Der Handyhersteller Nokia gibt sich nach der Werkschließung in Bochum wortkarg. Dieser Stil ist gang und gäbe bei Managern, die wie Söldner agieren.
Der eine oder andere Zeitgenosse mag sich dieser Tage die Zeit genommen haben, um mehr über die bösen Buben in Bochum in Erfahrung zu bringen. Eher früher als später werden Neugierige auf der Internetseite des Kandidaten einschlägig fündig. Partnerschafts-Poesie vom Feinsten: "Teamgeist, Respekt vor dem Einzelnen, Fairness und offene Kommunikation sind bei Nokia gelebte Werte. Unsere Mitarbeiter haben diese Einstellung in ihrer täglichen Arbeit in höchstem Maße verinnerlicht." Weil - natürlich, was denn sonst? - bei Nokia "der Mensch im Mittelpunkt steht." So sehr, dass sie in Bochum der betriebswirtschaftlichen Planwirtschaft des Managements jetzt etwas im Weg stehen. Und dass die unternehmerische Verantwortung alias Corporate Responsibility auch beim finnischen Handybauer ganz groß geschrieben wird, versteht sich sowieso von selbst: "Unternehmerische Verantwortung heißt für Nokia, die Einflüsse ihrer Arbeit auf Gesellschaft und Umwelt zu erkennen und entsprechend zu agieren.
Nokiawerk in Bochum: Trotz Schließung liefert das Unternehmen Partnerschafts-Poesie vom Feinsten. (© Foto: dpa)
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Als Marktführer und weltweit tätiges Unternehmen nimmt Nokia diese Verantwortung sehr ernst." So ernst, dass das "führende Unternehmen für mobile Kommunikation" trotz der Protest-Kakophonie um die Bochumer Werksschließung die Ohren auf Durchzug stellt und Gesprächs- und Erklärungswünsche jeglicher Art mit "Ei" bescheidet, was auf Finnisch Nein heißt. Ganz zu schweigen von der überfallartigen Mitteilung an die 2300 Mitarbeiter, dass ihre Arbeit nicht mehr gebraucht werde. Kurz: ein merkwürdiger Kommunikationsstil im Management eines Kommunikationsunternehmens, ein einzigartiger Beweis von "Respekt vor dem Einzelnen."
Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander
Es mag erst einmal dahingestellt bleiben, ob Nokia tatsächlich gute Gründe hat, die Handyproduktion von Deutschland nach Rumänien zu verlagern. Im Regelfall stecken hinter solchen vermeintlichen Lösungen im Hau-Ruck-Verfahren unternehmerische Versäumnisse in der konsequenten Weiterentwicklung eines Standorts. Wenn es sich hier um einen unappetitlichen Einzelfall handelte, könnte man sagen: geschenkt. Shit happens. Der Nokia-Stil ist aber gang und gäbe in jenen Manager-Kreisen, die sich im Namen der Profitabilität um jeden Preis durch Bindungslosigkeit und eine gewisse Söldnermentalität ausweisen. Dann sollen sie aber auch nicht ihre Unternehmensbroschüren mit Lippenbekenntnissen vollschreiben, die ihnen nach dem offensichtlichen Verstoß dagegen ohnehin niemand mehr abkauft. Ebensowenig wie ihre Handys, nachdem schon der Schlachtruf zum Nokia-Boykott erschallt. Nichts ist verheerender für die Reputation und damit fürs Geschäft eines Unternehmens, als ein solch eklatantes Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit.
Eines der besten Wirtschaftsbücher dieses Jahrzehnts ist das von vier amerikanischen Marketingexperten verfasste "Cluetrain-Manifest" mit seinen 95 Thesen über eine neue Unternehmenskultur im digitalen Zeitalter. Gegen die Arroganz des Managements mit seinen unverbindlichen Sprechblasen lautet die erste These: "Märkte sind Gespräche". Kunden, Mitarbeiter, das ganze Umfeld der Unternehmen ist vernetzter, intelligenter und fordernder geworden. Wer sich, wie Nokia, dem Gespräch verweigert, muss sich nicht wundern, wenn nur noch über ihn geredet wird. Und zwar ausschließlich schlecht.
- Führungsspitzen Einfach zum Heulen 11.01.2008
- Führungsspitzen Management by Lunch 07.01.2008
(SZ vom 21.1.2008/bön)
Moderne Verwaltung
Egoismus, Profitbewusstsein - was wollen wir mehr? So lange das funktioniert, während die Leute ihre Arbeitsplätze behalten, interessiert diese Einstellung kaum jemanden. Doch wenn es nicht mehr funktioniert, wenn mehr Egoismus und mehr Profitbewusstsein als Gleichung weniger Arbeitsplätze ergeben, schreit alles Zeter und Mordio.
Dieses Denken ist doch nicht nur Nokia zu eigen, sondern genauso in jedem anderen Unternehmen zu finden, das seine Gewinne maximieren will - in den meisten Fällen geht dies auf Kosten von a) Tieren (billige Tierversuche), b) Standorten (Osteuropa und Asien, hip hip hurra!), c) der Umwelt (Umweltschutz ist schließlich teuer) und natürlich d) Mitarbeitern - dem größten Kostenfaktor.
