den Stunden und Inhalten ganz massiv nach unten gehen." Noch vor Ostern wollte das Kultusministerium Vorschläge zur Stoffreduzierung vorlegen. Geplant ist auch, nochmals die Stundenzahl zu senken. "Wir machen wöchentlich Druck", versichert der LEV-Vorsitzende. Doch Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler wiegle immer ab und erkläre, es sehe nicht gut aus. Am gestrigen Donnerstag kündigte Beckstein an, dass Festlegungen erst Ende April erfolgen würden, was die Stimmung unter den Elternvertretern noch anheizen dürfte.

Die Staatsregierung steht vor einem Problem: Sie müsste ein Machtwort sprechen, in welchem Unterrichtsfach Abstriche zu machen seien. Davor aber schreckt sie noch zurück. Schließlich gibt es den einflussreichen Philologenverband, der vor Qualitätseinbußen warnt. Und womöglich könnte Bayern seinen guten Platz bei den Pisa-Tests verspielen. Den Eltern ist das egal. "Wir wollen Fakten sehen und zwar schnell", sagt Lillig.

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(SZ vom 28.2.2008/bön)