Heute so, morgen neu und übermorgen so wie früher: Warum manche Unternehmen ständig umorganisieren und nie etwas dabei heraus kommt.
Es gibt Probleme, die lassen sich nicht lösen. Zu ihnen gehört die Frage, wie man eine Firma am besten organisiert. Wir hatten einmal einen wöchentlichen Stammtisch, an dem der Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens teilnahm. Es war die Zeit des Mobilfunkbooms, es herrschte Aufbruchstimmung, das Unternehmen stellte massenhaft neue Leute ein. Aber es lief nicht rund.
Bild vergrößern
Umstrukturierungen als Massenware: Erst soll alles neu werden - und dann führt es doch zum gleichen Ziel. Oder auch nicht. (© ddp)
Anzeige
So kam es, dass unser Stammtischbruder jedes Mal Neues zu berichten hatte, wie in der letzten Woche wieder das Organigramm geändert wurde. Manchmal malte er es uns auf ein Papier, damit wir es besser verstanden: erst das Säulenmodell, dann die zweidimensionale Matrix, danach die dreidimensionale, eine verschlungene Doppelhelix. Die aber stellte sich als zu kompliziert heraus und war eine Woche später wieder abgeschafft. Man kam zurück auf das Säulenmodell, aber diesmal sollten die einzelnen Säulen durch Querstreben miteinander verzahnt werden. Es war eigentlich eine schöne Zeit. Leider bekam das Unternehmen irgendwann Probleme und musste viele Arbeitsplätze abbauen.
In manchen Firmen wird ständig umorganisiert. Nehmen wir das Beispiel einer Versicherung: Es gibt Personalabteilung, Innendienst, Außendienst, Schadensregulierung, Marketing. Vermutlich gibt es noch viel mehr, aber es soll reichen, um zu zeigen, dass sich die einzelnen Teile beliebig miteinander kombinieren lassen.
Man kann den Innendienst in der Zentrale mit dem Außendienst in den Regionen so vernetzen, dass beide in wöchentlichen Videokonferenzen besprechen, was gerade anliegt. Ein Vertreter der Schadensregulierung und einer vom Marketing sitzen dabei, weil sie wissen müssen, was an der Basis los ist.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Führungsspitzen RSS
- Führungsspitzen Einfach mal die Klappe halten 31.05.2010
- Führungsspitzen Sensibel wie ein Wall-Street-Rechner 14.06.2010
- Führungsspitzen Je größer, desto reicher 07.06.2010
- Führungsspitzen Keiner will mehr Boss sein 25.10.2010
- Führungsspitzen Schläge für die Angestellten - schon arbeiten sie 18.10.2010
- Führungsspitzen Ein Lächeln mit Schrecken 18.10.2011
- Führungsspitzen Lieblingskollege Kaffeemaschine 04.10.2010
Na schön etwas weniger Wahrheit, weil sonst Zensur und unbekannt.
Ganz offizieller Spruch aus der Organisation:
Man soll die Betroffenen zu Beteiligten machen und nicht die Beteiligten zu Betroffen.
ganz anderer offizieller Spruch:
Wenn die Wahrheit war und Lüge ist, ändert sich nichts.
kldipro
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Im Unterschied zum präsenten Eigentümerunternehmer, die sein Unternehmen von der Pike auf- und ausgebaut hat, ist der Geschäftsführer oder Vorstand "nur" angestellt mit Dienstvertrag, Dienstwagen und Dienstvilla. Er dient.
Für alle Entscheidungen benötigt er Mitentscheider. Für manche Entscheidungen kauft er sich Berater ein. Und damit nicht auffällt, wie sehr er aus Machterhalt an seinem Stuhl klebt, wird fortwährend umorganisiert, damit das Unternehmen in Bewegung bleibt und die Anteilseigner sehen, dass wenigstens etwas passiert.
Der Ingenieur in Ihren Artikel geht richtig vor: "...aber wenn ich ein Problem habe, gehe ich seit 20 Jahren zu denselben Leuten, und die lösen das dann."
Ausnahmen bestätigen die Regel und Vergleiche mit der aktuellen Geschäftsführung des Unternehmens BRD sind nur zufällig...
Machterhalt, Machteroberung, Ausschalten von Rivalen, Verhindern von Widerständen.
Selbst wenn die großen Consulting-Unternehmen zur Analyse in die Unternehmen
gerufen werden, stehen die Antworten in der Regel immer schon fest. Der, der die Rechnungen der Consultingfirmen genehmigen kann/darf ist der oder einer der Feldherren der Schlacht. Keine der Consultingfirmen würde es wagen ein Ergebnis zu präsentieren, das dem Feldherrn nicht genehm sein sollte.
Die Kunst des Consultings ist nicht die Lösung zu suchen und zu finden, es ist die
Kunst das gewollte Ergebnis als wundersame und geniale, keinen Widerspruch erlaubende Lösung zu präsentiern, zu begründen und heilig zu sprechen.
Es ist meist wie Religion, Esoterik oder schlicht gesagt Verarschen. Wer im Raum steht und kann betroffen werden sollte an die killing fields denken - es ist ziemlich identisch.