Die offiziell betriebene Personal- und Unternehmenspolitik à la "unsere Mitarbeiter sind unser Schlüssel zum Erfolg" ist Blödsinn und Heuchelei. Schlüssel zum Erfolg sind die Zahlen, die immer weniger Mitarbeiter in immer weniger Zeit bringen.
Ach ja - und Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
Boykott von Nokia-Handys und ähnlicher Aktionismus sind, genauso wie das zu Grabe Tragen eines Sarges mit der Aufschrift "Nokia" sind zwar im Augenblick sehr schön - aber Konsum, Kapitalismus und Technik lassen uns das doch ohnehin wieder viel zu schnell vergessen - und übermorgen wird Seite 1 wieder von Knut, einem Kölner Dom unter Wasser oder Kernkraftwerken belagert.
Ich denke, einen Standort zu schliessen ist das eine und die Kommunikation darüber das andere. Es geht aus meiner Sicht nicht darum sich vor Tatsachen zu verschliessen wie Unterschiede bei Qualifikation und Monatsgehalt in Deutschland und Romänien. Eine zumindest unternehmens intern offene Kommunikationskultur kann erstens helfen einen Supergau von vorneherein zu vermeiden und zweitens bei einem unvermeidlichen Supergau zumindest für Klarheit sorgen. Ich konnte weder das eine noch das andere erkennen.
Es soll Unternehmen geben die bei Tarifgesprächen den Mitarbeitern kommunizieren worum es tatsächlich geht. Nicht selten führt das zu einer gemeinsamen Lösung. Mitarbeiter vor vollendete Tatsachen zu setzen ist weder imageförderlich und für mich persönlich eine kommunikationstechnische Bankrott-Erklärung. Vielleicht ist wengistens noch ein "Kommunikations-Insolvenzverwalter" irgendwo im Hause Nokia zu finden - das wäre für ein Unternehmen aus der Kommunikationsbranche aus meiner Sicht verträglicher.
Da ja nichts genaues zu den Gründen erfahrbar ist brodelt die Gerüchteküche. Da es in jedem Unternehmen kommunikativere Arbeitsbereiche und weniger kommunikative Unternehmensbereiche gibt scheint mir ein typischer Fall von Zahlenmanager vorzuliegen.
Ich sehe mir Umsatz Gewinn Relationen an. Ob um in dieser Sprache der Faktor Mensch vorkommt und berücksichtigt wurde kann ich nicht sagen. Der weitere Gang der Dinge wird zeigen ob die Rechnung aufgeht oder vielleicht aufgrund einiger fehlender Kosten-Nutzen-Faktoren sich jemand verrechnet hat.
Mich persönlich würde interessieren, ob es denn noch andere Handy-Hersteller gibt, die in Deutschland produzieren? Falls Nokia der letzte war, könnten die Gründe hierfür auch Aufschluß über die Situation geben - und wären kommunizierbar. Die finnische Nokia-Führung enscheidet mit Ihrem Kommunikationsstil wie sie da stehen will. Kunden und Mitarbeiter können zeigen ob Sie damit einverstanden sind.
Nun, die 80 % der Bevölkerung, die bei einem zinsfreien Geldsystem erheblich mehr Geld in der Tasche hätte.
Die 10%, die als einzige vom Zins profitieren, dann natürlich nicht mehr.
Nun, Punkt 1, den Sie nicht verstehen, wäre der entscheidende Schritt.
Ansonsten scheint mir, gehören Sie wohl gerade nicht zum Kreis der von den Einschnitten Betroffenen.
Aber lassen wir das.
Wer die dramatischen, zinseszinsbedingten Entwicklungen, die sich gerade heute (siehe DAX) anbahnen, wirklich verstehen will, dem empfehle ich folgende Bücher:
1. Günther Moewes: Geld oder Leben
2. Helmut Creutz: Das Geldsyndrom
nicht nur nichts nützen, sondern schaden. Zunächst einmal muss auch die ewige Neiddebatte "die Reichen" enden - von exakt jenem Vermögen, stammen 80% der Steuerabgaben Einkommensteuer. Spekulationsgewinne, Steuern? Kann es sein, dass die einschlägige Steuergesetzgebung an Ihnen vorbeiging? Hinzu tritt nun noch demnächst die Abgeltungssteuer - besonders schädlich für alle unter dem Stichwort Riester.
Zu 1 kann ich Ihnen nicht antworten, weil ich Sie nicht verstehe.
Ansonsten: Es ist von allem was ich hier beitrug, nichts, aber auch nichts den verantwortlichen Politikern unklar, nur WER WÜRDE DIESE NOCH WÄHLEN, wenn die schmerzhaften Wahrheiten und Gegebenheiten in Realpolitik umgewandelt würden? Die DM - komplementär??? - einführen: Die sozialen Systeme müssen Sie abschaffen, leider. die Leute hier müssen lernen, notfalls ihr Säckel zu packen und der Arbeit nachzureisen.Von Aufbauarbeit in Forschung, Lehre und Technologie magi ch gar nicht reden.
Paging